Online-Petitionen - wie Rechtsextremisten Stimmung machen

In den Sozialen Netzwerken fühlen sich Rechtsextremisten längst auf sicherem Terrain. Mit verhältnismäßig geringem Aufwand können dort die hasserfüllten Botschaften unter den eigenen Anhängern – aber auch unter potentiellen Interessenten – verbreitet werden. In den letzten Wochen setzen die braunen Strategen darüber hinaus immer mehr auf Petitionen, um ihre Hetze in den öffentlichen Raum zu tragen.

NRW-Innenminister Jäger: Rechtsextremisten haben „strategisches Interesse“ an Burschenschaften

Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Innenministeriums strecken die NPD und die „revisionistische Neue Rechte“ gezielt ihre Finger nach den Burschenschaften aus. Ziel sei, „die kulturelle Hegemonie“ zu erlangen, heißt es in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Piraten. Damit widersprach Ressortchef Ralf Jäger indirekt der Darstellung der Bundesregierung, die dem Dachverband der Burschenschaften erst im Juni einen „Demokratiestempel“ erteilt hatte.

Gäste angepöbelt: Angetrunkener Neonazi-Terrorist Manfred Roeder fliegt aus Hotel

In den siebziger Jahren kämpfte der spätere mehrfach vorbestrafte Rechtsterrorist Manfred Roeder gegen den Sittenverfall, dem SPIEGEL galt er als „Anti-Porno-Apostel“. Einem Medienbericht zufolge flog der einstige NPD-Bundestagskandidat vor wenigen Tagen wegen eines Vorfalls, der so gar nicht zu diesem Image passen möchte, aus einem Schweizer Luxushotel – er hatte angetrunken Gäste angepöbelt.

Schicht im Schacht: Facebook löscht Seite des NPD-Nachwuchses Junge Nationaldemokraten

Längst haben die Sozialen Netzwerke klassischen Propagandamaterialien, aber auch herkömmlichen Webseiten den Rang abgelaufen. Neonazis sind – verdeckt oder offen – bei Facebook & Co. unterwegs, um ihre Ideologie zu verbreiten und neue Sympathisanten zu gewinnen. Für die NPD-Jugendorganisation dürfte dies zukünftig allerdings mit Schwierigkeiten verbunden sein. Facebook löschte nämlich den Account des Parteinachwuchses – „unwiderruflich“.

Nach „Enthüllungsartikel“ über Neonazis in der Tuning-Szene: Shitstorm gegen „Auto Bild“

Die Redaktion der „Auto Bild“ war sich sicher, mit diesem Thema ein heißes Eisen anzupacken, nämlich die vermeintliche Unterwanderung der Tuning-Szene durch Neonazis. In den Sozialen Netzwerken ließ der Shitstorm der Fangemeinde schneller Sportwagen erwartungsmemäß nicht lange auf sich warten. Die Staatsanwaltschaft hat unterdessen Ermittlungen aufgenommen.

„Tag der deutschen Zukunft“: Schaulaufen der Neonazi-Größen

Beim „Tag der deutschen Zukunft“ in Wolfsburg zeigten sich viele Neonazi-Größen einträchtig nebeneinander. Die szeneinternen Streitigkeiten traten in den Hintergrund. Ein Erfolg war die Demonstration trotzdem nicht: Die Teilnehmerzahlen stagnieren. Weit schwerer wiegt indes, dass die braunen Marschierer ihre rassistischen Parolen unter Ausschluss der Öffentlichkeit skandierten.

Ein Jahr Die Rechte: Der private Feldzug des Christian W.

Die Partei Die Rechte existiert nun ein Jahr; Zeit, Bilanz zu ziehen. Und die ist mehr als durchwachsen. Außerhalb ihres Kernlandes Nordrhein-Westfalen schafft es die zu einem Sammelbecken militanter Neonazis verkommende Organisation auf keinen grünen Zweig. Für Parteigründer Christian Worch erfüllt sie dennoch ihren Zweck: Denn sie könnte die aktuelle NPD-Strategie durchkreuzen.