Geschichte und Gegenwart rechtsextremistischer Gewalt

Die Fachjournalisten Andrea Röpke und Andreas Speit legen mit „Blut und Ehre. Geschichte und Gegenwart rechter Gewalt in Deutschland“ eine Gesamtdarstellung sowohl zur historischen Entwicklung des Rechtsterrorismus wie zum aktuellen Wissen um die NSU-Serienmorde vor. Die Beiträge des Sammelbandes beeindrucken durch akribische Faktenkenntnis und genaue Recherche, ihnen fehlt aber mitunter eine stärker analytische Dimension zur Einordnung der geschilderten Ereignisse. 

NSU-Nachahmer? Verfassungsschutz warnt vor gewaltbereiten Rechtsextremisten

Im heute veröffentlichten Verfassungsschutzbericht wird nach der NSU-Pannenserie vor Nachahmern gewarnt – weitere rechtsterroristische Aktivitäten seien nicht auszuschließen. Auch auf gewaltbereite Rechtsextremisten wird explizit hingewiesen. Die Anzahl von Demonstrationen, Rechtsrock-Konzerten und Mitgliedern aus dem rechtsextremen Spektrum ging hingegen weiter zurück.

Gefahren einer Re-Biologisierung der Gesellschaft

In dem von Annett Schulze und Thorsten Schäfer herausgegebenen Sammelband „Zur Re-Biologisierung der Gesellschaft. Menschenfeindliche Konstruktionen im Ökologischen und im Sozialen“ zeigen die Autoren die Gefahren einer Renaissance biologistischer Deutungen auf. Dabei konzentrieren sich die Autoren auf eine kritische Auseinandersetzung mit einschlägigen Protagonisten von Konrad Lorenz bis Thilo Sarrazin, wobei man sich aber auch eine Differenzierung etwa zu Ansätzen aus der Evolutionsforschung und Soziobiologie gewünscht hätte.

Jugendschützer registrieren Höchststand bei Neonazi-Webangeboten

Die Initiative „Jugenschutz.net“ gehört zu den schärfsten Waffen in der Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus. Mehr als 50.000 Internetangebote überprüfen die Mitarbeiter jährlich auf der Suche nach brauner Propaganda oder nach Darstellungen sexuellen Missbrauchs. Gestern legte „Jugendschutz.net“ den neuen Jahresbericht vor. Mit einer klaren Tendenz: Neonazis setzen vor allem auf die Sozialen Netzwerke.

"Die anderen sind wir" – Neuer FES-Band über Rechtsextremismus in Europa

Gestern stellte die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) in Berlin ihren neuen Band "Rechtsextremismus in Europa" vor. Eröffnet wurde die hochkarätig besetzte Veranstaltung durch zwei Referate von Martin Schulz, Pra?sident des EU-Parlaments, und Cecilia Malström, der EU-Kommissarin fu?r Inneres. Beide waren sich angesichts der vielfach sehr problematischen Situationen in den Mitgliedsstaaten einig: Ein erfolgreiches Europa kann nur durch ein Bekenntnis zur Vielfalt und entschlosseneres Auftreten gegen Rechtsextremismus gelingen.

Von der NPD zum Katholizismus – der Ausstieg des Stefan Rochow

Politische Desillusionierung, Enttäuschung über den zwischenmenschlichen Umgang innerhalb der Szene oder Veränderungen im Privatleben sind einige der Gründe, die bei Aussteigern zur Abkehr von ihren Gesinnungsgenossen. Das war auch bei Stefan Rochow der Fall, einem ehemaligen Führungsfunktionär der NPD. In seiner Autobiographie „Gesucht Geirrt Gefunden“ schildert er seinen Weg vom Rechtsextremismus zum Katholizismus und gewährt Einblicke in die NPD.

"Verleugnende Verdrängung" – Rassisten in der DDR und die Folgen bis heute

Der als Historiker am Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin mit der Arbeit über „Rechtsextremismus in der DDR“ promovierte Harry Waibel spricht mit Blick auf Rassismus in der DDR von „verleugnender Verdrängung“. Im Folgenden ein Gastbeitrag von Waibel, der u.a. das Buch "Diener vieler Herren – Ehemalige NS-Funktionäre in der SBZ/DDR" geschrieben hat.

Von links nach rechts – Zur politischen Entwicklung von Alt-Achtundsechzigern

Der Historiker Manuel Seitenbecher geht in seiner Studie „Mahler, Maschke & Co. Rechts Denken in der 68er-Bewegung?“ der politischen Entwicklung mancher Alt-Achtundsechziger von links nach rechts nach. Es handelt sich um eine überaus informative Darstellung mit differenzierten Einschätzungen, worin aber Analyse und Stringenz eine höhere Bedeutung hätten haben können.