Kritik linker Israelfeindlichkeit – immer noch aktuell

Im Ca Ira-Verlag erschien eine Neuausgabe der Schrift „Das Israelpseudos der Pseudolinken“, die 1971 von dem Philosophen Michael Landmann veröffentlicht wurde. Der Autor kritisierte die seinerzeitige Positionierung der „Neuen Linken“ gegen Israel und auf der arabischen Seite mit deren Vernichtungsoptionen, wobei die seinerzeitige Kritik linker Israelfeindlichkeit heute immer noch aktuell ist.

Claus Schenk Graf von Stauffenberg und der 20. Juli 1944

Die Mehrheit der Deutschen war in der Zeit des Nationalsozialismus entweder durch Propaganda verführt, versteckte sich vor Zwang und Terror oder war, zufrieden mit den Errungenschaften der nationalsozialistischen Herrschaft, dem „Hitler-Mythos“ verfallen. Einige hatten auch Vorbehalte, eine Minderheit der Regimegegner flüchtete in die „innere Emigration“ und zeigte  durch diskrete Verweigerung ihre Opposition und auch politische Opposition entwickelte sich. Etwa bei der kleinen Gruppe um Claus Schenk Graf von Stauffenberg, die den Versuch unternahm, Hitler durch einen Staatsstreich zu töten.

Julius Streicher und „Der Stürmer“ – Studie zu einem Hetzblatt und seinem Herausgeber

Der Historiker Daniel Roos legt mit „Julius Streicher und ‚Der Stürmer’ 1923-1945“ eine quellengestützte und umfangreiche Studie zu dem antisemitischen Hetzblatt und seinem Herausgeber vor. Bei allen gut belegten und inhaltlich interessanten Einzelinformationen hätte man sich insgesamt aber noch ein wenig mehr an Analyse und nicht nur die Dokumentation von Zitaten gewünscht.

Antisemitismus – Sammelband mit Beiträgen von Samuel Salzborn

Der Politikwissenschaftler Samuel Salzborn legt mit „Antisemitismus. Geschichte, Theorie, Empirie“ den ersten Band der von ihm herausgegebenen Schriftenreihe „Interdisziplinäre Antisemitismusforschung“ vor. Die darin wiederabgedruckten Beiträge enthalten Analysen und Stellungnahmen zur aktuellen Analyse und Einschätzung des Antisemitismus vom Kontext mit dem Antikapitalismus oder Opfermythos bis zu Untersuchungsergebnissen zur latenten Judenfeindschaft.

„Tatort Fankurve“ – Veröffentlichung zum Rechtsextremismus im Fußball

Während die polizeilichen Statistiken zum Straftatenaufkommen im deutschen Fußball eine für den normalen Stadionbesucher generell gute Sicherheitslage belegen, steigerte sich in letzter Zeit die Aggressivität in Teilen der Fanszene. Dies führte bei einigen Vereinen zu einer Ausweitung von Hooliganaktivitäten, einer Verstärkung der Auseinandersetzungen zwischen Ultras und Sicherheitskräften oder einer stärkeren Präsenz von Rechtsextremisten. Der Sportreporter Klaus Blume hat diese Entwicklung thematisiert und sieht in „Tatort Fankurve“ ein Ausufern von „Fußball, Gewalt und Rechtsextremismus“.

Jahrbuch für Islamophobieforschung – mitunter mit unscharfen Kategorien

Der österreichischen Politikwissenschaftler Farid Hafez gibt das „Jahrbuch für Islamophobieforschung“ heraus, welches sich als Forum für interdisziplinäre Forschungen zum Thema Islam- und Muslimenfeindlichekeit versteht. Bei aller Anerkennung für die konkreten Ergebnisse und multimethodischen Perspektiven, verkennen nicht wenige Beiträge den grundlegenden Unterschied zwischen einer aufklärerisch-menschenrechtlichen Kritik und einer fremdenfeindlich-ressentimentgeladenen Hetze.

Heinrich Himmlers Briefe – Banalität im Schatten von Diktatur und Massenmord

Aufzeichnungen führender Nationalsozialisten können auch noch nach Jahrzehnten bekannt werden. Dabei haben private Texte einen besonderen Wert, da sie einen unmittelbaren Zugang zur Persönlichkeit ihrer Verfasser ermöglichen. Im Fall Heinrich Himmlers wecken einst an seine Frau gesandte und nun veröffentlichte Briefe zudem die Hoffnung auf Informationen über das Innenleben der NDSAP, die Hintergründe des Zweiten Weltkriegs oder die Entwicklung des Holocaust. Diese Hoffnung wird jedoch enttäuscht.