„Versteckte Vorurteile“ – der psychologische „Rassen-Implizite Assoziationstest“

Die beiden Psychologen Mahzarin R. Banaji und Anthony G. Greenwald fragen in ihrem Buch „Vor-Urteile. Wie unser Verhalten unbewusst gesteuert wird und was wir dagegen tun können“ nach der Existenz von latenten rassistischen Einstellungen. Da die Darstellung und Erörterung mit vielen Fallbeispielen und Selbsttests angereichert wurde, erleichtert dies die Lektüre, lässt es aber auch an Systematik fehlen.

Der Fall Jakob Augstein – Ausdrucksform des „verschleierten Antisemitismus“? Eine Studie

Der Philologe Lukas Betzler und der Politikwissenschaftler Manuel Glittenberg nehmen in ihrer Studie „Antisemitismus im deutschen Mediendiskurs. Eine Analyse des Falls Jakob Augstein“ eine diskurs- und textanalytische Untersuchung zum Thema vor. Die Autoren sehen in dem Vorfall eine Form des „verschleierten Antisemitismus“, wobei sie aber etwas einseitig in Richtung dieser Deutung formulieren und keine Kontroll-Kriterien zur Prüfung ihrer Deutung nutzen.

Analyse der AfD aus der Perspektive von Gramscis Gesellschaftsanalyse

Der Politikwissenschaftler Albert Werner legt mit seinem Buch „Was ist, was will, wie wirkt die AfD“ einen Text vor, welcher die im Titel gestellten Fragen auf Basis von Gramscis Gesellschaftsanalyse beantworten will. Zwar ist dieser Ansatz durchaus erkenntnisfördernd, gerät hier und da aber etwas mechanisch und schematisch, während die Ausführungen zu den inneren Konfliktpotentialen in der Partei mehr überzeugen.

Einwände gegen ein NPD-Verbot aus bürgerrechtlicher Sicht

Der Jurist und Publizist Horst Meier legt mit seinem Buch „Verbot der NPD – ein deutsches Staatstheater in zwei Akten. Analysen und Kritik 2001-2014“ eine Sammlung von früheren Veröffentlichungen zum Thema vor, worin er aus bürgerrechtlicher Sicht die Begründungen für ein NPD-Verbotsverfahren inhaltlich begründet und scharf formuliert kritisiert. Bei aller Pauschalisierung und Polemik formuliert der Autor eine Fülle von bedenklichen Aspekten, die in der Debatte um die Frage eines Verbotes der rechtsextremistischen Partei bislang nur geringe Aufmerksamkeit fanden, dies aber sehr wohl verdienen würden.

Die 101 wichtigsten Fragen zum „Rassismus“ – ein nicht ganz gelungener Band

Die Literaturwissenschaftlerin Susan Arndt will in ihrem Buch „Rassismus. Die 101 wichtigsten Fragen“ Antworten auf unterschiedliche Aspekte des Themas geben. Es handelt sich dabei um eine interessante Erörterung relevanter Themen, wobei die Autorin aber mit einer eher diffusen Definition arbeitet, manche Fragen unbeantwortet lässt und andere sehr einseitig und wenig begründet beantwortet.

„Jahrbuch für Islamophobieforschung 2015“ – beachtenswert, aber methodisch nicht unproblematisch

Der österreichische Politikwissenschaftler Fard Hafez gibt das „Jahrbuch für Islamophobieforschung“ heraus, welches sich als Forum für interdisziplinäre Forschungen zum Thema Islam- und Muslimenfeindlichkeit versteht. Bei aller Anerkennung für die konkreten Ergebnisse und multimethodischen Perspektiven, verkennen nicht wenige Beiträge den grundlegenden Unterschied zwischen einer aufklärerisch-menschenrechtlichen Kritik und einer fremdenfeindlich-ressentimentgeladenen Hetze.

Begriffe zu Feindschaft und Kritik gegenüber Islam und Muslimen

Bei der Anwendung von Begriffen zu Feindschaft und Kritik gegenüber Islam und Muslimen geht es bei der konkreten Auswahl und Nutzung keineswegs nur um einen „Streit um Worte“. Vielmehr stehen hinter den kursierenden Termini wie „Islamophobie“, „Islamfeindschaft“, „Islamkritik“, „Muslimenfeindlichkeit“ und „Muslimenkritik“ auch unterschiedliche Inhalte, die sich zwischen den beiden Endpolen einer aufklärerisch-menschenrechtlichen Islamkritik und einer fremdenfeindlich-hetzerischen Muslimenfeindschaft bewegen.

Probleme der multikulturellen Gesellschaft aus der Perspektive eines Bürgermeisters

Der medial gut bekannte Bezirksbürgermeister von Neukölln in Berlin, Heinz Buschkowsky, legt mit „Die andere Gesellschaft“ ein neues Buch aus persönlicher Sicht zu Problemen einer multikulturellen Gesellschaft vor. Einerseits beeindruckt es durch das Aufzeigen unterschiedlicher Problemlagen, andererseits verstört des durch die Subjektivität des Autors.