Ersatzkonzert auf Mülldeponie? Neonazi-Großevent in Nienhagen verboten

„Willkommen in der Braunzone“ – der Refrain von „Kommando Skin“, die am kommenden Sonnabend bei einem der größten Rechtsrock-Konzerte des Jahres in Nienhagen (Sachsen-Anhalt) auftreten sollen, bleibt im Ohr. „Willkommen“ sind die Neonazis in dem kleinen Dorf allerdings nicht, und ob es eine „Braunzone“ geben wird, ist derzeit fraglich. Für den angedachten Auftrittsort ist ein Verbot erlassen worden. Derzeit laufen außerdem Prüfungen, ob das vom Veranstalter angemeldete Ersatzgelände – eine ehemalige Mülldeponie – überhaupt für einen Großevent geeignet ist.

 

Löschender Neonazi-Rocker kandidiert wieder als Gemeinderat

Auf seinem Posten als Chef der Freiwilligen Feuerwehr von Postlow hat es sich Ralf Städing bequem eingerichtet. Einen Einspruch des Amtes Anklam-Land gegen die Wahl des Neonazi-Rockers hat der Gemeinderat kürzlich zurückgewiesen – trotz des sogenannten Radikalenerlasses, der eigentlich Antidemokraten als Wahlbeamte verhindern soll. Damit nicht genug: Am 25. Mai peilt Städing eine weitere Amtszeit als Gemeindevertreter des nicht einmal 350 Einwohner zählenden Dörfchens an.

Neonazi-Konzert „Live H8“ geht in die zweite Runde - organisiert von „Selbstdarsteller“ Patrick Schröder

Patrick Schröder weiß sich zu inszenieren. Der bayerische NPD-Nachwuchsfunktionär setzt auf ein Image als „netter“ Neonazi mit einem Gespür für Jugendkultur. Im Gegensatz zu manchem Gesinnungsgenossen hat er keine Berührungsängste zu den „Systemmedien“, sondern versucht diese für seine Zwecke zu instrumentalisieren. Als neuestes Betätigungsfeld hat der Betreiber einer einschlägigen Bekleidungsmarke das Rechtsrock-Business entdeckt. Am 24. Mai geht sein „Live H8“-Konzert unter dem Motto „Break the silence“ in die nächste Runde. Mit an Bord: härtester Neonazi-Rock.

Verfassungsschutz M-V nimmt sieben neue Neonazi-Gruppierungen ins Visier

Auch im zweiten Halbjahr 2013 legte die Neonazi-Szene Mecklenburg-Vorpommerns ein beachtliches Aktivitätspensum an den Tag. Mehr als 50 Vorfälle registrierte das zuständige Innenministerium, wie aus einer kleinen Anfrage der Linken-Fraktion hervorgeht, die ENDSTATION RECHTS. vorliegt. Außerdem tauchten sieben neue Gruppierungen auf, die bislang noch nicht in Erscheinung getreten waren.

„Verleumdungskampagne der Medien“: Bürgermeister von Postlow stärkt Neonazi-Feuerwehrchef den Rücken

Die Wogen in Vorpommern schlagen weiter hoch. Die Kandidatur des NPD-Mannes Kristian Belz als Bürgermeister in Pasewalk sowie die Wahl des Neonazi-Musikers Ralf Städing zum Chef der Freiwilligen Feuerwehr in Postlow sorgen für Aufregung. Gestern wurde bei einer Diskussionsrunde der Postlower Bürgermeister Norbert Mielke vor die Tür gesetzt, er hatte Berichte über die Aktivitäten seines Gemeinderatskollegen Städing als „Lüge“ bezeichnet. Derselbe Kommunalpolitiker hatte vor einigen Jahr geäußert, er könne sich durchaus vorstellen, auch einmal für die NPD zu stimmen. Eine erdrückende Aufnahme der Stimmung vor Ort.

„Ich habe da keinerlei Bedenken“ - Neonazi-Musiker soll Feuerwehr-Chef werden

„Die Presse lügt“, „Germanien“ oder „Bunt statt braun“ heißen einige Titel der aus Vorpommern stammenden Rechtsrock-Band „Wiege des Schicksals“. Der Bassist der Hasskapelle steht vor dem Sprung an die Spitze der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr, vermutlich wird das Gemeindeparlament seine Ernennung heute Abend absegnen. Kein Problem für die Dorfgemeinschaft.

Nach brutalem Neonazi-Überfall: Sänger der Rechtsrock-Band „Sonderkommando Dirlewanger“ in U-Haft

Die Meldung vom vorherigen Wochenende hatte nicht nur zivilgesellschaftliche Initiativen erschüttert. Im thüringischen Ballstädt überfiel eine Gruppe Neonazis eine Kirmesfeier und verletzte mehrere Personen, einige davon schwer. Die Ermittlungen haben mittlerweile zu ersten Erfolgen geführt. Nach Polizeiangaben sei der Großteil der Tatverdächtigen namentlich bekannt, gegen einen 38-Jährigen wurde Haftbefehl erlassen. Bei dem Festgenommenen soll es sich um den Frontmann der bekannten Rechtsrock-Band „Sonderkommando Dirlewanger“ handeln.