93. und 94. Landtagssitzung in Sachsen: NPD auf „Breaking Bad“-Trip

Wenige Monate vor der Landtagswahl versuchte sich die sächsische NPD-Fraktion als Sprachrohr der Menschen im Freistaat zu inszenieren. Zur Erhaltung der Volksgesundheit hat sich die Mannschaft um den neuen Chef Holger Szymanski den Kampf gegen die Droge „Crystal Meth“ auf die Fahnen geschrieben – und sich in Widersprüche verstrickt. Die Rolle einer „Friedenstaube“, die die NPD-Fraktion in der Krim-Krise einzunehmen versuchte, wollte ihr ebenfalls niemand abnehmen.

Vorschau auf die Landtagswoche in Sachsen: NPD fordert Obergrenze für Ausländeranteil

In der kommenden Debatte im sächsischen Landtag am Mittwoch und Donnerstag zeigt die NPD wieder ihres wahres Gesicht und verbreitet schon mit ihren Anträgen rassistische Hetzparolen. Ginge es nach den Rechtsextremen, sollen Asylbewerber künftig abseits jeglicher Wohngebiete und „besonderen Sicherheitsvorkehrungen“ untergebracht werden, die auch die Bewegungsfreiheit einschränken dürfen.

NPD-Liste zur Landtagswahl: Szymanski soll das Steuer herumreißen

Am vergangenen Wochenende stellte die sächsische NPD ihre Landesliste für die Wahl am 31. August auf. Als Spitzenkandidaten schicken die Rechtsextremisten ihren blassen Vorsitzenden Holger Szymanski ins Rennen. Der Dresdner folgt damit dem unter dubiosen Umständen zurückgetretenen Ex-Fraktionsvorsitzenden Holger Apfel. Beim Programm hingegen bleibt alles beim Alten – Nationalismus, Fremdenfeindlichkeit und Relativierung der nationalsozialistischen Terrorherrschaft inklusive.

Nun also doch: NPD-Apfel legt Landtagsmandat nieder

Nach seinem de facto Sturz als NPD-Bundesvorsitzender befindet sich Holger Apfel weiter im freien Fall. Nachdem es zunächst so aussah, als wolle Apfel auch ohne NPD-Mitgliedschaft im Dresdner Landtag bleiben, hat er nun doch sein Mandat niedergelegt. Pikant: Ihm nachfolgen wir der sächsische NPD-Landeschef Holger Szymanski, der zuvor am lautesten nach Apfels Mandatsverzicht gerufen hatte.