„Voll hinter Adolf Hitler“ – NPD-Politiker nicht zur Wahl zugelassen

Erst ist Kristian Belz für die NPD angetreten und wollte als Bürgermeister eine nicht vorhandene „Asylantenstadt“ verhindern. Doch auch wenn am Ende kaum jemand sein Kreuz bei dem Neonazi setzte, wurde wohl noch nie derart breit und ausgiebig über einen NPD-Kandidaten debattiert. Nun soll der nächste Rechtsextreme ins Rennen geschickt werden, wurde aber erneut abgelehnt – geht das Spiel von vorne los?

NPD-Basis bröckelt: Erfolglose Kandidatensuche zur Kommunalwahl über Facebook

Ende 2013 machte die vermeintliche Bürgerinitiative „Schneeberg wehrt sich“ durch rassistische Demonstrationen auf sich aufmerksam. Jetzt suchte ihr Initiator, NPD-Funktionär Stefan Hartung, über deren Facebook-Auftritt neue Kommunalpolitiker für seine Partei und drohte, die Seite abzuschalten, falls sich keine Kandidaten finden. Doch die Drohung blieb heiße Luft.

Kein Kandidat: NPD zieht sich aus Schwerin zurück

Allmählich läutet die NPD in Mecklenburg-Vorpommern, einem ihrer stärksten Bundesländer, den Kommunalwahlkampf ein. Die Kandidatenlisten für Kreistage und Gemeindevertretungen mussten bis letzte Woche eingereicht werden. Doch ausgerechnet in der Landeshauptstadt, wo Pastörs´ Männertrupp im Parlament regelmäßig gegen das „System“ agitiert, konnte die NPD keinen einzigen Kandidaten aufstellen.

„Verleumdungskampagne der Medien“: Bürgermeister von Postlow stärkt Neonazi-Feuerwehrchef den Rücken

Die Wogen in Vorpommern schlagen weiter hoch. Die Kandidatur des NPD-Mannes Kristian Belz als Bürgermeister in Pasewalk sowie die Wahl des Neonazi-Musikers Ralf Städing zum Chef der Freiwilligen Feuerwehr in Postlow sorgen für Aufregung. Gestern wurde bei einer Diskussionsrunde der Postlower Bürgermeister Norbert Mielke vor die Tür gesetzt, er hatte Berichte über die Aktivitäten seines Gemeinderatskollegen Städing als „Lüge“ bezeichnet. Derselbe Kommunalpolitiker hatte vor einigen Jahr geäußert, er könne sich durchaus vorstellen, auch einmal für die NPD zu stimmen. Eine erdrückende Aufnahme der Stimmung vor Ort.

Frontenwechsel: NPD-Gemeindevertreter nun auf CDU-Liste

Bei den kommenden Kommunalwahlen wird in Großrückerswalde (Erzgebirgskreis) ein NPD-Gemeinderat auf der Wahlliste der CDU kandieren. Ohnehin habe er sich nicht mit den Zielen dieser Partei identifizieren können, verteidigt Sandrino Zießler seinen Frontenwechsel. Für eine glaubhafte Distanzierung müssen den Worten Taten folgen. Jüngere Äußerungen des KFZ-Mechanikers allerdings schüren Zweifel.