„Besser zu spät als nie“ – „Freies Netz Süd“ wird verboten

Der Freistaat hat mit sofortiger Wirkung das neonazistische Kameradschaftsnetzwerk Freies Netz Süd verboten. Treffen dürfte die bayerischen Neonazis vor allem der Verlust ihrer Immobilie in Oberprex , die sie ebenso verlieren wie den »Final Resistance Versand«. Wer sich dagegen von den Kadern noch strafrechtlich verantworten muss, ist fraglich. Für die inzwischen aufgebaute Ersatzorganisation der Ersatzorganisation erklärte sich der Freistaat nicht zuständig.

Verfassungsschutzbericht Thüringen: Immer einen Schritt zu spät

Vor dem Hintergrund nicht unerheblicher Zuwächse für die NPD bei den Thüringer Kommunalwahlen stellte Innenminister Jörg Geibert (CDU) gestern in Erfurt den Verfassungsschutzbericht für das zurückliegende Jahr vor. Besonders die NPD zeigte sich umtriebig – trotz rückläufiger Anhängerzahlen. Sorge bereit den Behörden ferner ein erheblicher Anstieg der rechtsextremistischen Gewalttaten, die sich mehr als verdoppelten.

Pleite für NPD-„Aushilfsvorsitzenden“ Pastörs: Kreisverband Hamburg kippt „Steiner“-Wulff-Entmachtung

„Pack schlägt sich, Pack verträgt sich“ – Dieses Motto scheint zumindest in der rechtsextremen NPD momentan nicht zu gelten. Nach diversen „Abgängen“ an politischem Personal spitzte sich zuletzt der Streit zwischen dem radikalen Kameradschaftler Thomas „Steiner“ Wulff und dem NPD-Bundesvorstand zu. Ein Beschluss zur Amtsenthebung des Parteivorstandes wurde durch ein Schiedsgericht der NPD in Hamburg zunichte gemacht. Wulff jubelt. Eine politische Niederlage für NPD-„Bundesführer“ Pastörs.

„`Deutschland den Deutschen - Ausländer raus!´ – Das ist noch heute die Quintessenz nationaler Politik“

In der Neonazi-Szene Thüringens war er jahrelang aktiv: als Kameradschafts-Kader, Mitglied einer Rechtsrock-Band und später bei den Autonomen Nationalisten. Nach ersten Zweifeln machte Christian Ernst Weißgerber seinen Ausstieg später öffentlich und berichtet derzeit anhand einer YouTube-Serie aus dem Innenleben der rechtsextremen Szene. Wir haben uns mit dem ehemaligen Neonazi über seine Vergangenheit und aktuelle Themen wie die Montagsdemos unterhalten.

Teurer Blackout

Vielerorts traf die NPD während des Wahlkampfs im Sommer des vergangenen Jahres auf Protest. In Greifswald griff einer ihrer Anhänger einen Gegendemonstranten an und fügte ihm mit einem Fußtritt in den vollen Lauf erhebliche Verletzungen zu. Nachdem der Angreifer zum ersten Prozesstermin im Dezember kurzfristig krank ausfiel, kam es gestern vor dem Amtsgericht Greifswald zur Verhandlung. Der 31-Jährige Marcus Gutsche wurde darin zur Zahlung von 80 Tagessätzen à 20€ verurteilt. Außerdem hat er die Kosten des Verfahrens und die Auslagen der Nebenklage zu tragen.