Dortmunder Neonazis stören Fußballspiel mit antisemitischer Provokation

Der im Gaza-Streifen ausgetragene Krieg zwischen der terroristischen Hamas und der israelischen Armee führte in verschiedenen europäischen Ländern zu antisemitischen Ausschreitungen. So stürmten während einer in Österreich ausgetragenen Fußballpartie zwischen Maccabi Haifa und dem französischen Klub OSC Lille augenscheinlich arabischstämmige Gewalttäter mit einer palästinensischen Fahne auf das Spielfeld und griffen die israelischen Sportler an. In Deutschland hingegen nutzten Dortmunder Neonazis ein an sich wenig bedeutendes Jugendspiel für ihre Agitation.

Gaza-Konflikt bringt die extreme Rechte in Erklärungsnot

In diesen Tagen schaut die ganze Welt mit angehaltenem Atem auf den Nahen Osten. Blutige Auseinandersetzungen fordern Opfer auf beiden Seiten. Längst ist der Konflikt hierzulande angekommen und findet seinen Niederschlag in zahlreichen Demonstrationen. Für die Neonazi-Szene eine willkommene Gelegenheit, um ihrem antisemitischen Weltbild freien Lauf zu lassen. Über das „Wie“ allerdings gibt es Unstimmigkeiten.

„SS-Siggi“ tritt ab – Die Rechte-Spitzenkader Giemsch rückt in Dortmunder Stadtrat nach

Die Dortmunder Spatzen hatten es schon lange von den Dächern gezwitschert, nun ist es es eingetroffen. Der erst am 25. Mai in den Rat der gut 570.000 Einwohner zählenden Stadt gewählte bekannte Neonazi Siegfried Borchardt legt „aus gesundheitlichen Gründen“ zum Monatsende sein Mandat nieder. Nachrücken wird mit Dennis Giemsch ein brauner Hardliner mit bestem Szenenetzwerk.

Angriffsziel: Journalisten

Die Neonazi-Szene bleibt gewaltbereit. Mittlerweile ordnet der Verfassungsschutz jeden zweiten Rechtsextremisten als einen bekannten oder potentiellen Gewalttäter ein. Die erhöhte Militanz schlägt sich nicht nur in den meisten rassistischen Gewalttaten seit 2006 nieder, sondern zeigt sich in einer vermehrt ins Visier geratenen Opfergruppe: den Journalisten. Erklärungen für diese Tendenz liefern die Schlapphüte indes nicht.

Neonazi-Partei Die Rechte setzt in Dortmund weiterhin auf Einschüchterung des politischen Gegners

Gestern fanden in Dortmund die ersten Ratssitzungen nach der Kommunalwahl statt. Noch am Wahlabend hatte ein brauner Mob versucht, in das Rathaus der Ruhrpott-Stadt einzudringen. Danach hatte die Stadtverwaltung Hausverbote für gut zwei Dutzend Anhänger der Partei Die Rechte ausgesprochen. Die wiederum ruft ihre Sympathisanten auf einem parteinahen Internetportal dazu auf, bei den Treffen der Volksvertreter „vorbeizuschauen“.

1. Mai: Neonazis dürfen in Dortmund marschieren

Der Jubel innerhalb der bedeutungslosen Splitterpartei Die Rechte ist groß: Gestern hob das Oberverwaltungsgericht Münster das vom Dortmunder Polizeipräsidenten verhängte Verbot des 1. Mai-Aufmarsches in der Ruhrpott-Stadt endgültig auf – eine Revision wurde nicht zugelassen. Schnell hatten die Organisatoren eine zusätzliche Rednerin bei der Hand: Maria Fank. Zeit hat die Berliner NPD-Aktivistin, hat doch der dortige Verband gestern seine Demonstrations-Anmeldung für den „Arbeiterkampftag“ zurückgezogen.