Zwei Jahre Haft für Volksverhetzerin

Verden – Die Rechtsextremistin Ursula Haverbeck-Wetzel (Jg. 1928) ist vom Landgericht Verden zu einer zweijährigen Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt worden.

 

Dienstag, 29. August 2017
Redaktion

Wegen Volksverhetzung in acht Fällen sprach das Gericht die notorische Holocaust-Leugnerin schuldig. In der Neonazi-Zeitschrift „Stimme des Reiches“ hatte die Frau aus dem westfälischen Vlotho mehrfach den systematischen Massenmord an sechs Millionen Juden bestritten. Im Speziellen leugnete Haverbeck-Wetzel, dass es sich beim Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau um ein Vernichtungslager handelte. Es habe keine Gaskammern gegeben, schrieb Haverbeck-Wetzel. Die Hitler-Verehrerin kann gegen das Urteil noch Revision einlegen.

In Detmold steht demnächst eine weitere Berufungsverhandlung gegen die Antisemitin an. Auch gegen zwei Urteile des Amtsgerichts Detmold und sowie ein weiteres des Amtsgerichts Bad Oeynhausen (Kreis Minden-Lübbecke) hatte Haverbeck-Wetzel Rechtsmittel eingelegt. In Süd- und Ostdeutschland werden zudem weitere Prozesse vorbereitet.

„Lesertreffen“ von „Stimme des Reichs“ am Wochenende

Derweil erschien vor einigen Tagen das von dem Verdener Neonazi Rigolf Hennig herausgegebene Blatt „Stimme des Reiches“ in einer neuen Ausgabe. Haverbeck-Wetzel behauptet darin: „All diese Verfahren wegen ‚Volksverhetzung‘ haben nur eins immer deutlicher gemacht: Der Holocaust wird immer fragwürdiger.“ Die „Stuttgart 21“-Gegenerin Rosemarie Klotz-Burr betont in einem Text, dass das Deutsche Reich aus ihrer Sicht weiterbestehe. „Nicht einmal 25 Jahre nach dem Zusammenschluss von West -und Mitteldeutschland haben wir eine Verfassung.“

Am kommenden Wochenende steht ein „Lesertreffen“ der „Stimme des Reiches“ an. Als Referenten sind neben Hennig und Haverbeck-Wetzel auch der Volksverhetzer Arnold Höfs und der kroatische Rechtsextremist Tomislav Sunić angekündigt. Auf dem Programm des dreitägigen Treffens stehen auch Vorträge des emeritierten Kieler Professors Walter Rix, der in revisionistischen Kreisen aktiv ist, des ehemaligen Chefs der NPD Oberbayern, Roland Wuttke, und des Holocaust-Leugners Henry Hafenmayer aus Oberhausen. (jf)

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