von Marc Brandstetter
   

Zu Gast bei Freunden: Deutsche Neonazis sammeln für inhaftierte Gesinnungsgenossen - in Schweden

In wenigen Wochen soll NPD-Vize Udo Pastörs wahrscheinlich auf einer Veranstaltung der rechtsextremistischen „Partei der Schweden“ sprechen. Auch die Neonazi-Gruppierung „Gefangenenhilfe“ wird vor Ort sein. Deren Aktivisten kündigten auch gleich ein Solidaritätskonzert für einen „guten Freund“ an: mutmaßlich für den NSU-Helfer Ralf Wohlleben.

Laut einem kurzen Internetstatement der neonazistischen „Gefangenenhilfe“ wird der Schweriner NPD-Fraktionschef Udo Pastörs auf der kommenden Konferenz der rechtsextremistischen „Svenskarnas parti“ (Partei der Schweden) am 23. März sprechen. Auch die „Gefangenenhilfe“, die offensichtlich die Nachfolge der verbotenen „Hilfsgemeinschaft für nationale politische Gefangene“ (HNG) angetreten hat, werde nach eigener Aussage vor Ort sein.

Ferner werde nach der Veranstaltung ein „Soli-Konzert für einen guten Freund“ stattfinden. In der Vergangenheit hatte die Organisation bereits von entsprechenden Musikevents profitiert. Nach einem Auftritt der umstrittenen Band „Kategorie C“ hatte ein Konzertveranstalter, ein „guter niederländischer Freund“, einen „größeren Betrag“ an die braune Gruppierung gespendet. Damals wurde berichtet, dass „ca. 600 Fans der Band, die zu großen Teilen aus dem deutschsprachigen Raum anreisten, ohne Störung der Polizei oder anderer Störer ihre Hymnen feierten“.

Der überwiegende Teil der Spende werde in Briefmarken investiert und „an die Anwälte der Freunden vom AB "Mittelrhein" für ihren Rechtskampf“ gespendet, hieß es weiter. Derzeit verhandelt das Landgericht Koblenz gegen 26 Mitglieder des „AB Mittelrhein“ den Tatvorwurf der Bildung bzw. Unterstützung einer kriminellen Vereinigung. Unter ihnen ist mit Sven Skoda auch der mögliche Spitzenkandidat „Der Rechten“ für die Europawahlen 2014.

Zu den prominentesten „Schützlingen“ der „Gefangenenhilfe“ gehört wahrscheinlich Ralf Wohlleben. Der ehemalige NPD-Kader steht im Verdacht, den drei mutmaßlichen NSU-Terroristen diejenige Waffe nebst Munition besorgt zu haben, mit der neun Menschen ermordet wurden. Nicht auszuschließen, dass die Sammelaktion in Schweden ihm gilt – geht doch der Prozess gegen den Mitverschwörer von Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe bereits in wenigen Monaten in München über die Bühne.    

Damit liefert die NPD frei Haus einen weiteren Beleg für ihre Verbindungen ins gewalttätige Milieu. Denn auch die Gastgeber sind keine unbeschriebenen Blätter. Sie gelten als eine der Nachfolgeorganisationen der 2008 aufgelösten „Nationalsocialistisk front“ (Nationalsozialistische Front, NSF), aus deren Reihen heraus zahlreiche Gewalttaten begangen wurden. So verurteilte ein schwedisches Gericht 1999 zwei Parteimitglieder wegen eines Polizistenmordes.

Foto: Thomas Witzgall

Kommentare(7)

Björn Mittwoch, 27.Februar 2013, 18:37 Uhr:
"Damit liefert die NPD frei Haus einen weiteren Beleg für ihre Verbindungen ins gewalttätige Milieu."

Weil ihr wilde Spekulationen anstellt, wer mit diesem Geld unterstützt werden könnte, ist das ein Beleg gegen die NPD? Na gut. Wenn man sich so die anderen gesammelten "Belege" anschaut passt das gut in die Sammlung. Die Frage ist ob sich Bundesverfassungsrichter für solcherlei politisch motivierte Spekulationen interessieren.

Oder etwa ob ein NPD-Mitglied eine Rede bei einer leglen Partei hält, bei der es möglicherweise eine Vorgängerorganisation gegeben haben könnte, wo welche vor 15 Jahren einen Mord begangen haben sollen.

Ich find es ehrlich gesagt sehr erheiternd, wie wichtig ihr eure konstruierten Spekulationen nehmt.
 
bc Donnerstag, 28.Februar 2013, 09:31 Uhr:
@bjoern
sie amuesieren sich doch sowieso staendig auf kosten von opfern rechter gewalt. die NSU-taten sind hier nur die spitze vom eisberg. rechte gewalt reduzierten sie schon vor jahren auf drei bahnhofskins. nach wie vor streiten sie die taten der rechten terrororganisation ab. ich halte sie ja fuer so doof nicht, wie sie hier staendig tun. da bleibt dann ja nur noch der spass am provozieren. verantwortungsbewusstsein und selbstreflexion sind ja auch viel zu anstrengend.
 
Amtsträger Donnerstag, 28.Februar 2013, 09:43 Uhr:
Wer mit dem Geld unterstützt wird ist tatsächlich nur Spekulation und deshalb uninteressant.

Spricht ein NPD-Mitglied aber bei einer Nachfolgeorganisation, die selbst aggressiv kämpferisch gegen eine demokratische udn rechtsstaatliche Verfassung handelt, ist das sehr wohl ein Indiez.
 
sergej Freitag, 01.März 2013, 00:33 Uhr:
Nazis sind nicht Rechts sondern Links und Rassistisch-sie hassen die Rechten für ihren "Jüdischen Kapitalismus".
 
Chewie Freitag, 01.März 2013, 08:17 Uhr:
@ sergej:

Dümmer geht´s nümmer.
 
bc Freitag, 01.März 2013, 09:28 Uhr:
herrjej sergej.
 
JayBee Freitag, 01.März 2013, 11:15 Uhr:
@ sergej

Hääääähhhhh? Die Rechten betreiben "Jüdischen Kapitalismus" und die Linken hassen sie dafür und sind deshalb rassistisch?
 

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