von Oliver Cruzcampo
   

Zentrale der Identitären: Aktivisten mit Schutzschild und Baseballschläger unterwegs

Erst letzte Woche kam es zu einer Razzia in dem Gebäude der Identitären Bewegung in Halle, letzte Nacht gab es bereits den nächsten Vorfall. Zwei Personen sollen mit Schutzschild und Baseballschlägern bewaffnet das Haus verlassen haben, Zivilpolizisten wurden mit Pfefferspray attackiert.

Polizisten sichern eine Demonstration der Identitären in Berlin ab; Symbolfoto

In der Adam-Kuckhoff Straße 16 befindet sich das Gebäude, das von der Identitären Bewegung vor allem als Schulungs- und Veranstaltungszentrum genutzt wird, aber auch als Wohnort für einige Mitglieder der Gruppierung dient. Letzte Nacht soll es Polizeiangaben zufolge dort zu Pöbeleien und gegenseitigen Flaschenwürfen gekommen sein.

Anschließend hätten zwei Männer im Alter von 27 und 29 Jahren das Gebäude verlassen, jedoch nicht, ohne sich vorher zu bewaffnen und eine Schutzkleidung anzuziehen. Sie wären maskiert aufgetreten, hätten Schutzschild und Schutzhelm getragen, sowie Baseballschläger mit sich geführt. Damit ausgerüstet hätten sie sich Richtung Campusgelände bewegt.

Polizeibeamte mit Pfefferspray angegriffen

Weit kamen die beiden Männer jedoch nicht. Zwei zivile Polizeibeamte wollten sie stellen, wurden jedoch selbst Opfer eines Angriffs. Ein Beamter sei mit Pfefferspray attackiert worden und musste sich im Anschluss ambulant behandeln lassen. Die Identitären selbst verteilen immer wieder Pfefferspray an Passanten, um sich gegen vermeintlich kriminelle Ausländer zu wehren.

Nach dem Angriff der beiden Personen auf die Beamten wurden nun Ermittlungen wegen Landfriedensbruchs und gefährlicher Körperverletzung aufgenommen.

Zudem stand heute Vormittag ein Kader der Identitären Bewegung vor Gericht. Vor dem Amtsgericht Halle musste sich Andreas K. verantworten – ihm wurde Körperverletzung und Nötigung vorgeworfen, das Verfahren wurde jedoch gegen eine Zahlung von 500 Euro an Caritas eingestellt. An dem Prozess nahmen auch mehrere Mitglieder der Identitären, sowie politische Gegner der rechtsextremen Gruppe teil.

Hausdurchsuchung nach Bedrohungssituation

Anfang letzter Woche kam es in dem Objekt in der Adam-Kuckhoff Straße, in dem auch Ein Prozent und der AfD-Landtagsabgeordnete Hans-Thomas Tillschneider Räumlichkeiten nutzen, zu einer Hausdurchsuchung, von der offenbar primär eine Aktivistin betroffen war. Hintergrund ist eine Bedrohung zweier Studierender im Sommer durch IB-Aktivisten.

Gleich mehrfach kam es in den letzten Wochen zu Angriffen auf die Hallenser IB-Zentrale, auf Demonstrationen wurde die Schließung des Gebäudes gefordert. Auch eine Anwohner-Initiative distanziert sich deutlich von den rechtsextremen Nachbarn.

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