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Zeitung: Von AfD bezahlte Umfrage sieht AfD mit neuem Höchstwert

In Mecklenburg-Vorpommern ging die AfD mit einer „Sensationsnachricht“ an die Öffentlichkeit. Eine Umfrage sage der selbsternannten Alternative für die Landtagswahl im September ein Potential von 16 Prozent voraus. Der Auftraggeber – laut Medienberichten die AfD selbst – und das Institut werfen allerdings Fragen auf.

AfD-Sprecher Leif-Erik Holm freut sich über gute Zahlen für seine Partei (Foto: ENDSTATION RECHTS., Archiv)

„Die Umfrage gibt ordentlich Rückenwind für den Wahlkampf. Deshalb werden wir aber nicht abheben, sondern beharrlich und bodenständig an einem Politikwechsel weiterarbeiten“, sagte der Landessprecher Leif-Erik Holm der AfD Mecklenburg-Vorpommern am Dienstagnachmittag. Mecklenburg-Vorpommern habe endlich wieder „eine bürgerliche Volkspartei“. Wie kam der Mitarbeiter der ultrarechten Europaabgeordneten Beatrix von Storch, die jüngst mit ihrer Äußerung über den möglichen Schusswaffengebrauch gegen Flüchtlinge an der Grenze für Entrüstung gesorgt hatte, zu dieser Einschätzung?

Nun, eine Erhebung des „Instituts für neue soziale Antworten - Consulere“ (Insa) prognostizierte der selbsternannten Alternative einen Stimmenanteil von 16 Prozent, wenn heute ein neuer Landtag gewählt würde. Damit läge die Nordost-AfD deutlich über den Wahlergebnissen ihrer Schwesterverbände Sachsen, Thüringen und Brandenburg, die im Sommer 2014 mit Ergebnissen zwischen knapp zehn und zwölf Prozent in die dortigen Landesparlamente eingezogen waren. Die regierende SPD käme nach den Insa-Zahlen auf 22 Prozent, stärkste Partei wäre die CDU mit 29 Prozent. Die größte Oppositionspartei Die Linke könne mit einer Zustimmung von 19 Prozent rechnen, während die Grünen mit fünf Prozent um einen erneuten Sprung über die Sperrklausel bangen müssten. Nicht mehr im Landtag vertreten wäre die rechtsextremistische NPD, die im Moment noch fünf Sitze hält.

Im Auftrag der AfD

Insa, ein vergleichsweise junges Institut, fällt immer wieder mit überdurchschnittlich guten AfD-Werten auf. In ihrem aktuellen, am 15. Februar veröffentlichten, „Meinungstrend“ errechneten die Meinungsforscher für die Bundes-AfD ein Potential von 12,5 Prozent, während Forsa die Rechtspopulisten heute bereits nicht mehr zweistellig, sondern „nur“ noch bei neun Prozent ansiedelt. Ende letzten Jahres handelte Insa die AfD mit 10,5 Prozent in ihrer Umfrage erstmals als bundesweit drittstärkste Partei – zum damaligen Zeitpunkt ein Paukenschlag. Damit rückte Insa ins Rampenlicht.

Insa-Chef Hermann Blinkert, mittlerweile parteilos und bis 2009 Staatssekretär unter dem thüringischen Ministerpräsidenten Dieter Althaus (CDU), pflege laut taz „Geschäftsbeziehungen zur AfD“. Zunächst habe er dem damaligen Sprecher der Alternative für Deutschland, Bernd Lucke, eine „Email mit Vorschlägen zur Mitgliederwerbung geschrieben“, später dann „Umfragen erstellt“ oder „Wahlkreisforschung“ betrieben, schreibt die Tageszeitung weiter. Außerdem habe eine Firma, bei der Blinkert Mitgesellschafter sei, der thüringischen AfD-Landtagsfraktion bei verschiedenen Angelegenheiten unter die Arme gegriffen, recherchierte Spiegel Online. Dabei sei es u. a., so das Nachrichtenmagazin, um die „Erstellung eines Arbeitsprogramms“, um „Pressemitteilungen“ oder um die „Hilfestellung bei Redeentwürfen“ gegangen. Oskar Helmrich sprach gegenüber der taz sogar von „mehreren strategischen Treffen der Partei in seinen [Blinkerts, die Red.] Räumen“. Blinkert sei als „Berater und Redenschreiber tätig“ gewesen, so der früherer AfD- und mittlerweile fraktionslose Abgeordnete im thüringischen Landtag zur taz.

Zahlen für gute Zahlen

Bemerkenswert ist darüber hinaus, dass die AfD laut "Schweriner Volkszeitung" selbst als Auftraggeber der Insa-Umfrage in Erscheinung getreten sei. Die Partei habe die für sie günstigen Zahlen sogar bezahlt, schreibt das Blatt weiter. Dabei könnte der vorgebliche „Höhenflug“ gefährlich sein – etwa dann, wenn potentielle Wähler am Wahltag zu Hause bleiben, weil sie die Partei ohnehin bei einem guten Ergebnis sehen. Eine Erfahrung, die auch andere Parteien bereits gemacht haben.

Kommentare(13)

Rostockä Donnerstag, 18.Februar 2016, 13:34 Uhr:
Ich kann ja verstehen, dass Endstation Rechts als SPD-nahes Netzprojekt diese Umfrage schlecht zu reden versucht. Wenn man die schlechten Werte der Sozialdemokraten in dieser Erhebung betrachtet. Dennoch scheint mir diese repräsentative Umfrage deutlich näher am tatsächlichen Stimmungbild in MV zu sein als die dubiose Umfrage der Rostocker Marktforschungsgesellschaft, die vor kurzem für die AfD in MV lediglich 5,5 Prozent vorhersagte.

Das bestätigte auch der Politologe Everhard Hartmann, der vor kurzem in der MZ bezüglich der von Infratest Dimap für die AfD in Sachsen-Anhalt prognostizierten 17% von einer ostdeutschenlandweiten Zustimmung für die AfD von durchschnittlich 16% sprach.

Endstation Rechts kann sich also auf eine starke AfD-Fraktion im Landtag von Mecklenburg freuen. Vielleicht sogar zusätzlich mit einer NPD-Fraktion, die laut dieser Erhebung ohne jeglichen Wahlkampf schon auf 4% käme.
Harte Zeiten für Anti-Rechts-Kämpfer.
 
Drittstaatenregelung Donnerstag, 18.Februar 2016, 16:07 Uhr:
Ich finde es auch nicht gut, dass sich die AfD hier SPD-Methoden zu eigen macht. Allerdings lassen alle größeren Parteien regelmäßig Umfragen machen, um Wahlkämpfe besser steuern zu können. Nur geht man damit dann nicht an die Öffentlichkeit.

Die SPD hat die SVZ und viele andere Medien aufgekauft hat (ca. 3Mrd Euro in Medienhäusern investiert) und plaziert dort immer "objektive" Berichte zum Nutzen der SPD, die hier dann als "Beweise" für die abstrusesten Thesen ausgegeben werden.

Verschlimmert wird das noch, durch Politologen und Soziologen die in SPD geführten Ländern über SPD Stipendien aufgebaut wurden, dann regelmäßig "wissenschaftliche Studien" veröffentlichen, die den politischen Gegner diskreditieren sollen, und bei der SPD Presse regelmäßige Interviews geben, die andere Parteien als Rechtsradikal erklären.

Die SPD bezahlte Platform Endstation Rechts ist da ja nur eines von vielen weiteren Projekten, um politischen Wettbewerb durch Schmuddelkampagnen zu verhindern.

Dass die SPD trotz Dauerpropaganda und endloser finanzieller Mittel nur noch knapp vor der AfD liegt, zeigt, dass Hoffnung für Deutschland besteht und man sich politische Macht nicht dauerhaft kaufen kann.
 
Don Geraldo Donnerstag, 18.Februar 2016, 16:55 Uhr:
Rostockä hat es schon geschrieben, eine SPD-Seite versucht natürlich die Umfrage schlechtzureden und das Institut zu diskreditieren.

Die Infratest Dimap-Umfrage für Sachsen-Anhalt wurde allerdings vom MDR bezahlt. Wird der mittlerweile auch schon von der AfD kontrolliert ?
 
Roichi Donnerstag, 18.Februar 2016, 18:45 Uhr:
Muahaha
Keiner der Kamerraden schafft es den Artikel sachlich anzugehen. Aber es geht ja gegen die Kamerraden, also muss es ja....Verschwörung.....Korruption....System....Lügenpresse.....Mimimimimiiiii...
Wo halt keine Argumente sind, sind die Kamerraden zu hause.

@ Rostockä/Björn

Dein gefühltes Stimmungsbild, soll also repräsentativ sein?
Kein Wunder, dass sich die paar Brüllbürger immer als "das Volk" verkaufen. Mehr als gestörtes Stimmungsbild kommt da nicht an.

Auf welche Umfragen beziehst du dich überhaupt?
So eine Quellenangabe hilft gelegentlich.

Abgesehen davon bist du offensichtlich nicht in der Lage, die systematische Kritik des Artikels an der Umfrage zu akzeptieren, oder sie zu entkräften.

Erstaunlich, wie unentspannt die Kamerraden auf einmal werden, wenn es nicht nach gusto geht.


@ Drittstaatendings

Mehr als diese uralte ausgelutschten Verschwörungstheorien kannst du nicht auffahren?
Wenn du schon eine Einflussnahme behauptest, darfst du sie auch belegen. Und komm mir nicht mit Unternehmensbeteiligungen einer Partei über eine Holding-Gesellschaft.
Das belegt keinen Einfluss auf das Tagesgeschäft, oder die Berichterstattung.

Auch du bist nicht in der Lage den Artikel sachlich anzugreifen. Außer Pöbelei, Verschwörung und Mimimi war dein Kommentar nichts.


@ Don

Siehe die Antwort an den Björn/Rostockä.
 
Dresdner Donnerstag, 18.Februar 2016, 23:36 Uhr:
Spannend, dass die rechten Kommentatoren sich nur auf den ersten Teil des Artikels beziehen. Zu Blinkert und seinem Institut will sich keiner von denen äußern. Obwohl, vielleicht haben die ja den Artikel nicht bis zum Schluss gelesen - ist ja viel Text. Hier ist noch mehr:

www.zeit.de/2015/48/alternative-fuer-deutschland-wahlprognosen-erfurter-insa-institut

Nach der Insa-Umfrage (Bund) sind folgende Koalitionen möglich:
- Schwarz-Rot 55%
- Rot-Rot-Grün 43%
- Schwarz-Gelb (ohne AfD) 39,5%

In M-V hätte R-R-G sogar 46%. Viel kann die AfD für ihre Zahlen jedenfalls nicht bezahlt haben.
 
Andreas Freitag, 19.Februar 2016, 00:33 Uhr:
Nun, die letzte landesweite Umfrage hat auch die SPD bezahlt, äh Ostseezeitung.
Von deren Qualität ganz zu schweigen (750 Befragte, unwirkliche Ergebnisse), da glaubte nicht einmal Sellering dran. Aber die Genossen schmeißen eben gern mit dem Geld anderer Leute herum, die nächste Preiserhöhung der OZ kommt bestimmt.
Die Buratino-OZ schrieb von einem Meinungsforschungsservice, dabei heißt die Firma Marktforschungsservice.
Unterm Strich ist INSA dem Trend immer ein wenig voraus. Und es gibt Leute, die haben bei solchen Umfragen noch Angst, AfD zu nennen.
 
Rostockä Freitag, 19.Februar 2016, 09:35 Uhr:
Hallo Roichi,

Ich spreche von folgender Umfrage. Den Rest deiner üblichen Copy and Paste Pöbeleien lass ich unkommentiert.

http://mobil.mz-web.de/mitteldeutschland/umfrage-zur-landtagswahl-in-sachsen-anhalt-afd-bei-17-prozent---mehrheit-fuer-schwarz-rote-koalition-,23886144,33805368.html

Und hier die Einschätzung der Politologen:

"Während für Holtmann das Abschneiden der AfD keine Überraschung ist - ähnlich hohe Werte hatte der jüngste ARD-Deutschlandtrend für ganz Ostdeutschland (16 Prozent) ergeben - nennt Stöcker das Ergebnis „erschreckend“..."

http://mobil.mz-web.de/mitteldeutschland/umfrage-zur-landtagswahl-am-13--maerz-in-sachsen-anhalt-politologen-sehen-keine-wechselstimmung,23886144,33807740.html

@Dresdner

Es hat ja auch niemand behauptet, dass der Chef von Insa ein AfD Feind wäre.
Aber solange Forsa unter seinem Chef Güllner, trotz SPD Mitgliedschaft ein seriöses Institut sein soll, dann ist es Insa schon lange.

Bei Forsa wundern die immer etwas niedrigeren Werte für die AfD auch nicht, wenn der Chef sagt, AfD Wähler seien keine "normalen Menschen".

INSA hatte zwar meist tatsächlich höhere Werte für die AfD als die anderen wie GMS oder Emnid, allerdings haben diese dann regelmäßig nachgezogen.

Die AfD kleinreden funktioniert also nicht mehr.
 
Roichi Freitag, 19.Februar 2016, 10:04 Uhr:
@ Andreas

Du darfst auch gerne die vorigen Kommentare lesen und musst nicht einfach das wiederholen, was die Kamerraden schon dreimal behauptet haben. dadurch wird es nicht besser.
 
Roichi Freitag, 19.Februar 2016, 11:41 Uhr:
@ Rostockä/Björn

Ich betreibe kein Copy/Paste in meinen Aussagen, sondern schreibe alles per Hand. Nur für dich.
Bis auf gekennzeichnete Zitate natürlich.

Schön, dass du die Quelle angibst. Wenn auch erst auf Nachfrage.

Zum wesentlichen Punkt, deiner nicht vorhandenen Auseinandersetzung mit dem Artikel und der stattdessen erfolgten Pöbelei, kommt dann nichts. War auch nicht zu erwarten.
Stattdessen legst du nach, mit weiteren Versuchen, abzulenken. Kommst aber inhaltlich nicht weiter, als vorher.
 
Björn2 Freitag, 19.Februar 2016, 15:59 Uhr:
Demokraten; Sie lesen in Meinungsumfragen, als seien es heilige Schriften. Zu unser aller Glück ist die Zeit verbrecherischer Demokraten in absehbarer Zeit vorbei. Dann endet es, das Jahrhundert der Barbarei. Die Götterdämmerung, man kann sie schon sehen am Horizont. Danken wir Gott das wir diese Zeiten noch erleben dürfen.
 
Rüganer Freitag, 19.Februar 2016, 16:35 Uhr:
Die Genossen sind besonders in Mecklenburg auf dem Rückzug.
Der Herbst wird Erleuchtung bringen.
 
Eckhard Neuhoff Samstag, 20.Februar 2016, 09:58 Uhr:
Wie war das gleich noch? Ich glaube der große Churchill hat mal sinngemäß gesagt: "Ich glaube an keine Statsitik, die ich nicht selber gefälscht habe." In diesem Sinne...
 
Roichi Samstag, 20.Februar 2016, 13:17 Uhr:
@ Björntroll

Nimm weniger von dem Zeug.
Und nimm den Möchtegernrüganer mit.
 

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