Worch-Partei zur Bundestagswahl

Berlin/Dortmund – Bei der Bundestagswahl am 22. September bekommt es gerade einer der schwächsten Landesverbände der NPD mit der neuen Konkurrenz von „Die Rechte“ zu tun.

Dienstag, 16. Juli 2013
Redaktion

Nach eigenen Angaben hat „Die Rechte“ (DR) in Nordrhein-Westfalen insgesamt 2157 Unterstützungsunterschriften gesammelt. Benötigt wurden dort 2000. NRW ist das einzige Bundesland, in dem die von dem Neonazi Christian Worch geführte Partei eine Landesliste aufgestellt hat. Besonders aktiv war bei der Suche nach Unterstützern der Dortmunder DR-Kreisverband, der aus der verbotenen Neonazi-Organisation „Nationaler Widerstand Dortmund“ (NWDO) hervorgegangen ist. Allein in der Ruhrgebietsstadt will die Partei mehr als 1200 Unterschriften gesammelt haben.

Mit ihrem Wahlantritt in NRW will „Die Rechte“ unterstreichen, dass es sich bei ihr tatsächlich um eine politische Partei handelt und nicht bloß um eine Ersatzorganisation verbotener Kameradschaften. Außerdem hofft sie auf eine Steigerung ihres Bekanntheitsgrades – wohl auch mit Blick auf einen weiteren Ausbau der eigenen Strukturen. Die derzeit nur rund 360 Mitglieder zählende Partei plant nach Angaben von Bundesvorstandsmitglied Sascha Krolzig die Gründung weiterer Landesverbände in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein.

Anders als „Die Rechte“ hatte die NPD dank ihrer Landtagsmandate in Dresden und Schwerin keine Unterschriften sammeln müssen. Vorbehaltlich der Zustimmung durch die Landeswahlausschüsse, die bis Freitag der nächsten Woche getagt haben müssen, wird die Partei in allen 16 Bundesländern auf den Stimmzetteln stehen. Ziel der NPD dürfte es sein, den Abwärtstrend, der sich in den Landtagswahlen der letzten Monate und Jahre zeigte, zumindest abzubremsen. Bei deutlichen Verlusten – 2009 kam die NPD auf 1,5 Prozent – würde sich die Kritik an Parteichef Holger Apfel noch einmal verschärfen. (ts)

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