Worch-Partei in Niedersachsen: Neue Heimat für Ex-NPDler

Munster – Christian Worchs Partei „Die Rechte“ hat am vorigen Wochenende in Niedersachsen einen vierten Landesverband gegründet.

Freitag, 01. März 2013
Redaktion

Bei der Gründungsveranstaltung in Munster wurde nach Angaben der Partei Robert Klug als Landesvorsitzender gewählt. Nähere Angaben zu seiner Person macht „Die Rechte“ (DR) nicht. Mutmaßlich handelt es sich bei ihm um den früheren Kreisvorsitzenden der NPD in Bonn und Halle an der Saale. Robert Klug (Jahrgang 1972) gehörte 2008 gemeinsam mit Neonazis wie Christian Malcoci, Siegfried Borchardt, Norman Bordin, Sven Skoda und Dieter Riefling zu den Unterzeichnern eine Erklärung, mit der die NPD massiv kritisiert wurde, nachdem sich deren Präsidium von einem allzu neonazistischen Auftreten distanziert hatte.

Als Klugs Stellvertreter im Landesvorsitz und Schatzmeister fungiert der Ex-NPD-Funktionär Stefan Klingbeil aus Munster. Klingbeil war 2011 mit 3,0 Prozent der Stimmen für die NPD in den Rat seiner Heimatstadt gewählt worden. Der gelernte Kfz-Schlosser gehörte lange Zeit zu den Neonazi-Gruppierungen „Snevern Jungs“ aus Schneverdingen und „Freie Kräfte Munster“. (bnr.de berichtete) 2011 wurde er in den Landesvorstand der niedersächsischen NPD gewählt. Dort stieg er bis zum kommissarischen Schatzmeister auf. Seit Anfang Februar führt er den DR-Kreisverband Heidekreis.

Als Beisitzer gehören Erhard Hahn und Holger Schwarz dem DR-Landesvorstand an. Auch Schwarz kommt aus der NPD. 2010 war er in den Vorstand des Unterbezirks Lüneburg gewählt worden.

Neu gegründet wurde am Wochenende auch ein Kreisverband der Partei in der Wetterau (Hessen). Bei der Gründungsveranstaltung in Büdingen wurde Michael Jung als Vorsitzender gewählt.

Potenzieller Spitzenkandidat in U-Haft

Ende voriger Woche hatte Parteigründer Worch mitgeteilt, wen er sich als „Spitzenkandidaten“ seiner Partei für die Europawahl wünscht: den Düsseldorfer Neonazi Sven Skoda. (s. publikative.org) Seit einer Razzia Mitte März vorigen Jahres, die sich gegen das „Aktionsbüro Mittelrhein“ richtete, sitzt er in U-Haft. Gemeinsam mit rund zwei Dutzend anderen Neonazis muss sich Skoda derzeit vor dem Landgericht Koblenz verantworten. Vorgeworfen wird ihnen unter anderem die Bildung bzw. Unterstützung einer kriminellen Vereinigung.

Eigentlich, so verriet Worch in den Kommentarspalten der neonazistischen Internetpräsenz „Altermedia“, hätte er als „Spitzenkandidaten“ Dennis Giemsch bevorzugt, den Anführer der „Autonomen Nationalisten“ in Dortmund, der inzwischen als DR-Landesvorsitzender in NRW fungiert. Giemsch und andere hätten aber für Sven Skoda plädiert. (ts)
 

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