Wird „Bandido“-Rocker NPD-Chef?

Sascha Roßmüller, bayerischer NPD-Landesvize, könnte Nachfolger des NPD-Bundesvorsitzenden Udo Pastörs werden.

Mittwoch, 27. August 2014
Redaktion

Der stellvertretende bayerische Landesvorsitzende der NPD, Sascha Roßmüller aus Rain bei Straubing in Niederbayern, ist Favorit für den Posten des Parteivorsitzenden. (siehe auch: welt-online) Im Herbst könnte der frühere Bundesvorständler der Neonazi-Partei Nachfolger von Udo Pastörs werden, dem Amtsmüdigkeit nachgesagt wird. Beim Landtagswahlkampf in Sachsen mischt der Niederbayer bereits kräftig mit. Zur Zeit soll er noch sporadisch als Mitarbeiter bei der NPD-Fraktion in Dresden beschäftigt sein.

Brisant an der Personalentscheidung ist die Tatsache, dass Roßmüller seit etwa 2009 als Mitglied des „MC Bandidos“ gilt, 2013 poste er mit seinem Chapter Regensburg vor der Kamera. Seit 2008 war Rossmüller Mitinhaber der Sicherheitsfirma „Taranis“ und verfügte eine Zeitlang wohl auch über einen Waffenschein. In der Firma wurden zeitweilig die „Bandidos-Bosse“ aus München und Regensburg beschäftigt. Im vergangenen Jahr bestätigten zuständige Verwaltungsgerichte den Entzug seiner Bewachungserlaubnis mit der Begründung, dass Roßmüller die „die körperliche Unversehrtheit Anderer nicht absolut respektiert und Akte der Selbstjustiz gegen Personen im Rockermilieu unterstützt“.

Die Mafia-ähnliche Rockergang „Bandidos“ bekennt sich als „Onepercenter“ zu Gesetzlosigkeit und Gewaltbereitschaft. Namhaftester Rechtsextremist bei der Kuttentruppe mit dem mexikanischen Logo ist Peter Borchert aus Neumünster in Schleswig-Holstein, der jüngst aus der Haft entlassen wurde. In Mecklenburg-Vorpommern wurde einst ein großes internationales „Bandidos“-Treffen von einem Kameradschaftsführer ausgerichtet. Aktuell bestehen Verbindungen zwischen „Bandidos“-Unterstützern und NPD-Anhängern sowie „Hammerskins“ aus der Region Anklam.

Viel zu lange verharmlosten die Behörden Kooperation und Zusammenhänge zwischen kriminellen Rockern und Neonazis. Denn die Szenen vermischen sich zunehmend. Das Regensburger „Bandido“-Chapter, zu dem Roßmüller als „Secretary“ gehört, wirbt auf seiner Facebook-Seite für den Shop eines Neonazi-Händlers. Die Shirts der Firma „Boarisch Gwand“ von Siegfried Birl aus Geiselhöring bei Straubing tragen Sprüche wie: „Deutscher durch Geburt – Bayer durch die Gnade Gottes.“ (ar)

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