Wie die Rechten die Geschichte umdeuten

Die Bildungsstätte Anne Frank hat eine neue Publikation mit dem Titel "Wie die Rechten die Geschichte umdeuten" veröffentlicht, diese kann auf der Webseite der Bildungsstätte heruntergeladen bzw. bestellt werden.

 

 

Die Neue Rechte kämpft ihren Kampf um kulturelle Hegemonie – und die Deutungshoheit über die jüngere Geschichte ist einer seiner wichtigsten Schauplätze. Zwar ist Geschichtsrevisionismus kein neues Phänomen, doch mit dem Erstarken rechtspopulistischer Kräfte in den vergangenen Jahren, dem Einzug der AfD in den Bundestag und in sämtliche Landtage sowie der Gründung der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung werden geschichtsrevisionistische Positionen auch in der Öffentlichkeit zunehmend prominenter geäußert.

Die Umdeutung der Geschichte soll dabei einen positiven Bezug zur "eigenen Nation", zur "Volksgemeinschaft" herstellen – die in der Vorstellung der Neuen Rechten selbstverständlich weiß und christlich ist: Jüdinnen und Juden, Muslime, People of Color und Homosexuelle gehören nicht dazu.

Das Themenheft "Geschichtsrevisionismus und Antisemitismus – Wie die Rechten die Geschichte umdeuten" gibt einen Überblick über aktuelle Formen von Geschichtsrevisionismus, benennt wichtige Akteur*innen und deren typische Argumentationsfiguren und zeigt, an welche gesellschaftlichen Einstellungen sie anknüpfen. Schließlich gibt das Themenheft Anregungen, geschichtsrevisionistischen Positionen argumentativ oder praktisch entgegenzutreten.

 

NS und Holocaust

  • Identitätspolitik mit dem „Vogelschiss“ (Martín Steinhagen)
  • Alles Opfer, keine Täter? (MEMO-Studie II/2019)
  • Goldschleier und „Schuldkult“ (Oliver Fassing und Leo Fischer)
  • „Keine Steuergelder für Geschichtsrevisionismus“ (Petition)
  • Wer leitet die Desiderius-Erasmus-Stiftung? (Martín Steinhagen)
  • Kosmopoliten mit Keule (Volker Weiß)

DDR und Mauerfall

  • Doppelter Revisionismus (Tom David Uhlig)
  • „Der Osten steht auf“ (David Begrich und Pascal Begrich)

Handlungsstrategien aus Pädagogik, Medien und Kulturbetrieb

  • „Historische Bildung muss demokratische Praxis sein“ (Interview mit Axel Drecoll und Martin Schellenberg)
  • Erinnerung zwischen Weltmeisterschaft und Kehrtwende (Deborah Krieg)
  • „Wir sind nicht neutral“ (Interview mit Sanem Kleff)
  • Und jetzt können sie auch noch lesen (Eva Berendsen und János Erkens)
  • Wegducken geht nicht (Nadja Erb)
  • Eloquente Feindlichkeit (Oliver Saal)
  • Die Schamlosigkeit des professionellen Beschämens (Tim Wolff)
  • Regeln für eine Kunstaktion im deutschen Gedächtnistheater (Max Czollek und Stella Hindemith)

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