Weitere OSS-Mitglieder angeklagt

Nach dem Urteil gegen vier führende Mitglieder der „Old School Society“ (OSS) im März 2017 hat die Bundesanwaltschaft nun Anklage gegen zwei weitere Männer erhoben.

Freitag, 19. Mai 2017
Kai Budler

Der 41-jährige Daniel A. und der 29 Jahre alte Marcel L. werden beschuldigt, spätestens ab Januar 2015 mit anderen Personen eine terroristische Vereinigung gegründet und sich dort als Mitglieder betätigt zu haben. Außerdem wird ihnen die Vorbereitung eines Sprengstoffanschlags und ein Verstoß gegen das Waffengesetz vorgeworfen. Die Angeschuldigten verträten eine rechtsgerichtete nationalistische Weltanschauung, sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft. Sie seien im September 2014 der Chatgruppe „Oldschool Society (OSS)“ beigetreten und hätten sich dort regelmäßig über die gemeinsamen Ziele ausgetauscht. Nachdem die OSS eine „weisungsbefugte Führungsebene“ eingerichtet hatte, hätten die Männer dort führende Positionen eingenommen.

Als „Vollstrecker“ („Sergeant at arms“) sorgte Daniel A. für die Umsetzung gruppeninterner Sanktionen und für die Eintreibung ausstehender Mitgliedsbeiträge. Marcel L. sei „Ansprechpartner“ für die Mitglieder gewesen und habe als „Vertrauensperson“ für die interne Streitschlichtung gesorgt. Die Führungsebene tauschte sich in der Chatgruppe „OSS Geheimrat“ aus, der auch die Beschuldigten angehört haben sollen. Dort sollen sie die gruppeninterne Radikalisierung weiter vorangetrieben haben.

Einen ersten Anschlag hatte die OSS mutmaßlich Anfang Mai 2015 geplant, in der Nähe von Borna sollte ein Sprengstoffanschlag auf eine bewohnte Flüchtlingsunterkunft begangen werden. Zwei Tage vorher kam es zu einer groß angelegten Durchsuchungsaktion bei Daniel A., Marcel L. und weiteren OSS-Mitgliedern. Im folgenden Prozess verurteilte das Münchner Oberlandesgericht vier Personen aus der OSS-Führungsriege zu mehrjährigen Haftstrafen. (bnr.de berichtete) Die Entscheidung ist nicht rechtskräftig.

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