von Redaktion
   

„Wasted in Riesa“: Aktionstag gegen NPD-Blatt Deutsche Stimme mit „Feine Sahne Fischfilet“

Ein breites Bündnis aus Gewerkschaften, Initiativen, Vereinen und Parteien demonstriert heute in Riesa unter dem Motto „Keine Ruhe für Nazis und Rassisten. `Deutsche Stimme´ zumachen“ gegen die Parteizeitung der NPD. Nachdem das Landratsamt den Protest zunächst in rund einen Kilometer Entfernung verbannen wollte, hob das Verwaltungsgericht diese Auflage auf. Angekündigt ist darüber hinaus ein Konzert der Punkband „Feine Sahne Fischfilet“, deren letzter geplanter Auftritt auf dem Riesaer Stadtfest durch die Stadtoberen untersagt worden war. Zuvor hatte die NPD massiv Stimmung gegen die Rostocker gemacht.

"Feine Sahne Fischfilet" (Foto: Oliver Cruzcampo)

Der Sieg war hart erkämpft. Das Verwaltungsgericht Dresden kippte gestern die vom Landratsamt Meißen erlassene Auflage, dass eine Demonstration gegen den NPD-Parteiverlag Deutsche Stimme nur in einer erheblichen Entfernung über die Bühne gehen dürfe. Die Abschlusskundgebung des Protestzuges, der unter dem Motto „Keine Ruhe für Nazis und Rassisten. `Deutsche Stimme´ zumachen“ stehen wird, sollte in einem Kilometer Entfernung stattfinden. Das Ordnungsamt hatte für seine Entscheidung zuvor lapidar „Brandschutzgründe“ angeführt.

Umfangreicher Protest gegen NPD-Struktur

Der Aufmarsch, der mit einer Kundgebung am Beginn der Geschwister-Scholl-Straße „direkt vor der Haustür“ des NPD-Gebäudes, in dem die NPD außerdem mehrere Parteibüros sowie das Bürgerbüro ihres Landtagsabgeordneten Jürgen Gansel unterhält, enden wird, ist nicht die einzige Veranstaltung des Tages. Die Organisatoren des „Aktionsbündnisses `Deutsche Stimme´abschalten“ haben ein umfangreiches Programm geschnürt, zu dem die Ausstellung „Neofaschismus in Deutschland“ und zahlreiche Informationsstände gehören. Die Initiative zeigte sich ob der Entscheidung des Gerichts erleichtert: „Wir freuen uns, dass die skandalösen Auflagen des Landratsamtes vom Tisch sind, die eine unzumutbare Beschneidung des Rechts auf Meinungsäußerung und des Demonstrationsrechts beinhaltet hatten. Das ist eine gute Entscheidung  für die Zivilgesellschaft von Riesa und alle Gegner_innen von Neonazismus, Rassismus und Antisemitismus“, sagte ein Sprecher. Nach verschiedenen Medienangaben nahmen zwischen 100 und 120 an den Anti-NPD-Protesten teil.

Stadt sagte 2013 Auftritt von „Feine Sahne Fischfilet“ nach NPD-Aktion ab

Als weiteren Höhepunkt des Aktionstages verpflichteten die Neonazi-Gegner die Punkband „Feine Sahne Fischfilet“, die am Abend im „U-Punkt“ in der Greizer Straße auf der Bühne stehen wird. Das Konzert der sechs engagierten Antifaschisten, denen der Verfassungsschutz in Mecklenburg-Vorpommern – im Gegensatz zu den zahlreichen Neonazi-Musikbands des Bundeslandes – in seinen Berichten der Jahre 2011 und 2012 ein zweiseitiges Porträt widmete, ist keine Selbstverständlichkeit – vor gut einem Jahr hatte die Stadtverwaltung ihnen untersagt, auf dem örtlichen Stadtfest zu spielen. Nach eigener Aussage wollte die Verwaltung durch das Verbot möglichen politischen Auseinandersetzungen einen Riegel vorschieben. Zuvor hatte der NPD-Kreisverband massiv gegen den Auftritt getrommelt. Sollte die „linksautonome Krawall-Band“ doch auftreten, kündigte Pressesprecher Gansel eine Flugblatt-Kampagne an, deren Propagandablättchen an jeden Haushalt der Stadt, in dessen Rat zwei NPD-Vertreter sitzen, verteilt werden sollte. Dort solle die „Kumpanei zischen Linksextremen und der CDU“ zur Sprache kommen.

„Anti-Antifa-Kämpfer“ Jürgen Gansel (Foto: Oliver Cruzcampo)

Die NPD baute Druck auf – und hatte damit teilweise Erfolg. Ihre eigene Zusammenarbeit mit Neonazi-Bands verschweigt sie in diesem Zusammenhang allzu gerne. Als Dauergast gehört mit Michael „Lunikoff“ Regener der frühere Frontmann der als kriminellen Vereinigung eingestuften Hass-Band „Landser“ heute zum Inventar vieler NPD-Veranstaltungen. Damals hatte der Sänger zum Mord an farbigen Menschen aufgerufen: „Aber nicht mehr lange, dann sein ihr dran. Dann gibt's auch hier den Ku-Klux-Klan. Wenn in der Nacht die Kreuze brennen. Dann könnt ihr stinkenden Kaffer um euer Leben rennen“, hieß es einst in dem Song „Nigger“ des Demos „Das Reich kommt wieder“, das 1997 auch als CD veröffentlicht wurde.

„Getroffene Hunde bellen“

„Feine Sahne Fischfilet“ jedenfalls machte sich auch ohne offiziellen Auftritt auf den Weg in die sächsische Provinz und statteten dem „unpolitische Stadtfest“ einen Besuch ab. Dort liefen sie nicht nur dem damaligen NPD-Chef Holger Apfel über den Weg, der die Partei mittlerweile unter dubiosen Umständen verlassen hat, sondern gaben am ,,Stadion der Stahlwerker“ ein kleines „Umsonst und draußen“-Konzert. Schon damals kündigte die Kapelle an, „wiederzukommen“.

Der NPD hingegen bleibt die antifaschistische Kundgebung samt „Feine Sahne Fischfilet“-Konzert ein Dorn im Auge. Peter Schreiber, Geschäftsführer des Deutsche Stimme Verlages, erstattete Anzeige wegen „übler Nachrede“ gegen den Bundesgeschäftsführer der „Vereinigung der Verfolgten den Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten“ (VVN-BdA), Thomas Wills, der presserechtlich für den Mobilisierungsflyer verantwortlich zeichnet. Gefertigt wurde die Anzeige von Rechtsanwalt Ingmar Knop, dem früheren DVU-Spitzenfunktionär, der nun als „parlamentarischer Berater“ für die sächsische NPD-Landtagsfraktion arbeitet. Einschüchtern lässt sich der VVN-BdA freilich nicht. Dort kommentierte man den NPD-Vorstoß mit dem Sprichwort „getroffene Hunde bellen“.

Kommentare(11)

Björn Samstag, 21.Juni 2014, 17:47 Uhr:
Vielen Dank für diesen Beitrag.

Damit hat sich die SPD-nahe Initiative "Endstation Rechts" auch das letzte bischen Glaubwürdigkeit verspielt. Wer eine verfassunsfeindliche Hasskapelle, deren Mitglieder polizeibekannt sind und bei der Polizei wegen etlicher Gewalttaten aktenkundig sind, als "engagierte Antiffaschisten" verherrlicht, der hat damit jegliches Recht verspielt andere zu kritisieren, weil sie im VS-Bericht erwähnt werden.

Wer soll euch jetzt noch eure gespielte moralische Entrüstung abnehmen, wenn ein Bassist einer rechten Band, die im VS-Bericht erwähnt wird, zum Vorsitzenden der Feuerwehr gewählt wird?

Im übrigen hat eben jene rechte Band noch nie zur Gewalt aufgerufen, ganz im Gegensatz zu dieser Band, die ihr oben abfeiert. Kleine Kostprobe?

"Wir stellen unseren eigenen Trupp zusammen/ Und schicken den Mob dann auf euch rauf/ Die Bullenhelme - sie sollen fliegen/ Eure Knüppel kriegt ihr in die Fresse rein/ Und danach schicken wir euch nach Bayern/ denn die Ostsee soll frei von Bullen sein".

http://www.spiegel.de/panorama/feine-sahne-fischfilet-im-verfassungsschutzbericht-mecklenburg-vorpommern-a-864974.html

Auch ihr Logo ziert einen Linken, der gerade auf einen am Boden liegenden Menschen eintritt. Aber wahrscheinlich gehört das dazu, wenn man von "Endstation Rechts" als "engagierter Antifaschist" betitelt werden will.

https://rockgegenrechtsrt.files.wordpress.com/2012

Schön, dass ihr nun als selbst eure pseudodemokratische Maske vom Gesicht reißt.
 
Bürger Sonntag, 22.Juni 2014, 19:33 Uhr:
@ Redaktion
Wenn ein (nun auch staatlich anerkannter) Spinner wie der mich immer wieder zum Schmunzeln bringende Patriotler Björn einen solchen Gift-und-Galle-Schwall von sich würgt, habt ihr wohl alles richtig gemacht. Vielen Dank für diesen Beitrag.
 
Roichi Sonntag, 22.Juni 2014, 20:42 Uhr:
@Björn

"Wer eine verfassunsfeindliche Hasskapelle, deren Mitglieder polizeibekannt sind und bei der Polizei wegen etlicher Gewalttaten aktenkundig sind, als "engagierte Antiffaschisten" verherrlicht, der hat damit jegliches Recht verspielt andere zu kritisieren, weil sie im VS-Bericht erwähnt werden."

Du meinst, etwa wie du, der hier nicht nur rechtsextreme Band abfeiert, sondern auch immerwieder gewalttätige Kamerraden und deine Partei.
Damit hast du dir aber soeben jegliches Recht genommen, hier solche einen Kommentar zu schreiben.
Mal wieder bist du an dir selbst gescheitert.

"Im übrigen hat eben jene rechte Band noch nie zur Gewalt aufgerufen, ganz im Gegensatz zu dieser Band, die ihr oben abfeiert."

Weil du es sagst, oder wie?
Ach Björn. Deine Ablenkungsversuche werden nur schlechter mit jedem Mal.
Sollen wir jetzt Liedtexte deiner Kamerraden zitieren, nur damit du uns dann wieder erklärst, so sei das nicht gemeint, sondern ganz anders?
Das Spiel hatten wir schon oft genug. Und jedesmal hast du verloren.
 
Bürger Montag, 23.Juni 2014, 11:20 Uhr:
@ Roichi

"Weil du es sagst, oder wie?"

Weil Sie etwas anderes sagen, oder wie?

"Sollen wir jetzt Liedtexte deiner Kamerraden zitieren, nur damit du uns dann wieder erklärst, so sei das nicht gemeint, sondern ganz anders?"

Na dann mal los. Zitieren Sie mal Liedtexte der Band, auf die Björn sich in seinem Kommentar bezogen hat.
 
Björn Montag, 23.Juni 2014, 20:18 Uhr:
@Bürger2

So siehts aus. Endstation Rechts hat tatsächlich was richtig gemacht. Sie haben mit diesem Artikel ihren letzten Rest an Glaubwürdigkeit verspielt und darüberhinaus ihre Nähe zur linksextremen Gewalttäterszene gezeigt. Nun kann man schön bei jedem Artikel, in dem ER gegen Nationalisten agitiert und dabei den Verfassungsschutz bemüht oder dessen Bericht oder aber die Bezeichnung "verfassungsfeindlich" oder "vom VS beobachtet", darauf aufmerksam machen, dass sie selbst ja auch kein Problem mit Extremisten und Gewalttätern haben. Den Link zu obigem Artikel werdet ihr also noch öfter sehen dürfen.

Und im übrigen. Nicht nur du darfst mich jetzt offiziell "Spinner" nennen, sondern auch ich dich. Mein kleiner Spinner ;-)

@Roichi

Du bist mal wieder nicht in der Lage den Inhalt meines Kommentares zu erfassen. Mir ist es völlig egal ob die Spinner von "FSF" irgendwo ihren geistigen Müll abladen. Es geht mir darum, dass eine Gruppierung, die sich nach eigenen Angaben für die freiheitlich demokratische Grundordnung und gegen Extremismus und Gewalt einsetzt, selbst überhaupt kein Problem mit Gewalttätern, Extremisten und Verfassungsfeinden hat. Solange sie nur "links" sind.

Die SPD-nahe Initiative "Endstation Rechts" hat sich selbst der Doppelmoral überführt. Aber das ist bei der SPD ja nicht neu. Erst kürzlich Twitterte ein sächsicher Mitarbeiter der SPD-Fraktion, dass er die "Rechten" viel lieber in der Elbe sähe, als im Landtag. Die übliche linke Menschenverachtung.
 
Roichi Montag, 23.Juni 2014, 20:40 Uhr:
@ Bürger

"Weil Sie etwas anderes sagen, oder wie?"

Was wird das jetzt?
Du darfst gerne Björns Außerungen begründen und belegen.
Bis dahin muss man ihm nichts glauben. Und nichts anderes sagte ich aus.
Das ist dir wohl immernoch zu hoch.

"Na dann mal los. Zitieren Sie mal Liedtexte der Band, auf die Björn sich in seinem Kommentar bezogen hat. "

Warum sollte ich? Ich hatte oben schon klargestellt, dass das Unsinn wäre.
Und auch begründet warum.
Ich weiß, du kommst über Kindergarten nicht hinaus, das macht es nur nicht besser.
 
Roichi Montag, 23.Juni 2014, 22:23 Uhr:
@ Björn

"darauf aufmerksam machen, dass sie selbst ja auch kein Problem mit Extremisten und Gewalttätern haben."

Kannst du sowieso nicht, da du deine gewalttätigen Kamerraden so gerne verteidigst und ihre Taten rechtfertigst, wie du selbst weißt.
Insofern schießt du dir nur wieder selbst ins Bein.
So wie immer.

"Du bist mal wieder nicht in der Lage den Inhalt meines Kommentares zu erfassen."

Och Björn. Deine Kommentare sind so leicht zu erfassen. Vielmehr scheinst du nicht dahinter zu kommen, dass ich nicht auf deine Ablenkungen reinfalle.

"Es geht mir darum, dass eine Gruppierung, die sich nach eigenen Angaben für die freiheitlich demokratische Grundordnung und gegen Extremismus und Gewalt einsetzt, selbst überhaupt kein Problem mit Gewalttätern, Extremisten und Verfassungsfeinden hat. Solange sie nur "links" sind."

Muahaha.
Aber die NPD bejubeln und die Kamerraden.
Wie oben schon auch, schießt du dir nur wieder selbst ins Bein.
Übrigens, du hast doch auch kein Problem mit gewalttäigen Kamerraden. Nur mit der Rechtfertigung ihrer Taten.

"Erst kürzlich Twitterte ein sächsicher Mitarbeiter der SPD-Fraktion, dass er die "Rechten" viel lieber in der Elbe sähe, als im Landtag. Die übliche linke Menschenverachtung. "

Sollen wir jetzt so zitieren, was deine Kamerraden so von sich geben?
Wenn dir das als Beweis für Menschenverachtung ausreicht, solltest du dich mal fragen, warum du ihnen immernoch hinterherrennst.
Aber soweit willst du gar nicht denken.
 
Bürger Dienstag, 24.Juni 2014, 12:42 Uhr:
@ Roichi

"Was wird das jetzt?
Du darfst gerne Björns Außerungen begründen und belegen.
Bis dahin muss man ihm nichts glauben. Und nichts anderes sagte ich aus.
Das ist dir wohl immernoch zu hoch."

Was soll ich?
Björns Aussage lautete, Zitat:

"Im übrigen hat eben jene rechte Band noch nie zur Gewalt aufgerufen, ganz im Gegensatz zu dieser Band, die ihr oben abfeiert."

Daraufhin lautete Ihre Antwort:

"Weil du es sagst, oder wie?
Ach Björn. Deine Ablenkungsversuche werden nur schlechter mit jedem Mal.
Sollen wir jetzt Liedtexte deiner Kamerraden zitieren, nur damit du uns dann wieder erklärst, so sei das nicht gemeint, sondern ganz anders?
Das Spiel hatten wir schon oft genug. Und jedesmal hast du verloren. "

Also, ich habe in den Liedtexten der Band, auf die sich Björn in seinem vorhergehenden Kommentar bezog, kein Aufruf zur Gewalt gefunden.
Wenn Sie sagen, dass diese Band zur Gewalt aufruft, dann sollten Sie das auch anhand von Liedtexten belegen können.
Sie unterstellen also Menschen, dass sie zur Gewalt aufrufen. Belegen können Sie ihre Behauptung aber nicht. Sie sind also ein Lügner.
 
Bürger Dienstag, 24.Juni 2014, 13:23 Uhr:
@ Roichi

Sie fordern von Björn, dass er sich von Gewalttaten distanzieren soll, aber wenn auf dieser Seite gewalttätige Extremisten als "engagierte Antifaschisten" bezeichnet werden, soll das in Ordnung sein?
Weshalb sollte man sich denn von Gewalt distanzieren, wenn auf dieser SPD-Seite Gewalttäter verherrlicht werden? Ich dachte immer, dass ihr "Demokraten" Gewalt strikt ablehnt? Wie dieser Artikel zeigt, ist Gewalt für euch aber ein legitimes Mittel im Kampf gegen Rechts. Wer soll euch denn noch ernstnehmen?
 
Nomen Nescio Dienstag, 24.Juni 2014, 13:33 Uhr:
@ Roichi

"Muahaha.
Aber die NPD bejubeln und die Kamerraden."

Muahaha.
Ich dachte immer, die NPD sind die "Bösen" und die "Demokraten" sind die "Guten"? Liest man den Artikel und Ihre dämlichen Kommentare dazu, dann bekommt man aber ein ganz anderes Bild.
 
Redaktion Dienstag, 24.Juni 2014, 17:27 Uhr:
Zur Klarstellung:

Diese Diskussion haben wir erwartet.

ENDSTATION RECHTS., die Jusos und die SPD haben zu keinem Zeitpunkt Gewalt gerechtfertigt oder befürwortet.

Wir rufen vielmehr stets zu friedlichen Mittel auf, um sich für eine bunte, lebhafte, tolerante und friedliche Demokratie einzusetzen.

Die Redaktion
 

Die Diskussion wurde geschlossen