von Konrad D. Fromm
   

Was kann man sich für einen NPD-Udo im EU-Parlament kaufen?

Alles richtig gemacht zur Europawahl: In Brüssel und Straßburg bleibt es beim singulären Udo. Denn zum Glück hat es die Partei nur in Person ihres ehemaligen Bundesvorsitzenden Udo Voigt ins Europaparlament geschafft. Ein zweiter NPD-Abgeordneter in Person von Olaf Rose, erfolgloser NPD-Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten, bleibt der Welt aber erspart.

Was kann man sich für einen NPD-Udo nicht alles kaufen... | Foto: ENDSTATION RECHTS.

Passenderweise hat der wegen Volksverhetzung verurteilte Voigt im Parlament in Reihe 700 – dort sitzen die fraktionslosen Abgeordneten – auf Nummer 88 Platz genommen. Im Westen also nichts Neues: Die NPD verharrt in ihrer angestaubten Zahlenmystik.

Die Tätigkeit eines Europaabgeordneten wird, unabhängig davon ob dessen Anwesenheit für Europa von Vorteil ist oder nicht, sehr gut bezahlt. Neben 21.209 Euro pro Monat für Personal und 4.299 Euro monatlich für Spesen erhält ein Abgeordneter für seine Tätigkeit 8020,53 Euro brutto bzw. 6250,37 Euro netto pro Monat als Entschädigung. Hinzu kommen 304 Euro für jeden Sitzungstag, den ein Abgeordneter an Sitzungen des Europaparlaments bzw. der entsprechenden Ausschüsse teilnimmt.

Bis Jahresende kostet Udo Voigt somit die europäischen Steuerzahler – sofern Voigt fleißig an den Sitzungen teilnimmt – ca. 215.000 Euro plus Reisekosten. Voigts Salär liegt bei etwas über 62.000 Euro – eine fürstliche Entlohnung, für das der NPD-Kader nicht arbeiten, sondern nur präsent sein muss.

Regenbogenflaggen für NPD-Anhänger

Storch Heinars Propaganda-Division hat einmal nachgerechnet, was man mit dem Geld, das der NPD-Abgeordnete insgesamt kostet, denn sinnvolles anfangen könnte. Das Ergebnis ist der Grafik zu entnehmen.

Unter anderem könnte man das 2012er Album "Scheitern und Verstehen" der vom Verfassungsschutz in Mecklenburg-Vorpommern höchst genau beobachteten Band "Feine Sahne Fischfilet" in der klassischen Vinyl-Schallplattenversion in die Top 10 der deutschen Albumcharts katapultieren oder aber ausreichend Regenbogenfahnen kaufen, um jedem NPD-Aktivisten in Mecklenburg-Vorpommern ein buntes Wohnumfeld zu gestalten. Am sinnvollsten wäre es aber, Satiriker Martin Sonneborn als EU-Parlamentarier zu entsenden - wenn er es nicht bereits qua Wahl sowieso schon wäre.

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