von Mathias Brodkorb
   

Warum die falsche Seite die falsche bleibt – Nachbetrachtungen zu Dresden im Februar 2010

Kenner der deutschen rechten Szene konnten am 13. Februar 2010 in Dresden eine bemerkenswerte Beobachtung machen: „Im Pulk der Völkischen fanden sich überraschend auch Ellen Kositza und Götz Kubitschek (...). Hier in Dresden mischten sie sich unter vorbestrafte Neonazis (...) Der Anlass verbindet.“ (Andrea Röpke) Doch wenn man böswillig wäre, könnte man den Spieß natürlich auch einfach umdrehen.

Denn immerhin fanden sich unter dem Slogan „Dresden nazifrei!“ nicht nur demokratische Parlamentarier, Künstler und gewöhnliche Bürger zusammen, sondern auch hart gesottene „linke“ Gewalttäter und Extremisten. Eine äußerlich korrekte Beschreibung verrät daher am Ende wenig darüber, was im Inneren der Beteiligten vorging und was der Zweck ihrer Teilnahme am Geschehen war.

Von der Anwesenheit der Schnellrodianer überrascht waren nämlich nicht nur kritische Beobachter, sondern auch Vertreter der extremen Rechten. Dies lag nicht zuletzt daran, dass JF-Autor Martin Lichtmesz im Blog der „Sezession“ wenige Tage vor dem „Trauermarsch“ mit dem deutschen Neonazi-Spektrum sowie dem Veranstalter, der „Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland“ (JLO), scharf abgerechnet hatte. Er warf rechten wie linken Demonstranten vor, „das Gedenken an die Opfer des alliierten Massenmordes (...) mit vereinten Kräften in den Dreck zu ziehen“. Wenn es der JLO ernsthaft um die Ehrung der Toten ginge, würde sie daher „auf ihren Marsch freiwillig verzichten“. „Aber dazu fehlt ihnen die Größe ebenso wie die Intelligenz“, wütete ein sichtlich frustrierter Lichtmesz. Stattdessen werde der NPD auf diese Weise die „Instrumentalisierung der Opfer des Bombenkrieges“ ermöglicht und ein Trauermarsch in eine „auf der Straße ausgetragene Urschreitherapie“ umgewandelt. Der JF-Autor forderte stattdessen eine würdige Gedenkveranstaltung in staatlichem Rahmen. Da er dies momentan wohl selbst als aussichtslos ansieht, wünschte er ersatzweise „Links- und Rechtsextremisten“ unterschiedslos zum Teufel: „An solchen Tagen, wie in den Wochen vor dem 13. Februar, ertappe ich mich zuweilen bei dem brennenden Wunsch, die Royal Airforce und Mr. Morgenthau hätten ihren Job gründlicher erledigt. (...) Dann male ich mir lustvoll aus, wie am Gedenktag ganz Dresden vollgepackt ist mit Antifanten, Antideutschen, Gutmenschen, Israelfahnenschwenkern, ‚Bombenholocaust’-Schwachköpfen, ‚Jungen Landsmannschaftlern’, dem ganzen NPD-Bodensatz mit seinen heuchlerischen Krokodilstränen … und dann: Bomber Harris, do it again! No tears for Krauts!!“ Und diese merkwürdige Phantasie könnte zumindest darin eine Bestätigung gefunden haben, dass am 13. Februar 2010 Vertreter rechtsextremer Kameradschaften Transparente mit der hirnlosen Losung „Kein Vergeben – Kein Vergessen!“ stolz vor der Brust hielten, offenbar ohne zu bemerken, dass sie damit genau jener Kollektivschuldthese – nur in umgekehrter Form – huldigten, die sie sonst so vehement zurückweisen, wenn umgekehrt antideutsche „Linke“ „Bomber Harris, do it again“ skandieren.

Kein Wunder, dass Lichtmesz’ Attacke zu erbosten Reaktionen im rechtsextremen Lager führte. Der Rechtsanwalt Dr. Björn Clemens, der am 13. Februar 2010 auch eine der Reden auf der Versammlung der Rechten gehalten hat, reagierte auf der Internetseite der JLO prompt. Lichtmesz habe einen „Hasstext“ produziert, der jedoch innerhalb des konservativen Spektrums „so allein mit seiner Dreckverspritzung nicht steht“. Dessen Warten auf den „Obrigkeitsstaat“ sei schon deshalb abwegig, weil die JLO mit dem Trauermarsch doch gerade „dem System seine innere Fäulnis“ aufzeigen wolle. Sekundiert wurde Clemens durch zahlreiche Kommentatoren auf dem Blog der rechtskonservativen Theoriezeitschrift „Sezession“, für die auch Lichtmesz tätig ist. Dessen Text sei „ein Stich in den Rücken“, „völlig daneben“, ein „Griff ins Klo“ gewesen. Ein anderer Kommentator „hätte nicht gedacht, bei der Sezession so etwas zu lesen.“

Dabei bestätigten Clemens und dessen Sekundanten im Geiste genau das, was Lichtmesz ihnen vorgeworfen hatte: Dass nämlich der eigentliche Anlass des Trauermarsches nicht zugleich sein Zweck sei, sondern er zugunsten parteipolitischer Interessen instrumentalisiert werde. In einem Disput mit dem NPD-Landtagsabgeordneten Arne Schimmer, der Lichtmesz diesbezüglich unbedingt eines Besseren belehren wollte, warf er diesem entgegen: „Was nun die JLO betrifft: zeig mir, daß das irgendjemand anderem, irgendetwas anderem nützt, als eurem (Partei-)Milieu. Nur dann würde das irgendeinen politischen Sinn ergeben. Aber so dient es nur dazu, daß die Gegenseite sich als Gegenpol gestärkt und bestätigt fühlt. Am Ende geht es ja doch nur um euch, und um den dranhängenden Sumpf, den man beim besten Willen nicht verteidigen kann.“ Dieser Rest sei durch seinen „verbretterten und NS-Bunkermentalen Schwachsinn“ letztlich für die „Nazifizierung“ der Trauerveranstaltung verantwortlich.

Hingegangen ist Martin Lichtmesz am Ende trotzdem, worüber er seine Leser am 10. Februar 2010 in einem Kommentar auch informierte. Mit dabei waren außerdem Götz Kubitschek und Ellen Kositza sowie weitere Vertreter des neu-rechten Milieus. Das allerdings musste nicht aufwendig „entlarvt“ werden, sondern wurde der Öffentlichkeit von den Beteiligten noch am 13. Februar 2010 durch einen Bericht Kositzas freizügig präsentiert. Man habe sich selbst ein „Bild machen“ wollen, heißt es in ihrer Lagebeschreibung. Und die Schilderungen, die wohl für das entsprechende Milieu pars pro toto genommen werden dürfen, bestätigen Lichtmesz’ Instrumentalisierungsvorwurf: So lässt Kositza keinen Zweifel daran, dass sie die Rede des rechtsextremen Liedermachers Frank Rennickes nervig fand, nicht nur wegen dessen „heller, schneidender Stimme“, sondern vor allem, weil er diese Rede im Grunde bereits „in den vergangenen 20 Jahren“ immer wieder gehalten habe und es nur „nebenbei“ um Dresden, hauptsächlich aber um einen politischen Angriff auf das „System“ gegangen sei. Nicht anders wird die Rede des Rechtsanwaltes Björn Clemens einsortiert. Auch dieser habe sich „nicht bremsen“ können und zu einem fundamentalen Rundumschlag ausgeholt: „’Freiheit für Horst Mahler!’ donnert Clemens. Verhaltener Applaus, auch Kopfschütteln. Wozu sind wir noch mal hier? Es ist uns kurz entfallen. Wegen Mahler oder wegen Dresden? Wegen Dresden natürlich, das betont Clemens, bevor er wieder über etwas anderes spricht.“ Kurz nach vier verlassen Kositza und Kubitschek dann vorzeitig die Veranstaltung. Ihr „Bild“ ist offenbar vollständig genug.

Damit deckt sich die Kritik der Schnellrodianer am JLO-„Trauermarsch“ auf bizarre Weise mit der der linken Gegenkräfte rund um das Aktionsbündnis „Dresden nazifrei!“. „Ihr Ziel ist es, die Verbrechen des Nazi-Regimes zu leugnen und Nazi-Deutschland zum eigentlichen Opfer des 2. Weltkrieges umzudeuten“, heißt es hierzu im Gründungsaufruf der Unterstützer über die Absicht der JLO. Links wie rechts kondensiert sich die Kritik am „Trauermarsch“ damit zu dem Vorwurf, dass die Toten von Dresden bloß Mittel zu einem anderen Zweck und nicht Selbstzweck seien. Und dennoch sah Götz Kubitschek mit seinem Beitrag „Warum nicht jede Seite die falsche ist“ – ähnlich Thorsten Hinz in der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung „Junge Freiheit“ (JF 07/2010) – die „trauernden Marschierer im Recht“. Denn nach seiner Ansicht müsste eigentlich jährlich ein offizieller Staatsakt angesetzt werden, bei dem die „Repräsentanten der Nation die Schleifen (der) Kränze richten“, um der Würde der Opfer gerecht zu werden. Da dies derzeit jedoch nicht geschehe, bleibe gar nichts anderes übrig als die „Annektierung und damit Kontamination des Themas durch eine radikale Rechte“.

Doch diese Sicht verstrickt sich freilich in unauflösbare Widersprüche: Kubitschek scheint sich durch eine starke Rechte so viel „Druck“ auf die Mitte der Gesellschaft zu erhoffen, dass diese sich gezwungen sieht, deutsche Opfer in eine andere Erinnerungskultur einzubetten. Doch gerade durch diese „Einbräunung“ (Lichtmesz) wird das Thema einer „Kontamination“ (Kubitschek) unterworfen, die zum genauen Gegenteil des Erhofften führen muss. Der 13. Februar droht so langfristig infolge der gewollten Provokationen – und zwar spätestens dann, wenn alle Angehörigen der „Erlebnisgeneration“ verstorben sind – zu einem Symboltag der deutschen Mehrheitsgesellschaft gegen Neonazismus und Negationismus zu werden. Je weiter die Schraube der "Provokation" (Kubitschek) angezogen wird, desto weniger kann die Frage deutscher Opfer überhaupt eine angemessene Rolle spielen.

Und vor allem beruht die Weigerung, an dieser Stelle mit „dem Sortieren und der Moralkontrolle“ anzufangen, auf einem Irrtum. Denn es ist ja nicht so – wie behauptet –, dass sich die Mitte der geforderten Erinnerungsarbeit verweigerte. Wer wollte, konnte sich am 13. Februar zum traditionellen Gedenken an die Opfer des „Sodom und Gomorrah von Dresden“ still vor der Frauenkirche einfinden und abends im Fernsehen gar eine behutsame Dokumentation der Ereignisse zur Kenntnis nehmen, so wie sich schon die DDR der Erinnerungs- und Trauerarbeit nicht verweigert hatte. Dass es der JLO bedürfte, um das Erinnern an die Opfer von Dresden überhaupt ins Werk zu setzen, ist ein geschichtspolitischer Mythos. Freilich: Kubitschek und Hinz ist das nicht genug. Beide fordern, den 13. Februar zu einem nationalen Gedenktag für die „deutschen Kriegs- und Gewaltopfer“ zu erheben, „so wie man sich am 27. Januar im Deutschen Bundestag zum Holocaust-Gedenken zusammenfindet“, wogegen in der Sache nicht nur deshalb nichts zu sagen wäre, weil der 27. Januar zeitlich vor dem 13. Februar liegt. Durch den ausgeübten „Druck“ des rechten Randes wird diese Vision aber nicht wahrscheinlicher, sondern unwahrscheinlicher, denn die Repräsentanten eines demokratischen Rechtsstaates werden sich nie und nimmer von Truppenteilen unter Druck setzen lassen, die selbst bei Rechtskonservativen aufgrund ihrer NS-Nähe als „Kanaillen“ gelten. Und das ist auch gut so. Verliererin bei dieser Machtprobe ist und bleibt die Würde der Opfer.

Kommentare(48)

Harki Mittwoch, 17.Februar 2010, 01:08 Uhr:
Brodkorb, Sie sollten sich schämen, hier einen JF- und SiN-Schmierfinken mit seinen primitiven Topoi von "allierten Massenmorden" oder derlei als zitabel zu behandeln. Zum Kotzen.
 
Sylvia Mittwoch, 17.Februar 2010, 06:25 Uhr:
Vielleicht könnten Sie mal erklären, welche "Schraube der Provokation" Sie meinen.

Die Freiheit der Versammlung besteht nun einmal, das Recht auf Meinungsäußerung auch. Sie tun ja gerade so, als seien die Anmelder der Demo darauf aus, sich mit halbwüchsigen Steineschmeißern herumzuschlagen.

Dabei könnten die Veranstalter die Demo doch anmelden wann sie wollen - das Ausmaß der Teilnehmer ist es doch (und der damit von den Medien heraufbeschworene Symbolcharakter), der Ihnen scheinbar Provokation genug ist, oder täusche ich?
 
Mathias Brodkorb Mittwoch, 17.Februar 2010, 06:38 Uhr:
@ Harki: Ich verstehe nicht ganz, was Sie bewegt. Lichtmesz hat in dieser Debatte nun einmal den zentralen Text der NR geschrieben und da wir, wie Sie wissen, ausführlich über die NR berichten, muss man sie dann natürlich auch zitieren. Um einen etwas unpassenden Vergleich zu ziehen: Wenn ich hier Hitler zitiert habe, um dessen krankhafte Gedanken darzustellen, haben Sie mich bisher nicht angezählt...

@ Sylvia: Danke für den Hinweis, habe das jetzt unter Anführungszeichen gesetzt, denn das war im Grunde nur ein Zitat. Von "Provokation" sprach nämlich Kubitschek selbst.
 
bebe Mittwoch, 17.Februar 2010, 09:43 Uhr:
"Links wie rechts kondensiert sich die Kritik am „Trauermarsch“ damit zu dem Vorwurf, dass die Toten von Dresden bloß Mittel zu einem anderen Zweck und nicht Selbstzweck seien."

Da haben sie wohl was gründlich missverstanden. Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob ich den "missbrauch" von Trauer kritisiere oder die Institutionalisierung von Trauer an sich...
 
Harki Mittwoch, 17.Februar 2010, 10:36 Uhr:
Also, Brodkorb, wenn Sie Haßphantasien von staatlicherseits abzuspielenden Nationalhymnen und Requien am 13. Februar, also von einer Art neuem, ins Negative gewandten Sedanstag, der dann natürlich auch gleich wieder in "jedem anderen Staat" üblich wären (auch das ein so unvermeidlicher Topos), für zitabel, ausbreitungswürdig und diskutierbar halten, dann haben Sie als linke Site ein Problem oder zuviel Zeit. Wer sich heute in Europa als "national" definiert, lebt auf einem anderen Stern - hat also entweder einen Schuß oder hat seit 1945 eine Unzahl von Schüssen nicht gehört.
 
Mathias Brodkorb Mittwoch, 17.Februar 2010, 11:42 Uhr:
@ Harki: Nochmal, wer etwas darstellen will, muss es darstellen, um es darzustellen. Mehr kann man dazu eigentlich nicht sagen. Ich jedenfalls nicht...
 
Harki Mittwoch, 17.Februar 2010, 12:13 Uhr:
Bon, was sie aber nicht "darstellen", obwohl es hier dargestellt werden müßte, ist der hysterische, krankhafte und angstzerfressene Tonfall von "Lichtmesz", die Haßsprache: Das übliche Gefasel von "Kanaillen", "Ekel", "Besudelung", "Unwürde", "Feigheit", "Halbgarheit", "brennenden Wünschen" und so weiter und so fort - es findet sich in fast jedem Satz derlei. Plus die unvermeidliche Bewältigung der eigenen Ängste: "ein Garderegiment spielt auf, Deutschlandlied und Requiem, Schwarz-Rot-Gold-Fahnen auf Halbmast, ernst und monumental und unverschnitten, und wer auch nur ansatzweise in die Nähe kommt, um zu stören, kriegt Saures," Nun, vielleicht ist das nicht Ihre Aufgabe als Altphilologe. ;-) Historiker brauchte es und meines Erachtens ziemlich offensichtlich auch Mediziner.
 
Max Baumgärtner Mittwoch, 17.Februar 2010, 12:16 Uhr:
Sehr geehrter Herr "Harki",

wenn Sie hier schon von Haßphantasien sprechen, wiederholen Sie doch mal bitte die Haßtiraden, die sie gegen Herrn Lichtmez in einem Blog abgelassen haben.

Dort bezeichneten Sie Herrn L. im besten Nazijargon als "kleinwüchsig", "medizinisch krank" usw.

Und ich denke auch nicht, daß Herr Brodkorb "Hundekekse" von den "Neuen Rechten" erhält, wenn er ihre Statements zensiert.

Halten Sie sich mal ein wenig zurück! Schließlich ist ER keine Antifa-Hobby-Seite, sondern ein seriöses Informationsnetzwerk!

Gruß Baumgärtner
 
Böcker Mittwoch, 17.Februar 2010, 13:01 Uhr:
Lieber "Herr Harki"

Zitat 1:

"Brodkorb, Sie sollten sich schämen, hier einen JF- und SiN-Schmierfinken mit seinen primitiven Topoi von "allierten Massenmorden" oder derlei als zitabel zu behandeln. Zum Kotzen." (Harki)

Zitat 2:

"Wenn man die Lektüre historiographischer Fachliteratur gewohnt ist und dann sieht, wie Rechte über die gleichen Themen schreiben, fällt einem eben oft zuerst der hysterische, "schreiende" Ton auf..." (Harki)

Um Pardon...
 
Harki Mittwoch, 17.Februar 2010, 13:04 Uhr:
Lieber Brodkorb,

ja, vielleicht habe ich mich zu sehr aufgeregt, um Pardon. Diesen Traktaten die Ehre einer kleinteiligen Analyse zu erweisen, ohne auf die offensichtliche Tatsache hinzuweise, daß da einer am Rad dreht, finde ich aber zuweilen wirklich befremdlich und ärgerlich. Je nun.

Dankenswert finde ich hingegen, daß Sie mal darauf hingewiesen haben, daß man in Dresden auch noch auf zivilisierte und mitteleuropäische Art des Bombardements gedenken konnte, wenn man denn das Bedürfnis dazu hatte. Das war ja in der öffentlichen Wahrnehmung ein wenig untergegangen.
 
Harki Mittwoch, 17.Februar 2010, 13:10 Uhr:
Böcker, ich habe im Zorn einen Flame eingehackt. "Lichtmesz" hat in seinem Normalzustand einen Traktat verfaßt. Das ist der Unterschied zwischen 1. und 2. ;-)
 
Max Baumgärtner Mittwoch, 17.Februar 2010, 13:13 Uhr:
Sehr geehrter Herr Harki,

"daß ich mich schon frage, ob es nicht legitim ist, hier auch medizinisch [...] zu argumentieren."

Ja, das mit den medizinischen Argumenten hatten wir schon einmal vor 70 Jahren. Die Folge waren dann die Züge und die Kammern.

Selbst ein Herr Lichtmez argumentiert im Vergleich zu ihnen eher sachlich und nüchtern. Von den anderen Vertretern der Neuen Rechten ganz zu schweigen.

Leute wie Sie würden doch am liebsten alles, was dem linken Egalitarismus im Wege steht, wie damals bei der Franz. Revolution "austilgen" und "ausmerzen".

Entschuldigen Sie Herr Harki, ich habe ihre Reden schon seit längerer Zeit mitgelesen. Mit soetwas kann ich mich als Liberaler nicht mehr identifizieren. Ich denke, daß die meisten Schnellrodianer vernünftiger und erwachsener argumentieren als Sie.

"Wer sich heute in Europa als "national" definiert, lebt auf einem anderen Stern - hat also entweder einen Schuß oder hat seit 1945 eine Unzahl von Schüssen nicht gehört."

Nicht jeder der sich "national" nennt, schwelgt in NS-Nostalgie und trägt Swastika-Tatoos im Nacken...

Ein gemäßigter Nationalliberalismus, der sich gegen europaweite Egalitarisierung und EU-Bürokratie richtet hat durchaus seine Daseinsberechtigung.

In größter Hoffnung, daß ER diesen "Hundekuchen" annimmt, und meinen Beitrag veröffentlicht...

Ihr .... Max Baumgärtner....
 
Daniel Leon Schikora Mittwoch, 17.Februar 2010, 13:17 Uhr:
"[...] immerhin fanden sich unter dem Slogan „Dresden nazifrei!“ nicht nur demokratische Parlamentarier, Künstler und gewöhnliche Bürger zusammen, sondern auch hart gesottene „linke“ Gewalttäter und Extremisten."

"Autonome" sind, unabhängig von ihrem Selbstverständnis als "Linker", ebenso ein Fall für die Polizei wie die offen antirepublikanischen Krawalltruppen "Konservative Subversive Aktion" ("KSA") oder "PI München", deren letztere kürzlich die Versammlungsfreiheit katholischer Christen in Frage stellte.
 
Lorie Mittwoch, 17.Februar 2010, 13:43 Uhr:
Hier zeigt sich wieder sehr deutlich das sie kein reiner Beobachter der Rechten, sondern aktiver Teil des Rechten Diskurses sind.

Ihre unreflektierte Übernahme rechter Opfermythen spricht Bände.
 
Mathias Brodkorb Mittwoch, 17.Februar 2010, 14:45 Uhr:
@ Lorie: Danke, dass Sie mich "entlarvt" und so allen Lesern gezeigt haben, was wirklich in mir steckt! Großartig, wirklich! Nämlich jemand, der Anteil nimmt am Schicksal aller Menschen - selbst wenn sie "Deutsche" sind. Ich würde also im Zweifel auch um Sie trauern - sogar um SIE. Sie sind doch "Deutsche" - oder?

Frage: Wie viele Juden hat ein zweijähriges Mädchen, das im Feuer von Dresden verbrannt ist, eigentlich auf dem Gewissen?
 
Bundesbürger Mittwoch, 17.Februar 2010, 15:12 Uhr:
@ MB ... sehr gut, dem ist nichts mehr hinzuzufügen.
 
Harki Mittwoch, 17.Februar 2010, 15:19 Uhr:
"Die Folge waren dann die Züge und die Kammern."

Ach je, ich hätte erwartet, daß sie mit der staatlichen Politpsychiatrie im Ex-Ostblock kommen würde...

Aber keine Angst, bitte, ich will niemanden wegsperren oder in Züge setzen. Und ganz generell bin ich auch angesichts der "Psychiatrisierung des Alltags" (Castel;Lovell) recht skeptisch.

Nur scheint mir eben angesichts des üblichen "Lichtmesz"-Tonfalls nur zu deutlich, daß das jemand einfach *Hilfe* braucht - sei es die seiner Lieben, sei es professionelle. Und das ist nicht der einzige Rechte, bei dem das so ist.

Schauen Sie sich den RSS-Feed der Online-JF an oder auch die "Presseschau" auf SiN: Angst, Angst und nochmals Angst. Diesen Leuten muß doch geholfen werden!

Gut, nun bin ich kein Engel, und ich rege mich über das Geschmier auch auf, gelegentlich auch kräftig, siehe bitte oben. Letzlich aber scheint es mir vernünftiger, nach Lösungen für diese Leute zu suchen als sie zu beschimpfen.
 
hagal Mittwoch, 17.Februar 2010, 17:38 Uhr:
@lorie: Vielleicht sind die Zeiten über Ilja Ehrenburgs Aufrufe doch schon ein wenig darüber gegangen und auch Ihr müßt nicht die Toten wieder aus den Gräbern schmeißen!
 
Max Baumgärtner Mittwoch, 17.Februar 2010, 19:59 Uhr:
@ Harki Ihre Arroganz ist einfach unerträglich. Schon einmal daran gedacht, daß "Angst" manchmal auch gute Gründe haben könnte? Sie leben doch völlig losgelöst von der Realität in ihrer antifaschistischen Gutmenschenblase! Natürlich gibt es in der BRD wahrhaftige Probleme, die insbesondere von den Konservativen erkannt und analysiert werden. Oder wollen Sie etwa leugnen, daß zügellose Überfremdung zu Problemen führen kann? Und wollen Sie leugnen, daß die Kulturrevolution der 68er zu kulturellen und geistigen Zerfallserscheinungen geführt hat? Wollen Sie wirklich ein Deutschland, in dem muslimische Haßprediger und Hip-Hop-hörende Straßenschläger den Ton angeben? Wollen Sie ein Deutschland, in dem das Grundgesetz durch den Koran resetzt wird? Aber das alles sieht ein Herr Harki nicht. Der hat nämlich Geschichte studiert, Adorno, Horkheimer und Habermas gelesen, weshalb er sich allen Menschen, die rechts der PDS angesiedelt sind, maßlos überlegen fühlt. Sie sehen ja schon in der objektiven Berechterstattung der ER überall Nazigeister umherschwirren. Kann es vielleicht sein, daß sie selbst medizinische Hilfe benötigen? Woher kommt eigentlich ihr Haß gegen Andersdenkende? ...
 
Harki Mittwoch, 17.Februar 2010, 21:27 Uhr:
Wenn es den Rechten übrigens tatsächlich um Trauer um die Opfer ginge, dann sollte man doch erwarten, daß sie sich freuten, wenn sich deren Zahl als etwas geringer herausstellt, als gedacht.

Aber nein, sie schnauben darüber vor Wut. Weil ihnen ihre Angst und ihr Opfergestus gleichsam lieb sind.

Auch was Leute wie "Lichtmesz" angeht, bin ich in der Tat hin- und hergerissen.

Muß man im Sinne des oben ausgeführten Mitgleid mit ihm haben? Das fiele leichter, wenn er unter Klarnamen schriebe. Oder bedient er doch nur zum eigenen Vorteil einen "Nischenmark", nämlich ebendieses rechte Angst-Milieu? (In dem man übrigens recht leicht "was werden" kann, also zum Beispiel Philosoph, Web-Programmierer oder Video-Kamera-Mann.) Oder irgendwie beides? Ich weiß es wirklich nicht.
 
Yvonne Mittwoch, 17.Februar 2010, 21:53 Uhr:
nur mal zu Herrn Lichtmesz: ich bin ein absoluter Fan von seinen Traktaten. Sein "hysterisches Gekreische" macht ihm jedenfalls so schnell keiner nach und ist einfach einmalig!
Gratulation aber natürlich an Harki: diese Gelassenheit, echt cool...
 
d.n. Donnerstag, 18.Februar 2010, 08:10 Uhr:
Diese Diskussion auf E.R. ist der beste Beweis dafür, daß sich auf der Linken nicht weniger Idioten taumeln als auf der Rechten. Auffallend ist zudem, wie oft es jene „Wanderer“ – heute rechts, morgen links – sind, die das dickste Brett vor dem Kopf haben und am starrsinnigsten ihre jeweils aktuelle Auffassung vertreten…
 
Geraldus Donnerstag, 18.Februar 2010, 08:57 Uhr:
@ Harki

Ihr letztes Argument hat mich etwas befremdet:

"Wenn es den Rechten übrigens tatsächlich um Trauer um die Opfer ginge, dann sollte man doch erwarten, daß sie sich freuten, wenn sich deren Zahl als etwas geringer herausstellt, als gedacht."

Dieses Zitat ungemünzt auf jüdische Holocaustopfer kann einen mehrjährigen Gefängnisaufenthalt zur Folge haben.

Na ja, ea war nur eine Frage der Zeit, bis ein durchgeknallter Mainstreampsychopat auch bei Herrn Brodkorb angesichts seiner Fähigkeit zu differenzieren rechte Tendenzen feststellen wird.
 
WP Donnerstag, 18.Februar 2010, 09:54 Uhr:
Muß nicht eigentlich der als "krank" bezeichnet werden, der vor nichts und niemanden Angst hat?
 
Quarktasche Donnerstag, 18.Februar 2010, 10:14 Uhr:
"Frage: Wie viele Juden hat ein zweijähriges Mädchen, das im Feuer von Dresden verbrannt ist, eigentlich auf dem Gewissen?"
...was soll den diese Frage an Lori? Sie sind vielleicht kein "aktiver Teil der rechten Debatte" aber natürlich nehmen sie diese auf und führen sie fort. Und das ist zu kritisieren. Sind sie der Meinung rechtes Gedankengut ist nicht genug verbreitet? Was ist die Kernaussage ihres Artikels? Es wird nicht klar. Ihre einzigste logische Figur scheint der Umkehrschluss zu sein. Uninteressant, bestenfalls.
 
Ansgar Donnerstag, 18.Februar 2010, 12:32 Uhr:
@Harki ad "Konvertitenschicksal"

Es nervt halt ziemlich, daß die Konvertiten nach ihrem Damaskuserlebnis im neuen Lager genauso lautstark und polemisch weiterschreien wie sie es vorher auch getan haben ... neues Spiel, neues Glück und immer an der Spitze.
 
Karl Donnerstag, 18.Februar 2010, 13:19 Uhr:
Lieber Herr Brodkorb, verstehe ich recht, dass Sie sich der Forderung nach einem nationalen Gedenktag für die „deutschen Kriegs- und Gewaltopfer“ anschließen?
 
Nasenmann Donnerstag, 18.Februar 2010, 13:51 Uhr:
@Max Baumgärtner:
"Sie sehen doch in jedem CDUler einen potentiellen Nazi"

Mehr davon! Ich komme aus dem Schmunzeln nicht mehr heraus.

@Mathias Brodkorb:
Habe ich es richtig verstanden, dass sie einen Nationaltrauertag für die deutschen Kriegsopfer des WKII für legitim, vieleicht sogar wünschenswert halten? Irgendwie klingt das so, als ob das einzige was für sie dagegen spräche die Tatsache sei, dass Leute die sogar von ihnen als rechtsextrem bezeichnet werden das auch wollen.
Wozu gibt es eigentlich den Volkstrauertag?
Sehr böse gefragt: Was macht die deutschen Kriegsopfer so besonders?
 
Quarktasche Donnerstag, 18.Februar 2010, 14:15 Uhr:
"...fordern, den 13. Februar zu einem nationalen Gedenktag für die „deutschen Kriegs- und Gewaltopfer“ zu erheben, ..., wogegen in der Sache nicht nur deshalb nichts zu sagen wäre, weil der 27. Januar zeitlich vor dem 13. Februar liegt."

Die weiteren Gründe, warum dagegen nichts zu sagen wäre, würden mich wirklich mal interessieren. Denn der genannte "tut´s nicht" allein. Können sie die anderen Gründe auch benennen Herr Brodtkorb?
 
Harki Donnerstag, 18.Februar 2010, 15:24 Uhr:
Machte man den 13.2. wirklich zu einem "nationalen Gedenktag für die deutschen Opfer", ließe man sich von den Rechten ihren Popanz Dresden aufnötigen, und das geht nicht, und das wissen Sie auch.

Auch außenpolitisch ist das völlig ausgeschlossen. Gott sei Dank. Bei 20 Millionen toten Russen und 6 Millionen ermordeten Juden ist ein "Gedenktag für die toten deutschen Zivilisten" eine Geschmacklosigkeit und eine weinerliche Lachnummer. (Ja, man darf über Leute lachen, die etwas zu laut und zu lang weinen.)

Außerdem ist nicht nur Dresden zerstört worden, sondern fast jede deutsche Großstadt. (Man hat manchmal fast den Eindruck, daß die Dresdner ihren Gedenk-Sonderstatus in dieser Hinsicht genössen und daher besonders intensiv trauerten.)

Meine Güte, sollen die Leute halt lokal der Zerstörung ihrer Städte gedenken, aber dazu hat außerhalb Dresdens anscheinend auch niemand so recht ein Bedürfnis. Hier fällt z.B. niemandem der 9. Oktober auf (der Tag, an dem 1943 Alt-Hannover untergegangen ist).

Und eben, es gibt schon den Volkstrauertag, der längst kein Heldengedenktag mehr ist.

Daher ist es, ich wiederhole es, unnötig und ausgeschlossen, sich von den rechten Jammerlappen einen nationalen Jammer-Tag aufnötigen zu lassen.
 
Quarktasche Donnerstag, 18.Februar 2010, 15:52 Uhr:
"Es gibt also ein ... Bedürfnis zu trauern. Das tun die Dresdner ja auch."
 
Mathias Brodkorb Donnerstag, 18.Februar 2010, 15:55 Uhr:
@ Quarktasche: Was genau wollen Sie denn damit sagen, dass Sie Ausgesprochenes noch einmal zitieren? Trauern betroffene Dresdner etwa nicht? Trauerten Sie nicht, wenn Sie betroffen wären und ihre Mutter vor Ihren Augen verbrannt wäre?
 
Mathias Brodkorb Donnerstag, 18.Februar 2010, 15:57 Uhr:
@ Harki: "Machte man den 13.2. wirklich zu einem "nationalen Gedenktag für die deutschen Opfer", ließe man sich von den Rechten ihren Popanz Dresden aufnötigen, und das geht nicht, und das wissen Sie auch." Wohl wahr: Ich meinte ja auch (und insofern danke ich für den Hinweis und korrigiere mal fix den Kommentar), dass es mich nicht störte, wenn dererlei seitens der Bundesregierung angedacht würde - aber so lange die JLO und Co. "trauern", wird das eh nicht passieren, wie ich ja auch in meinem Artikel ausgeführt habe.
 
Quarktasche Donnerstag, 18.Februar 2010, 16:28 Uhr:
@Brotkorb

"Trauern betroffene Dresdner etwa nicht?" ...sind sie schwachsinnig oder was?

Soll ich ihnen meine #Mutter mal rumschicken? Die erzählt ihnen was über historische Symbole u.s.w.
 
Harki Donnerstag, 18.Februar 2010, 16:28 Uhr:
@ Brodkorb

"aber so lange der JLO und Co. demonstrieren, wird das eh nicht passieren"

Natürlich nicht, schon klar. :-)

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@ falke27

"Gemein ist all diesen Linkswählern, daß sie in der beschriebenen Lebenswelt eben gerade nicht leben"

Mit anderen Worten: die Einwohner von Hannover leben gar nicht in Hannover. ;-)

Die Wahlbeteiligung dieser gar nicht in Hannover lebenden Hannoveraner mit deutscher Staatsbürgerschaft lag übrigens bei 73 %
 
Mathias Brodkorb Donnerstag, 18.Februar 2010, 16:44 Uhr:
@ Quarktasche: Sorry, das wird mir jetzt zu sachlich...
 
Quarktasche Donnerstag, 18.Februar 2010, 19:10 Uhr:
...Sie meinen "unsachlich"?
 
Falke27 Freitag, 19.Februar 2010, 08:15 Uhr:
Mit anderen Worten: die Einwohner von Hannover leben gar nicht in Hannover. ;-)

Die Wahlbeteiligung dieser gar nicht in Hannover lebenden Hannoveraner mit deutscher Staatsbürgerschaft lag übrigens bei 73 %


---Lieber Harki. Waren Harkis nicht übrigens die algerischen Kollaborateure der Franzosen in Algerien? Na ja egal. Ich erkläre es dir gerne nochmal. Rot-Grün-Wähler wohnen in den Speckgürteln der Großstädte. Keine Arbeitslosigkeit, keine Ausländer, keine Probleme. Da leistet man sich gerne die Torheit weiter links zu wählen. Deren Politik muß man ja nicht selber ausbaden. Allenfalls für ein paar "Abenteuer"-semester als Student wagt man mal den Ausflug in die große richtige Stadt. Diejenigen, die dort aber ihr ganzes Leben wohnen, den Bus benutzen müssen, türkische Nachbarn haben und dortige SChulen besuchten, denken etwas anders über Multikultistan. Und die gehen leider noch nicht/nicht mehr wählen.
 
E. Schultz Freitag, 19.Februar 2010, 08:47 Uhr:
Mir soll keiner erzählen, daß sie oder er wirklich um jemanden trauert, wenn dieses Trauern selektiv ist und nur bestimmte Opfergruppen einschießt, während man gleichzeitig das Trauern um andere Opfer verächtlich macht, wie es z.B. Harki hier tut.

Wenn man das Gedenken am 13. Februar pauschal in Frage stellt bzw. lächerlich macht, dann muß man sich überhaupt nicht wundern, weshalb dann Gruppen vom äußersten politischen Rand gerne die dadurch entstandenen Lücken nutzen. Und dann lösen auch keine "Anti-Nazi"-Blockaden das eigentliche Problem.

Dieses besteht nach wie vor darin, daß das Gedenken an unterschiedliche Opfergruppen in Deutschland fast immer auf eine Klassifizierung herausläuft bzw. diese dabei zumindest einen Bestandteil darstellt. Die einen befürchten bei jeder öffentlichen Erwähnung der einen Opfergruppe, daß dadurch die andere Opfergruppe ins Hintertreffen geraten könnte und die anderen fürchten genau das Gegenteil. Dies ist unverkennbar eine politische Diskussion, die mit dem eigentlichen Sinn von Trauerarbeit so gut wie nichts gemeinsam hat.
 
WP Freitag, 19.Februar 2010, 11:27 Uhr:
Etwas zu unterlassen, was man im Prinzip gutheißt, nur weil es - igittigitt - die Rechten der JLO auch fordern, ist was?
Helfen Sie mir, Herr Brodkorb, ist das dumm, zeugt das von mangelnden Selbstbewußtsein oder wie sehen Sie das?
 
Harki Freitag, 19.Februar 2010, 14:31 Uhr:
@XY

"Diejenigen, die dort aber ihr ganzes Leben wohnen, den Bus benutzen müssen, türkische Nachbarn haben"

Ach, Unfug. Wir leben hier mit den Ausländern, und haben eigentlich und grosso modo keine Probleme mit ihnen. Wen wir hier hingegen nicht haben wollen, sind Leute wie Sie.

Das haben ihre Leute ja auch schon VIII.2008 in Köln zu spüren bekommen.
 
Anselm Greiner Freitag, 19.Februar 2010, 15:38 Uhr:
@harki

"Wir leben hier mit den Ausländern, und haben eigentlich und grosso modo keine Probleme mit ihnen."

Sie waren wohl sehr, sehr lange nicht mehr in einer Stadt in NRW beispielsweise unterwegs? Oder haben in eine großstädtische Hauptschule geschaut? Oder sind abends in bestimmten Buslinien gefahren? Wie kämen Sie sonst zu solchen Behauptungen? Aber es ist ja längst gang und gäbe bei uns, nicht die herrschenden Zustände zu attackieren, sondern die, die sie beim Namen nennen.
 
Waddedu Freitag, 19.Februar 2010, 16:46 Uhr:
"Ach, Unfug. Wir leben hier mit den Ausländern, und haben eigentlich und grosso modo keine Probleme mit ihnen. Wen wir hier hingegen nicht haben wollen, sind Leute wie Sie."

Ja und solche Leute wie "Harki" wollen wir eigentlich auch nicht in Deutschland.

68er-Multikultifanatiker zerstören nämlich unsere Heimat.

Wollen Sie nicht vielleicht auswandern, Herr Harki? Ich würde ihnen dafür auch gern 150€ spenden, damit sie sich das Fluticket leisten können. Ihr Abgang wäre nämlich ein satter Gewinn für Deutschland und ein Verlust für die "brd". Ich denke, wenn sie gleich noch einige ihrer 68er Kumpels mitnehmen, wird es allmählich fast schon wieder lebenswert in Deutschland.

Ein einheimischer Multikultifreak ist meiner Meinung nach schlimmer als 1000 schwre integrierbare Ausländer. Nicht die Ausländer sind das Problem, sondern die "eigenen" Leute, die am Untergang der Heimat arbeiten.

Gruß Waddedu
 
normaler_bürger Freitag, 19.Februar 2010, 19:20 Uhr:
@Waddedu
„68er-Multikultifanatiker zerstören nämlich unsere Heimat.“

Ich bin zwar erst 64 geboren aber das hindert mich nicht daran „ein einheimischer Multikultifreak“ zu sein.

„Nicht die Ausländer sind das Problem, sondern die "eigenen" Leute, die am Untergang der Heimat arbeiten.“

Was steht dann in Zukunft auf den Plakaten der Rechtsextremisten? Statt "Ausländer raus!" ? "Deutschland nicht mehr den Deutschen!"???

Also mal ganz ehrlich, darüber kann man jetzt nur noch lachen. Vielleicht kommen Sie einfach wieder, wenn Sie sich entschieden haben wen genau Sie nun eigentlich hassen möchten. Ist dann vielleicht ein klein wenig übersichtlicher für mich als schlicht gestrickten "Multikultifreak"…
 
normaler_bürger Samstag, 20.Februar 2010, 06:01 Uhr:
@Harki
Können wir uns bittebitte darauf einigen, das der "staatlich subventionierten Kampf "gegen rechts"" in Westdeutschland zumindest in den Dörfern nicht eingestellt wird? Die Bürger schlafen hier nämlich zuweilen ein wenig länger als in der Stadt und manche Kommunalpolitiker müssen erst zum Jagen getragen werden. Wenn ich mein Engagement zukünftig also nur noch unter den „Argusaugen des Verfassungsschutzes“ und nur noch mit meinen eigenen finanziellen Mitteln wahrnehmen könnte, ach nö...das wären jetzt aber ein paar sehr hohe Mauern, finden Sie nicht?
(...hey ich bin alt, ich kann nicht mehr so hoch klettern. ;-)) )
 
Arthur Montag, 22.Februar 2010, 17:24 Uhr:
"... sondern auch hart gesottene „linke“ Gewalttäter und Extremisten" - Haha, SPD supports Extremismustheorie! Ich könnte schon wieder kotzen!

Artikel "Markiert als: * Revisionismus" - ja, richtig!
 
Jens M. Mischer Samstag, 16.Oktober 2010, 16:11 Uhr:
"...Vertreter rechtsextremer Kameradschaften Transparente mit der hirnlosen Losung „Kein Vergeben – Kein Vergessen!“ stolz vor der Brust hielten, offenbar ohne zu bemerken, dass sie damit genau jener Kollektivschuldthese – nur in umgekehrter Form – huldigten, die sie sonst so vehement zurückweisen, wenn umgekehrt antideutsche „Linke“ „Bomber Harris, do it again“ skandieren."

Kann ich daraus schließen, daß es so oder so keine Kollektivschuld und damit keinen Grund zum deutschen Selbsthaß gibt ?
 
Heiner Wolfmuehle Montag, 16.Juli 2012, 00:36 Uhr:
@Brodkorp

Sehr geehrter Herr Brodkorp, was mir in Ihren Einträgen sehr auffällt, ist Ihre deutlich wahrnehmbare Faszination für die Gedanken der Neuen Rechten. Die Faszination kann ich durchaus verstehen, sind diese Gedanken doch auch Teil der Moderne, die ja mit Ihrem Aufkommen, um mit Mohler zu sprechen (dort Bezogen auf die Französische Revolution), ihre Gegner gebiert und damit auch Teil des Diskurses sind. Es gibt eine berechtigte Faszination an diesen morbiden Rekurs auf die deutsche Romantik, auf jene gegen die Aufklärung gerichteten Denker wie Arndt und Baader, welche sich die alte Scholastik zurück wünschten und "Angst" vor der "Autonomisierung" der Menschen, also der Liberalisierung, Eigenverantwortlichkeit und Selbstbestimmtheit auch in moralisch/ethischen Fragen, hatten. Letztlich sind es viele Vertreter der KR, die sich darauf beriefen. Diese Faszination für solche Konzepte teilen sie u.a. auch mit Walter Benjamin, der aber an Kritik nicht sparte, auch wenn ihm seine Franz von Baader Ausgabe eine besondere Aufmerksamkeit zukam.

Und eben dies ist mein Punkt, Ihre Faszination am Morbiden scheint das kritische zuweilen zu vernebeln und in Sympathie überzuschlagen. Sie scheinen mitunter diesem Hofmannsthalschen Ton sowie der Gehlen-Verherrlichung zu verfallen. Wie komme ich nun darauf?

Es ist schon ziemlich krass, einem Gedenken an den Holocaust ein Gedenken an die "deutschen Kriegs- und Gewaltopfer“ zur Seite stellen zu wollen.

Ja das sind nicht Ihre Worte!
Jedoch schreiben Sie später "wogegen in der Sache nicht nur deshalb nichts zu sagen wäre, weil (...)". Sie distanzieren sich also nicht vom nationalen Bezug, von den "deutschen Opfern". Es fällt Ihnen gar nicht ein, dies zu kritisieren. Sie berufen sich auf die DDR-Rezeption des 13. Februar, aber zu dieser Zeit wurde eben allen Opfern des von Deutschland begonnen Krieges gedacht. Gegen einen solchen Gedenktag wäre in der Tat nichts einzuwenden.

Dass Ihre Kritik nicht an diesem Punkt ansetzt, dass Sie nicht in Richtung NR kritisieren, dass Opfer des Krieges nicht in ihrer Eigenschaft als „Deutsche“ sonder als Menschen zu betrauern sind, egal welcher Nation, macht auf mich den Eindruck, als seien Sie schon ins Netz der klebrigen Worte der Verblender auch Schnellroda gegangen.
 

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