von Redaktion
   

Vorschau auf die Landtagswoche: NPD bügelt nach Storch Heinar Lachattacke Fehler aus

In den zurückliegenden Wochen hatte die arg gebeutelte NPD wohl Besseres zu tun, als Anträge oder Gesetzesinitiativen für die morgen beginnende Plenarwoche auszuarbeiten. Während ihrem Chef das Chaos in seiner Partei Sorgen bereitet, tingelten die Fraktionsmitarbeiter mit einer Mini-Tour durchs Land. Die verbleibenden Kräfte leisteten sich prompt einen peinlichen Patzer – sie wollten „Konversationsflächen“ nutzen. Darüber scheint Tacheles geredet worden zu sein. Im aktuellen Antrag hat die NPD ihren Fauxpas behoben.

Lieber auf der Straße als im Parlament (Foto: Oliver Cruzcampo)

Storch Heinar staunte Ende März nicht schlecht, als ihm ein Antrag der NPD-Fraktion zugespielt wurde. Darin forderte die braune Truppe um ihren Frontmann Udo Pastörs „Asylanten nicht ihren Heimatländern entfremden – Konversationsflächen umgestalten“. Ihren Fehler bügelten die Antragssteller aus, augenscheinlich haben sich die Verantwortlichen in langen Konversationsabenden darüber Gedanken gemacht. Und so lautet der korrekte Titel des menschenverachtenden Initiative jetzt „Asylanten nicht ihren Heimatländern entfremden – Konversionsflächen umgestalten“ (DS 6/2839). Der Inhalt wird dadurch nicht besser, im Gegenteil: Die Internierungspläne der Rassisten offenbaren ihr hasserfüllte Weltbild abseits von Porno-Sternchen wie „Kitty Blair“, grapschenden Ex-Parteivorsitzenden und gefallenen Generalsekretären.

Mit einem gewissen Galgenhumor wird Udo Pastörs den Fauxpas seiner Fußtruppen zur Kenntnis genommen haben. Angesichts der enormen Probleme seiner Partei werden ihm die inhaltlichen Schwächen seiner Fraktionsmitarbeiter aber keine schlaflosen Nächte bereiten. Denn er muss die Scherben einer Partei zusammenkehren, der gerade ihr Spitzenpersonal abhanden kommt. Ob er hierfür, wie einst angedroht, seinen „Besen mit Eisenborsten“ bestückt hat, ist nicht bekannt.

NPD auf der Straße zuhause - nicht im Parlament

Womöglich werden die Verantwortlichen ihren Patzer auf ein schwierige Situation zurückführen, war doch ein Teil der NPD-Mitarbeiter in den letzten Wochen mit einer Mini-Tour an der Ostsee unterwegs. Bei ihren Stopps stieß die offensichtlich arg demotivierte Werbe-Mannschaft allerdings auf taube Ohren.

NPD-Fraktionsmitarbeiter buhlen in Schwerin um neue Anhänger (Foto: ENDSTATION RECHTS.)

Die Abgeordneten des Landtags werden sich demgegenüber die erste Lesung des Gesetzentwurfes: „Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Gesetzes über die Rechtsverhältnisse der Mitglieder des Landtages von Mecklenburg-Vorpommern (Abgeordnetengesetz Mecklenburg-Vorpommern - AbgG M-V)“ (DS 6/2838) sicherlich zu Gemüte führen. Mit der Gesetzesänderung möchte die NPD die Zuwendungen für stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Leiter von Arbeitskreisen eindämmen. Gespannt warten Beobachter auf die Debatte, hatte doch die NPD in den letzten Monaten ihr eigenes Verständnis zur Nutzung von Steuermitteln gezeigt. Die Fraktion steht im Verdacht einen fünfstelligen Betrag zu Unrecht kassiert zu haben. Das Geld wurde von der zuständigen Landtagsverwaltung zurückgefordert.

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