USA

Vor 25 Jahren: Neonazi-Attentäter Timothy McVeigh hingerichtet

Timothy McVeigh wurde am 13. Juni 1997 von einem US-amerikanischen Bundesgericht zum Tode verurteilt und am 11. Juni 2001 im Bundesgefängnis Terre Haute (Indiana) mittels Giftinjektion hingerichtet, nachdem sein letztes Gnadengesuch von US-Präsident George W. Bush abgewiesen worden war.

Donnerstag, 11. Juni 2026
Anton Maegerle
Die Gedenkstätte "Oklahoma City National Memorial" wurde zweieinhalb Jahre nach dem Anschlag eröffnet, Foto: Dual Freq, CC-BY 2.5
Die Gedenkstätte "Oklahoma City National Memorial" wurde zweieinhalb Jahre nach dem Anschlag eröffnet, Foto: Dual Freq, CC-BY 2.5

Der Rechtsextremist Timothy McVeigh hatte am 19. April 1995 einen der schwersten Anschläge in der Geschichte der USA verübt. Beim Bombenattentat auf das Bundesgebäude Murrah Federal Building in Oklahoma City starben 168 Menschen, darunter 19 Kinder, mehr als 500 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt.

Unterstützt wurde der Golfkriegsveteran dabei von Terry Nichols und Michael Fortier. Die Bombe war ein 2,4 Tonnen schwerer, aus Ammoniumnitrat (Mineraldünger) und mehreren hundert Litern Nitromethan (Dragster-Kraftstoffzusatz) selbst hergestellter Sprengsatz, der in einen gemieteten Lkw geladen worden war.

„168:1“

Inspiriert wurde McVeigh für den Anschlag durch das rechtsterroristische Standardwerk „The Turner Diaries“. Dieser in Tagebuchform geschriebene Roman wurde von William Pierce unter dem Pseudonym Andrew McDonald 1978 verfasst. Der fiktive Erlebnisbericht eines weißen Patrioten namens Earl Turner beschreibt den Fortgang einer weißen Revolution, die mit einem Anschlag auf das FBI-Hauptquartier ihren Anfang nimmt. Das seit 2006 in Deutschland indizierte Buch gilt als Standardwerk der weißen separatistischen Bewegung in den USA. „Nur die Anschläge vom 11. September (2001) waren noch tödlicher“, so die Bundeszentrale für politische Bildung. „The Turner Diaries“ war den NSU-Terroristen bekannt. Auf den Computern der NSU-Unterstützer Andre Eminger und Ralf Wohlleben wurden Kopien gefunden.

On June 2, 1997, Timothy McVeigh was convicted of murder by a federal jury in the 1995 bombing of the Alfred P. Murrah Federal Building in Oklahoma City, which killed 168 people. (McVeigh would be sentenced to death and was executed in 2001.)

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— Chicago Tribune (@chicagotribune.com) 2. Juni 2026 um 20:15

Exakt zwei Jahre vor dem Anschlag in Oklahoma City am 19. April 1993 hatte das FBI das Hauptquartier der Davidianersekte um ihren militanten Führer David Koresh im texanischen Waco gestürmt. 76 Menschen, darunter zahlreiche Kinder und Frauen, kamen laut FBI ums Leben. Vor Gericht behauptete McVeigh, er habe aus persönlicher Rache für die Waco-Aktion gehandelt.

Zu den wichtigsten Zahlen- und Buchstabencodes in der rechtsextremen Szene zählt „168:1“, das sich auf das Bombenattentat von McVeigh bezieht. In menschenverachtender Weise wird mit dem Code wie bei einem Fußballspiel das „Ergebnis“ dieses Anschlages als Erfolg gefeiert, da eben 168 Opfer einem toten Rechtsextremisten gegenüberstehen.

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