Volksverhetzender Sender

Koblenz/Bad Dürkheim – Mit rund 270 Beamten gingen am Mittwoch Ermittler des Bundeskriminalamtes gegen das neonazistische „Widerstand Radio“ vor, dabei wurden in zehn Bundesländern 21 Männer und Frauen aufgrund von Haftbefehlen wegen Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung und Volksverhetzung festgenommen und dem Haftrichter vorgeführt.

Mittwoch, 03. November 2010
Redaktion

Sie nannten sich „AryanGirl“, „Leitwolf88“, „racist2884“ oder „SGE-Hooligan“, grüßten sich mit „Heil Euch Kameraden“ und waren Moderatoren des „Widerstand Radio“-Projektes mit Schwerpunkt in Rheinland-Pfalz. Den Administratoren und Moderatoren wird vorgeworfen, sich mit dem Abspielen von Musiktiteln deutscher und internationaler Skinhead-Bands mit menschenverachtenden, rassistischen und zum Teil nationalsozialistischen Inhalten strafbar gemacht zu haben.

Das „Widerstand-Radio“ war laut BKA rund um die Uhr weltweit über das Internet hörbar. Die Staatsanwaltschaft Koblenz ermittelt gegen die Beteiligten wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung, Volksverhetzung und weiterer Straftaten.

Beim „Widerstand Radio“ wurden Rechtsrock-Bands wie „Aufbruch“ aus Mannheim mit polizeibekannten Musikern vorgestellt. Die Sendungen und Interviews wurden in mehreren Sprachen ausgestrahlt, zum Jahresbeginn wünschten die Betreiber ein „schönes neues Kampfjahr“. Nach eigenen Angaben wurden „Promo-Songs“ von Neonazi-Bands bereits vor den Veröffentlichungen gespielt, was auf gute Kontakte im internationalen Netzwerk hindeutet. Unter anderem durchsuchten die Beamten heute auch ein Objekt im thüringischen Kyffhäuser-Kreis sowie in Ostvorpommern. In der „alten Bäckerei“ in Anklam probt die Szene-Band „Wiege des Schicksals“. (ar)

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