Volksverhetzende Märsche

Stolberg/Eschweiler – Neonazis rufen abermals zu fremdenfeindlichen Demonstrationen in der Städteregion Aachen auf und wollen angeblich so an einen erstochenen Heranwachsenden erinnern.

Montag, 23. Januar 2012
Redaktion

Die braunen Aufmärsche finden regelmäßig im April in Stolberg statt, wo in der Nacht vom 4. auf den 5. April 2008 ein zur Tatzeit 18-jähriger Migrant im Streit einen 19-jährigen Berufsschüler aus Eschweiler erstach. Seit 2009 fanden jeweils rund um den Todestag freitags ein Fackelmarsch und samstags ein großer „Trauermarsch“ in der Kleinstadt statt. Erstmals soll es in diesem Jahr jedoch zwei zeitlich und räumlich getrennte Aufzüge geben. Ebenso neu ist, dass eine der Demonstrationen am 31. März in Eschweiler, der Heimatstadt des Todesopfers, durchgeführt wird. Der große Aufmarsch wird am Ostersamstag in Stolberg stattfinden.

Organisatoren der Aufzüge sind der frühere Vorsitzende des NPD-Kreisverbandes Düren sowie das Mitglied des Kreistages in Düren, Ingo Haller (Niederzier), der Neonazi Axel Reitz (Pulheim) und die „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL). Das Motto der Aufmärsche lautet „Gegen Ausländerkriminalität und Inländerfeindlichkeit – Mord, Wut, Widerstand“. In den ersten Monaten nach der Bluttat hatten NPD und Neonazis zur Mobilisierung auch die Lüge verbreitet, das Opfer sei ein „Kamerad“ gewesen. Die Demonstrationen in Stolberg waren seitdem geprägt von einem extremen Fremdenhass, die Polizei leitete mehrfach Verfahren wegen Volksverhetzung gegen Teilnehmer und Redner ein.

Unklar ist noch, ob der Aufmarsch am 31. März in der Innenstadt von Eschweiler stattfinden kann. An besagtem Wochenende findet in der an Stolberg angrenzenden Kleinstadt ein großes Volksfest statt. (mik)

 

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