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Vermittlung für „Escort 4 You – German Beauties“? Vorwürfe gegen Schweriner AfD-Kandidatin

Recherchen der Schweriner Volkszeitung (SVZ) werfen ein pikantes Licht auf die Vergangenheit von AfD-Landtagskandidatin Petra Federau. Der Zeitung zufolge habe die Schweriner Stadtvertreterin für eine in Abu Dhabi ansässige Escort-Agentur junge Frauen angeworben und teilweise in den arabischen Raum begleitet. Federau schweigt zu den Vorwürfen.

Petra Federau, hier bei ihrer Rede auf dem AfD-Landesparteitag

Delikat an der Sache: Federau wird nicht müde, gegen den Islam und seine vermeintlichen Folgen zu wettern. Erst in der Vorwoche hat sie auf Facebook eine Grafik geteilt, in der beklagt wird, die „Misere“, die der Islam in islamischen Ländern angerichtet habe, hätte nun Europa erreicht. Der Bericht der Schweriner Volkszeitung über ihre Rolle als mutmaßliche Vermittlerin für den Escort-Service „Beauty Escort 4 You – German Beauties“ wirft vor allem die Frage auf, wie Federaus vor Monaten geäußerte Warnung vor „Krankheiten aus aller Welt“ zu verstehen ist, die sich Deutschland insbesondere mit Flüchtlingen ins Land hole.

Petra Federau, die für die AfD zur Landtagswahl im Herbst in Mecklenburg-Vorpommern auf Listenplatz 3 kandidiert, soll Frauen aus der Region unter dem Namen „Pia Sommer“ kontaktiert und angeworben haben. Spätere Verträge habe sie dann aber mit ihrem richtigen Namen unterschrieben, wie die SVZ berichtet. Interessentinnen wären über Anzeigen in Anzeigenblättern oder dem Internet geworben worden. Die Escort-Agentur habe von den vermittelten Frauen rund ein Drittel der Einkünfte als Provision behalten. Der Stundensatz lag nach Recherchen der Lokalzeitung bei umgerechnet 150 Euro. Für eine Woche Einsatz in Dubai oder Abu Dhabi lag das Honorar der vermittelten Frauen bei 2.500 Euro – abzüglich der Provision der Agentur. Wie die SVZ berichtet, hätten die angeworbenen Frauen insbesondere bei der Einreise Angst gehabt, kontrolliert und verhaftet zu werden.

Federau selbst hat sich zu den Vorwürfen bisher nicht geäußert. Dies dürfte aber wohl nur eine Frage der Zeit sein. Ihr Anwalt habe gegenüber der SVZ eingeräumt, seine Mandantin habe „nicht das geringste einzuwenden gegen sorgfältig recherchierte Zeitungsartikel“, so das Blatt. Was zunächst also bleibt sind Kratzer am selbst gewählten Image als „Sauberfrau“, zumal auf dem kürzlich durchgeführten AfD-Landesparteitag diese Episode ihrer Vergangenheit kein Thema war. Wenngleich die Parteispitze dort andere Vorwürfe – das Wort „Datenmissbrauch“ stand im Raum – gegen die ehemalige Geschäftsführerin des AfD-Landesverbandes und heutige Geschäftsführerin der Schweriner AfD-Stadtratsfraktion erhob.

Kommentare(6)

Don Geraldo Mittwoch, 16.März 2016, 09:25 Uhr:
Ich kann aus dem Beitrag nicht ersehen, was jetzt eigentlich der "Vorwurf" ist.
Wurden die Einnahmen nicht ordnungsgemäß versteuert, oder um was geht es ?
 
Rainer Zufall Mittwoch, 16.März 2016, 11:34 Uhr:
@Don Geraldo
Ich denke die berechtigte Kritik macht sich an der Doppelmoral fest, die sich bei vielen selbsternannten "Werte-, Kultur-, Traditionen- und Frauenschützern" zeigt- wenn man nur genau hinsieht. Ernsthaft: es zeugt von Heuchelei, wenn man sich als Verteidiger von "Frauenrechten" und gegen vermeintliche "Rapefugees" aufspielt und gleichzeitig die ideologischen und finanziellen Förderer von IS- und anderen Djihadistischen Gruppen mit Frauen versorgt- und diese bewusst der dort geltenden Todesstrafe für Prostituierte (bzw. solche die dafür gehalten werden) aussetzt. Das ist halt schlicht Zuhälterei auf "Edelniveau.
Und jetzt bitte kein "die machen das doch freiwillig, keiner hat sie gezwungen"-Bla-Bla. Wer so redet lügt schlicht. Nur weil eine Frau nicht immer von einem gewalttätigen und/oder manipulativen Zuhälter auf den Strich (oder andere Ausbeutungsverhältnisse in diesem Gewerbe) gezwungen wird, ist es zynisch und frauenverachtend, dem Rest "Freiwilligkeit" zu unterstellen. Armut übt einen nicht zu unterschätzenden Zwang auf uns alle aus und führt (leider) nicht selten dazu, dass Menschen unfreiwillig Dinge tun, die sie niemals tun würden, wenn sie andere Perspektiven hätten. Ich bin mir sicher, dass die allerwenigsten Frauen davon träumen, mit fremden Menschen für Geld ins Bett zu gehen und sich der Verfügungsgewalt eines Menschen auszuliefern, der durch den Handel (Geld gegen Sex) zu einem selbst die gleiche Beziehung hat, wie zu einem bezahlten Gegenstand.
 
R. Sterzing Samstag, 19.März 2016, 12:12 Uhr:
Soviel ich lese, geht es hier um "VERGANGENHEIT"!
Warum sollte die Dame nicht mit ihrer Vergangenheit abgeschlossen und daraus gelernt haben??? Warum ist ein (schlechtes) Verhalten in der VERGANGENHEIT, das anscheinend aber nicht kriminell war, ein Gradmesser für ihre HEUTIGEN Überzeugungen???

Doppelmoral wäre es, wenn sie AKTUELL und GLEICHZEITIG diese "Beschäftigung" noch ausüben würde!

Doppelmoral IHRERSEITS ist es, wenn sie Personen mit "unliebsamen" Meinungen oder Parteien ihre VERGANGENHEIT vorwerfen, während man AKTUELLE STRAFBARE VERGEHEN anderer Personen etablierter Parteien nicht an die große Glocke hängt oder gar noch relativiert und entschuldigt - und da gibt's ja leider genug! Angefangen bei Pädophilen, Steuerhinterziehern, Drogendealern und -konsumenten bishin zu Fälschern und Betrügern .....

Andererseits könnte man auch auf die Idee kommen, das die Dame aus eigenen Erfahrungen im Umgang mit dem Islam HEUTE davor warnt ......
 
Erik Sonntag, 20.März 2016, 01:08 Uhr:
@ R. Sterzing

Eben.
Das wäre ja genauso, als würde man einem ehemaligen Drogenabhängigen Doppelmoral vorwerfen, wenn er sich nach seiner Drogensucht gegen Drogenmißbrauch aussprechen würde.
Man könnte zum Beispiel auch den verurteilten Terroristenunterstützer Hans-Christian Ströbele Doppelmoral vorwerfen, wenn er sich gegen Terrorismus einsetzen würde.
Wenn sich ehemalige Nazis gegen aktuelle Nazis einsetzen, dann ist es bestimmt auch Doppelmoral.
 
Roichi Sonntag, 20.März 2016, 21:04 Uhr:
@ R.Sterzing

"Andererseits könnte man auch auf die Idee kommen, das die Dame aus eigenen Erfahrungen im Umgang mit dem Islam HEUTE davor warnt"

Man könnte vielleicht auf die Idee kommen, wenn das das Ergebnis sein muss und die Realität sich dem anzupassen hätte.
Sonst nicht.

Aber ist doch schön, dass du versuchst sie hier rauszuhauen. Egal wie, und egal womit.
Genauso wie Erik nicht substantielles am Aritkel kritisert bekommt, geht es dir auch nicht anders.
 
volker Montag, 21.März 2016, 07:42 Uhr:
Doppelmoral liegt vor wenn man wie hier verschweigt, dass man einen moralisch anstößigen Beruf nachgegangen ist. Das allein ist der Aufreger.
Sie Hezt in Menschenverachtender Manier und verschweigt ihre zweifelhafte Vergangenheit.
Vergleich mit einem Drogenabhängigen stellt sich nicht, der geht damit offensiv um, dass er
mal konsumiert hatte.
Volker Beck zB. er hatte sich immer für einen Liberalen Umgang mit Drogen eingesetzt.
 

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