von Redaktion
   

Verdacht auf Zuhälterei: Neonazi-Spitzel auf der Anklagebank

Die Anklageschrift weist 157 Fälle auf, die Tino Brandt zur Last gelegt werden. Die Staatsanwaltschaft Gera hat den früheren Kopf des militanten Neonazi-Netzwerkes „Thüringer Heimatschutz“ wegen sexuellen und schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern, sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen sowie Förderung sexueller Handlungen Minderjähriger angeklagt. Einen Teil der Vorwürfe soll Brandt eingeräumt haben.

Der ehemalige V-Mann Tino Brandt, Foto: Screenshot YouTube

Bereits seit Sommer sitzt Tino Brandt in Untersuchungshaft, nun klagt die Staatsanwaltschaft Gera den bekannten Neonazi an. Ihr Sprecher Jens Wörmann sagte dem MDR, dass Brandt schwerer sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen, Förderung der Prostitution und Förderung sexueller Handlungen von Minderjährigen in 157 Fällen zur Last gelegt werde. Einen Teil der Vorwürfe habe der frühere thüringische NPD-Spitzenkader eingeräumt.

Auf die vermutete Zuhältertätigkeit war die Polizei im Rahmen einer anderen Ermittlung gestoßen. Seit Frühjahr 2012 steht Brandt, der als V-Mann des Verfassungsschutzes nach eigener Aussage mehr als 200.000 DM Spitzellohn eingestrichen haben will, im Zentrum eines Versicherungsbetrugsfalls. Ihm und rund einem Dutzend Personen aus seinem Umfeld wird vorgeworfen, mit fingierten Arbeitsunfällen abkassiert zu haben.

Neonazi mit hoher krimineller Energie

Im Juni 2014 war u. a. die Wohnung von Brandt durchsucht worden. Seit 2011 soll er männliche Heranwachsende und Jugendliche, die sich prostituierten, ausgebeutet haben. Aus Ermittlerkreisen hieß es, der mehrfach wegen verschiedener Delikte angeklagte, aber nicht verurteilte, Neonazi habe bis zu 60 Prozent „Provision“ einbehalten. Auf seine Spur hatte die Aussage eines mutmaßlichen 15-jährigen Opfers geführt. 

Das Geld des Verfassungsschutzes habe Brandt, wie er mehrfach betonte, in den Aufbau eines militanten Kameradschaftsnetzwerkes, des „Thüringer Heimatschutzes“ (THS), gesteckt. Dort waren auch die späteren mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe aktiv, denen zehn Morde und mehrere Banküberfälle zur Last gelegt werden. Im laufenden Verfahren vor dem Oberlandesgericht München ist der Ex-V-Mann, der aus seiner Gesinnung nach wie vor keinen Hehl macht, als Zeuge gelad

Kommentare(7)

Irmela Mensah-Schramm Donnerstag, 13.November 2014, 16:36 Uhr:
Jene Nazis, die ja in widerlichsten Ausdrucksformen die "Todesstrafe für Kinderschänder" fordern, müßten diese demnach bei sich damit beginnen. Oder verstehe ich es falsch ?
Jener Timo Brandt dürfte ja nicht der einzige dieser Sorte sein...
Ein Nazi aus Zossen hat sich lieber selbst "gerichtet" vor einigen Jahren...........

Die "Todesstrafe" wird immer gern für ANDERE gefordert................
Nun der NSU hat ja die - mindestens 10 Menschen aus niedrigsten (rassistischen ) Beweggründen "hingerichtet", ermordet und der Verfassungssch(m)utz ist n i c h t unschuldig daran!
 
münchhausen Donnerstag, 13.November 2014, 21:50 Uhr:
- Matthias Paul, MdL Sachsen, zurückgetreten wegen des Verdachts auf Besitz von Kinderpornographie, kein Freispruch sondern Verfahren gegen Zahlung eingestellt.

- NPD-Wahlkampfhelfer (27) aus Pirmasens 2013 wurde vor dem Zweibrücker Landgericht wegen sexuellen Missbrauchs einer 13-Jährigen zu 32 Monaten Haft verurteilt. Der verurteilte zeugte mit dem Mädchen ein Kind.

- Sascha Wagner, NPD Pirmasens, laufendes Verfahren wegen der schweren körperlichen Misshandlung seiner Stieftöchter (15 und 17 Jahre). Eines der Stiefkinder war das Missbrauchsopfer des verurteilten NPD-Wahlkampfhelfers, das in der Zwischenzeit junge Mutter war

- Dominique O., Bonner NPD-Kreistagsabgeordneter, verurteilt wegen sexuellen Missbrauchs eines vierjährigen Mädchens

- Christian D., NPD-Kreisvorsitzender Saale-Orla-Kreis, Verdacht der Vergewaltigung

- Manuel H., Münchener Aktivist, Verurteilt wegen des Besitzes von Kinderpornographie

- Thorsten E., Mühldorfer Neonazi: Verurteilt zu 15 Monaten wegen Besitzes und Verbreitung von Kinderpornographie

- Andre Z., ehem. Mitglied des NPD-Kreisvorstands Bochum/Wattenscheid und „Jugendbeauftragter“ der JN, Verdacht des Besitzes von Kinderpornographie

- Kamerad der "Aktionsgruppe Windeck": Verurteilt zu 2 einhalb Jahren wegen Vergewaltigung

- Holocaustleugner Rainer L. aus Zosen entzieht sich einem Gerichtsverfahren wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Selbstmord
 
münchhausen Donnerstag, 13.November 2014, 22:04 Uhr:
- Bernd T., Gründer der Organisation „Sturm 18 Cassel – Kameradschaft Nordhessen“, Haftstrafe wegen Vergewaltigung eines 17-jährigen Mädchens (2010) und anderer Delikte bis Februar 2014. Seit Juli 2014 erneut in Untersuchungshaft wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung und der zweifachen gefährlichen Körperverletzung an zwei Mädchen.
 
Thomas R. Donnerstag, 13.November 2014, 22:59 Uhr:
Vorzeige-Nazi P. Wieschke müsste sich vor seinen Gesinnungsgenossen eigentlich auch eher verstecken anstatt durch Thüringen zu touren.

http://www.mdr.de/thueringen/patrick-wieschke-kindesmissbrauch100_cpage-1_zc-aae7aa91.html

die reaktion der szene : es gelte immernochdie Unschuldsvermutung. welch sanfte töne ...

die kommen mit ihrem zusammengeschnippelt und zurechtgebogenen weltbild selber nimmer klar.

allerdings wird die NPD scheinbar auch vom Kapital als "schmuddelkind" wie ein heisser apfel fallengelassen. die frischzellenkur heisst mittlerweile AfD.
 
DasNiveau Freitag, 14.November 2014, 08:14 Uhr:
Mal von "Todesstrafe für Kinderschänder" abgesehen hat der Spizel bestimmt auch so keinen leichten Stand bei den kammeraden.
 
orakelvondelphi Freitag, 14.November 2014, 20:26 Uhr:
mal ganz kühne these : vielleicht war auch hitler nur ein zwischenmenschlich gestörter homophober, der sich nicht an kleinen kindern, sondern gleich paar kategorien höher an der halben welt verging .... und deshalb diese absolut unerklärliche anziehungskraft auch heute noch auf eine gewisse ähnlich geprägte gesellschaftsgruppe ausübt.
ich mag absolut keine homosexuellen diskriminieren, stigmatisieren oder sonstwie vielleicht gar mit hitler gleichsetzen, aber auf manche leute wirkt der fetisch der macht eben scheinbar erotischer als auf andere. die NPD quasi als unfreiwilliger BDSM-club ... wer blickt schon in die hirne seiner anhänger ?

"Todesstrafe für Kinderschänder!" quasi als Schutzbehauptung ... wie gesagt, kühne These ...
 
orakelvondelphi Freitag, 14.November 2014, 20:55 Uhr:
@dasniveau : als "sponsor" hat er sich ja gut genug vermarktet ( VS-Honorare in Szene investiert etc. ) . Ihren "Führern" bleiben sie treu, weil ja auch der " ganz grosse " vielleicht nicht ohne fehler war, aber "die Idee" bei denen alles ist, was zählt. das macht sie ja so gefährlich ...
 

Die Diskussion wurde geschlossen