von Redaktion
   

„Unsterblichen“-Mitläufer: „Nationale Sozialisten Döbeln“ verboten

Sie beteiligten sich an der „Unsterblichen“-Bewegung: Nun hat am Montagmorgen das sächsische Innenministerium die Vereinigung „Nationale Sozialisten Döbeln“ verboten. Zu den Gründen gehört, dass die Organisation eine „Wesensverwandtschaft zum Nationalsozialismus“ zeige. Im Verlauf der Morgenstunden fanden bei den führenden Personen der Gruppe Hausdurchsuchungen statt.   

In einervom brandenburgischen Innenminister verboten.   

„In der Stadt sind vor allem freie rechtsradikale Gruppen aktiv. Im Bericht des sächsischen Verfassungsschutzes taucht die „Division Döbeln“ auf. Im Internet sind die „Nationalen Sozialisten Döbeln“ präsent, die auf ihrer Seite unter anderem Berichte von Steck- und Plakataktionen im Stadtgebiet verbreiten“, so heißt es in einem Bericht der Sächsischen Zeitung aus dem Jahr 2010.

In einem Forum der Freiberger Antifa wird bereits Ende 2009 von der Gewalttätigkeit der Gruppierung berichtet: Protagonisten der „Nationalen Sozialisten Döbeln“ seien immer wieder an „Angriffen auf Personen und Objekte in Döbeln beteiligt gewesen.“

In einem Industriegebiet in Döbeln hätte die Gruppe einen festen Treffpunkt gehabt, welcher als Proberaum und Schulungsort gedient hätte. Auch Konzerte hätten in diesem Gebäude stattgefunden. „Zuletzt hatte hier am 26. September [2009] ein Konzert der „Hausband“ der Döbelner Neonazis „Inkubation“ gemeinsam mit den Rechtsrockbands „Storm of mind“ (Wurzen), „Aryan Hope“ (Wurzen) und „Priorität 18“ (Dresden) stattgefunden.“

Im Zuge der Razzia sei den sechs führenden Mitgliedern zudem die Verbotsverfügung zugestellt worden, heißt es in der DNN. Zum weiteren Umkreis der Gruppe würden etwa 20 Personen aus Döbeln und Umland gehören. Gleichzeitig würden Hausdurchsuchungen von den Beamten des „Operativen Abwehrzentrums“ bei den führenden Mitgliedern der Organisation durchgeführt. Dazu gehöre auch der seit Jahren bekannte Szenetreffpunkt in der Reichensteinstraße.

Innenminister Ulbig sagte zu dem Verbot: „Wir treten den Feinden unseres Landes entschlossen entgegen.“ Die Mitglieder der „Nationalen Sozialisten Döbeln“ würden sich in die Nachfolge des „nationalsozialistischen Terroregimes“ stellen. „Wir lassen es nicht zu, dass Neonazis versuchen in unserer Heimat ein Klima der Angst zu verbreiten. [...] Menschenfeindlichkeit darf bei uns in Sachsen keinen Platz haben.“

Das Land Sachsen werde mit aller Konsequenz gegen den Rechtsextremismus vorgehen und Gruppierungen, die „ihre Organisation, ihre Struktur und ihr konspiratives Handeln“ versuchen zu verschleiern, mit einem Vereinsverbot belegen.

Foto: Screenshot

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