Unerträglicher Hetzer

Unter dem Titel „Mauthausen-Befreite als Massenmörder“ hetzt ein Stammautor in der FPÖ-nahen Monatszeitschrift „Die Aula“ über die 1945 befreiten Häftlinge des Konzentrationslagers Mauthausen. Ein Nationalratsabgeordneter der Grünen hat nun die rechte Zeitschrift angezeigt.

Dienstag, 15. September 2015
Anton Maegerle

„Aula“-Stammautor Fred Duswald (Jg. 1934) diffamiert in der Sommerausgabe des Rechtsblattes die Überlebenden des nationalsozialistischen Terrorlagers als „Landplage“ und „Kriminelle“, die „raubend und plündernd, mordend und schändend [...] das unter der 'Befreiung' leidende Land [plagten]“ und „mit den sowjetischen 'Befreiern' in der Begehung schwerster Verbrechen wetteiferte[n]“.

Harald Walser, Nationalratsabgeordneter der Grünen, hat jetzt die „Aula“, die vom Freiheitlichen Akademikerverband herausgegeben wird, wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung angezeigt. „Mit meiner Anzeige wird sich die Staatsanwaltschaft zu beschäftigen haben, aber ich gehe davon aus, dass sich Duswald für diese Ungeheuerlichkeiten wegen des Tatbestands der Wiederbetätigung zu verantworten haben wird“, so Walser in einer Pressemitteilung der österreichischen Grünen.

„Mauthausen-Gruselbesuch“

Bereits 2011 vergriff sich Duswald in der „Aula“ in einem Bericht über einen „Mauthausen-Gruselbesuch“ von Schülerinnen und Schülern in seiner Wortwahl in übelster Form. In den „hässliche(n) KZs“, so Duswald, „lernen sie zwar das Gruseln“, aber dies sei „kein Schulfach“. Er verstieg sich gar zu der Warnung: „... Schuldkult und KZ-Unterricht bewirken: Die Vernichtung der Persönlichkeit im Kindesalter."

„Schriftleiter“ der „Aula“ ist der in Graz lebende deutsche „Rechtsextremist“ (Verfassungsschutzbericht Bayern 2014) Martin Pfeiffer  (Jg. 1966). Pfeiffer ist Vorsitzender der von einstigen SS-Offizieren und NSDAP-Funktionären gegründeten „Gesellschaft für freie Publizistik“. Daneben führt er das NS-apologetische „Kulturwerk Österreich“, Landesgruppe Kärnten, als Obmann.

Duswald, seit 1962 Alter Herr der Burschenschaft Danubia München, ist Buchautor des rechtsextremen Grabert Verlages (Tübingen). Gelegentlich griff Duswald, vormals langjähriger Vorsitzender des in Waizenkirchen ansässigen rechtsextremen „Freundeskreises für Kultur und Zeitgeschichte“ für geschichtsrevisionistische und rechtsextreme Blätter wie „Deutschland in Geschichte und Gegenwart“ und „National-Zeitung“ zur Feder. 2008 war Duswald beim „Lesertreffen“ von „Lesen & Schenken“ (Verlagskomplex Dietmar Munier) als Referent zum Thema „Kampagnenjournalismus: Handwerk mit Freund- und Feindbildern“ angekündigt. 2004 berichtete er in der „Jungen Freiheit“ über einen „Abend bei der Burschenschaft Danubia“. 2001 lamentierte er im unionsnahen „Deutschland Magazin“, dass die „Homo-Ehe im deutschen Wertekanon aufgenommen“ sei. In einem Leserbrief in der „Süddeutschen
Zeitung gab Duswald 1999 kund, dass Polen am 1. September 1939 von „Deutschland zwar angegriffen, aber keineswegs überfallen worden“ sei.

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