von Redaktion
   

Unbekannte werfen Rauchfackel in Gebetsraum von Flüchtlingsunterkunft

Unbekannte Täter griffen gestern Abend eine Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in Wolgast an. Sie warfen eine Rauchfackel in einen Gebetsraum, in dem sich 13 Flüchtlinge aufhielten. Verletzt wurde niemand, die Polizei sucht Zeugen.

Dass gestern Abend bei einem Anschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in Wolgast niemand verletzt wurde, ist vermutlich einem glücklichen Zufall geschuldet. Gegen 23.00 Uhr warfen Unbekannte eine Rauchfackel durch ein geöffnetes Fenster des Wohnheims in der Baustraße. Ziel des Angriffs war ein Gebetsraum, in dem sich zum Tatzeitpunkt nach Polizeiangaben 13 syrische Flüchtlinge aufhielten, um zu beten. Die Fackel, vermutlich ein pyrotechnischer Gegenstand, entzündete sich nicht.

Der Fackelwurf blieb nicht der einzige Vorfall der Nacht. Nicht einmal eineinhalb Stunden später entzündeten ebenfalls unbekannte Personen eine Rakete auf einem Hinterhof des Wohngebietes, in dem sich die Gemeinschaftsunterkunft befindet. Die Polizei sucht Zeugen der beiden Vorfälle, der Staatsschutz ermittelt wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und Störung der Religionsfreiheit.

Gewalt gegen Flüchtlinge eskaliert

Für das vergangene Jahr weist die offizielle Statistik der Politisch Motivierten Kriminalität (PKM) für Mecklenburg-Vorpommern ein Rekord-Niveau aus. 1.032 Straftaten mit einer rechtsextremistischen Motivation erfasste das Landeskriminalamt – mehr als je zuvor. Alleine die Zahl der Gewalttaten verdreifachte sich im Vergleich zum Vorjahr. Darunter fallen sieben Brandanschläge auf Unterkünfte für geflüchtete Menschen.

2016 setzt sich die Anschlagsserie fort. Jüngst attackierten in Schwerin „Sieg Heil“-grölende Neonazis einen Mann, kurz darauf beschädigten Brandstifter das Hinweisschild des Flüchtlingsrates Mecklenburg-Vorpommern an einer Hausfassade in der Landeshauptstadt. Und vor gut acht Wochen hatten mutmaßliche Islamfeinde eine Scheibe der Schweriner Moschee eingeworfen.    

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