von Oliver Cruzcampo
   

Umstrittenes Geschäft in Hannover: Verkauf von Thor Steinar-Klamotten untersagt

Pleite für den Thor Steinar-Laden in Hannover: Die umstrittene Marke darf nicht mehr verkauft werden. Das Amtsgericht Hannover hat damit einer Klage der Eigentümerversammlung stattgegeben. Gegen das Geschäft hatte es in der Vergangenheit immer wieder Proteste gegeben.

Der umstrittene Laden in Hannover

In der Podbielskistr. 159 in Hannover darf ab sofort keine Kleidung der Marke Thor Steinar verkauft werden. Das hat am Dienstagmittag das Amtsgericht Hannover entschieden und damit einer Klage der Eigentümerversammlung des Gebäudes Recht gegeben. Diese wollte damit eine Unterlassung des Vertriebs von Bekleidung der bei Neonazis beliebten Marke erreichen, auch die zusätzlich angebrachten Plastikscheiben sollten entfernt werden.

In der Pressemitteilung des Gerichts heißt es, dass für den Fall der Zuwiderhandlung ein Ordnungsgeld bis zu 250.000 Euro, ersatzweise bis zu sechs Monate Ordnungshaft angedroht würden. Außerdem hat die Mieterin die, von ihr vor den eigentlichen Schaufenstern angebrachten, Plexiglasscheiben zu entfernen. Die Eigentümerin sei zudem verurteilt worden, Maßnahmen zu ergreifen, um die rechtswidrige Nutzung des Ladenlokals zu beenden. Der Mietvertrag habe am zum 1. September begonnen und sei auf zehn Jahre ausgelegt. Der monatliche Mietzins für die ca. 90 Quadratmeter betrage monatlich 2000 Euro.

Das Gericht habe zudem festgestellt, „dass die Eigentümergemeinschaft einen Anspruch auf Vornahme aller Maßnahmen hat, die dafür sorgen, dass in dem Laden keine Bekleidung der Marke „Thor-Steinar" angeboten wird. Bekleidung dieser Marke ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes aufgrund ihres Zusammenhanges mit einer rechtsradikalen Gesinnung nicht als unbedenklich einzustufen. Durch den Vertrieb dieser Bekleidung ist es Demonstrationen und Farbbeutelattacken gekommen, was eine Störung des Eigentumsrechts der übrigen Miteigentümer ist.“

Die Vermietung des Geschäfts hätte zudem vom Hausverwalter genehmigt werden müssen, das sei jedoch nicht erfolgt. Auch die Plexiglasscheiben müssten entfernt werden, da diese eine bauliche Veränderung darstellen, die ohne die dafür notwendige Genehmigung der Eigentümergemeinschaft angebracht wurden.

 

Die Gegenseite hat nun laut einem Sprecher des Gerichts einen Monat Zeit, um gegen das Urteil Berufung einzulegen. Bis dahin könnte gegen Zahlung einer Sicherheitsleistung in Höhe von 5.000 Euro vorerst weiterhin Thor Steinar-Kleidung über den Ladentisch gehen. Dennoch seien in dem Laden bereits erste Umzugskisten gesichtet worden – möglicherweise finden sich Eigentümerin und Mieterin also mit dem Urteil ab.  

Kommentare(2)

JK Inc Dienstag, 10.März 2015, 19:33 Uhr:
Lol. Kaufen die Deppen die Marke immer noch? Thor Steinar gehört nem arrabischen Großinvestor. Wenn das PI-News wüsste. Das die Idioten das nicht checken, ist eigentlich noch realsatirischer als wenn sie mit Klamotten des CSD-Sponsors Lonsdale rumrennen.
 
Redaktion Mittwoch, 11.März 2015, 09:52 Uhr:
"Ab Herbst 2008 führte Mohammed M. Aweidah die Geschäfte in Königs Wusterhausen. Aber beim Geld hört bekanntlich die Freundschaft auf, das gilt auch für Thor Steinar. Dass ein Moslem das ‘Imperium’ führte, störte etliche Kameraden, zumal Uwe Meusel zeitgleich als Geschäftsführer ausschied: Kaufboykotte waren die Folge. (...) Seit der Jahreswende 2009/ 2010 ist die Welt aber wieder in Ordnung. Der arabische Investor zog sich zurück."

http://www.hagalil.com/archiv/2013/12/19/thor-steinar/
 

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