Umstrittene „Krieger des Nordens“

Eine für Samstag vorgesehene Kampfsportveranstaltung in Halle/Saale ist massiv in die Kritik geraten, weil bei den vorgesehenen Duellen auch Gesichter aus der rechten Szene eingeplant sind. Eine erste Korrektur der Fightcard haben die Organisatoren bereits vorgenommen.

Mittwoch, 25. April 2018
Horst Freires

Ursprünglich tauchte dort nämlich noch der Name von Martin B. auf, der für den Ausrichter der Kampfsportschule La Familia bei der „9. Fightnight“, die unter dem martialischen Namen „Krieger des Nordens“ beworben wird, antreten sollte. Aus B.s Vita ist bekannt, dass er bis 2016 Stützpunktleiter Schwaben für die rechtsextreme Splitterpartei „Der III. Weg“ in Bayern war, ehe er zuletzt immer wieder bei der „Identitären Bewegung“ angetroffen wurde. Dazu zählt auch die Gruppe „Kontrakultur Halle“ und das von den „Identitären“ in Halle betriebene Hausprojekt in der Adam- Kuckhoff-Straße.

Universität kündigt Kooperationsvertrag

Sein Name wurde für den 28. April vom Veranstalter ebenso gestrichen wie der des 22-jährigen Timo F. aus Leipzig, der ursprünglich kämpfen wollte, nun jedoch mit einem gebrochenen Mittelhandknochen ausfällt, aber für das Imperium Fight Team (IFT) anderen Leipziger Kämpfern die Daumen drücken will und rund 400 Besucher allein aus Leipzig ankündigt. Führender Kopf beim IFT ist Benjamin B. aus Wurzen, der enge Verbindungen in die rechte Szene pflegt. Weil IFT-Kämpfer, von denen einige bei gewalttätigen Ausschreitungen im links geprägten Leipziger Stadtteil Connewitz Anfang 2016 beteiligt gewesen sein sollen, die La Familia Kampfschule in Halle auch für Sparringskämpfe nutzten und aktuell erneut auf der Fightcard stehen, hat nun die Universität in Halle reagiert und nach vier Jahren den Kooperationsvertrag zwischen dem Unisportzentrum und La Familia aufgekündigt.

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