von Redaktion
   

Überfall erfunden? Ermittlungen gegen Linken-Kommunalpolitiker

Die in einigen Medien geäußerten Zweifel an dem mutmaßlichen Messerangriff auf einen jungen Schweriner Kommunalpolitiker der Linken scheinen sich zu bestätigen. Heute hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen des Verdachts der Vortäuschung einer Straftat eingeleitet.

Ein Messer - aber nicht die Tatwaffe (Foto: Ütz, (CC BY 2.0)

In einer frühen Meldung sprach das Neue Deutschland von einem „Mordversuch“. Die Rede ist von einem mutmaßlichen Angriff vermeintlicher extrem rechter Gewalttäter auf ein 18-jähriges Vorstandsmitglied des Schweriner Kreisvorstandes der Linken. Auch ENDSTATION RECHTS. berichtete auf Grundlage einer von der Partei verbreiteten Pressemitteilung über den Vorfall. In einem Gespräch mit einer Polizeisprecherin wurden derweil einige Ungereimtheiten wie die späte Anzeige durch das mögliche Opfer, das durch 17 Messerstiche verletzt worden sein soll, angesprochen. Eine NDR-Artikel schürte anschließend die Zweifel an der Darstellung von Julian Kinzel.

Die Staatsanwaltschaft Schwerin und der eingeschaltete Staatsschutz der Kriminalpolizeiinspektion Schwerin kommen nach den bisher durchgeführten Ermittlungen zu dem Ergebnis, dass Kinzel den in seiner Strafanzeige beschriebenen Angriff in Wismar lediglich erfunden habe. Ein Gutachter habe festgestellt, die Art der Verletzungen sei „nicht mit dem behaupteten Verlauf des Überfalles in Übereinstimmung zu bringen“, sagte Staatsanwalt Stefan Urbanek. Dagegen sei „hinreichend wahrscheinlich“, dass sich der junge Mann selbst verletzt habe.

Bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe

Zu den Ermittlungen gehörte außerdem eine Rekonstruktion des behaupteten Tatgeschehens im Beisein von Kinzel. Stutzig machte die Ermittler offenbar auch, dass der mittlerweile Beschuldigte nicht in der Lage gewesen sei, den bei dem Angriff beschädigten Mantel vorzulegen. Er sagte vielmehr aus, das Kleidungsstück sei ihm kurz nach dem Überfall entwendet worden.

Ausdrücklich weist die Staatsanwaltschaft in einer Pressemitteilung auf die Unschuldsvermutung hin. Urbanek sagte zum Strafmaß: „Wer wider besseres Wissen einer Behörde oder einer zur Entgegennahme von Anzeigen zuständigen Stelle vortäuscht, dass eine rechtswidrige Tat begangen worden sei, kann mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft werden.“

Eine Anfrage von ENDSTATION RECHTS. ließ der Kreisverband der Linken bislang unbeantwortet. 

Kommentare(16)

Irmela Mensah-Schramm Montag, 11.Januar 2016, 15:46 Uhr:
Trifft dies nun tatsächlich zu, dann hat er sowohl seiner Partei, als auch der Antifa-Bewegung einen sehr schlechten "Dienst" erwiesen und Glaubwürigkeit verspielt!
Aber dennoch kann ich sagen, dass bei tatsächlich zur Anzeige gebrachten von Neonazis verursachte Verletzungen entweder von der Polizei irgnoriert werden (z.B. geschehen in Berlin!) oder dies wurde "gerechtfertigt" von der Staatsanwaltschaft in Dresden, da eingezeigter "Stinkefinger"von den Neonazis offensichtlich in (Selbstjustiz) "geahndet" werden darf!
 
Marcus Montag, 11.Januar 2016, 17:15 Uhr:
Jetzt sehen ein paar paranoide Antifas (wieder einmal) ganz schön alt aus...

ER und anderen Medien (sogar dem Spiegel) muss man allerdings zu Gute halten, dass dieses Mal auch darüber berichtet wird. Früher hat man diese Dinge (bei den grossen Medien) lieber schnell unter den Teppich gekehrt.
 
Roichi Dienstag, 12.Januar 2016, 07:14 Uhr:
@ Marcus

Du widersprichst dir selbst.
 
Erik Dienstag, 12.Januar 2016, 10:23 Uhr:
@ Irmela

Mal wieder von den Straftaten ihrer Genossen ablenken?

"Aber dennoch kann ich sagen, dass bei tatsächlich zur Anzeige gebrachten von Neonazis verursachte Verletzungen entweder von der Polizei irgnoriert werden (z.B. geschehen in Berlin!) oder dies wurde "gerechtfertigt" von der Staatsanwaltschaft in Dresden, da eingezeigter "Stinkefinger"von den Neonazis offensichtlich in (Selbstjustiz) "geahndet" werden darf!"

Dafür hätte ich gerne belege.
 
BrechtLeser Dienstag, 12.Januar 2016, 10:30 Uhr:
@Irmela
Du sprichst mir aus der Seele.
Falls diese Sache wirklich erfunden ist, worauf ja anscheinend alle Hinweise hindeuten, ist das peinlich. Ich hoffe, dass vielleicht auch innerparteiliche Konsequenzen folgen.
 
r Dienstag, 12.Januar 2016, 11:08 Uhr:
@Roichi: Objektiv solltest du schonmal an die Sache herangehen: Bsp: Lebkuchenmesser Attentat in Passau. Hakenkreuz Rebecca, Sebnitz und Mügeln etc. zum Bsp!

Der Marcus hat auch deine Lieblingsseite gelobt, da se in diesem Fall mal Objektiv berichten. Liegt vllt auch daran das es die Konkurrenz von dieLinke war????
 
Irmela Mensah-Schramm Dienstag, 12.Januar 2016, 15:09 Uhr:
@Erik: Ich bin nicht verpflichtet, einem - vermute ich mal - Neonazi meine Belege zu geben. Das was ich geschrieben habe, ist beleghaft und das müßte doch genügen!
Schließlich wird von Euch ja immer wieder behauptet, ich sei "limkskriminel" - weshalb auch immer, - na und!
Morgen geht's denn auch weiter damit!
 
Erik Dienstag, 12.Januar 2016, 16:14 Uhr:
Da fragt man sich doch, wieviele solcher angeblichen "Naziüberfälle" noch frei erfunden wurden, bei denen es aber bisher nicht rausgekommen ist. Genau wegen solchen Fällen, bin ich immer sehr kritisch, wenn irgendwo von einem "Naziangriff" berichtet wird. Rebecca K. aus Mittweida oder oder Julian K. aus Wismar sind sicher nicht die einzigen, die sich derartige Straftaten ausdenken.
Haben die Linken sowas eigentlich nötig? Gibt es denn nicht genug an rechts- oder linksextremistischen Straftaten in diesem Land?
 
Roichi Dienstag, 12.Januar 2016, 16:29 Uhr:
@ Erik

"Mal wieder von den Straftaten ihrer Genossen ablenken?"

Wo hast du das denn jetzt rausgelesen?


@ r

"Objektiv solltest du schonmal an die Sache herangehen"

Sollte ich das?
Nö. Sollte ich nicht. Es reicht doch völlig faktenbasiert heranzugehen. Eine Meinung darf ich wohl dennoch haben.

"Der Marcus hat auch deine Lieblingsseite gelobt, da se in diesem Fall mal Objektiv berichten. Liegt vllt auch daran das es die Konkurrenz von dieLinke war????"

Du sprichst in Rätseln.
Objektiv ist also bei dir, wenn man sich selbst korrigiert, bzw. Informationen aktualisiert?
Oder wie soll ich das jetzt verstehen?
 
Roichi Dienstag, 12.Januar 2016, 20:22 Uhr:
@ Erik

"Genau wegen solchen Fällen, bin ich immer sehr kritisch, wenn irgendwo von einem "Naziangriff" berichtet wird. "

Bist du dann auch so kritisch bei den Berichten der Kamerraden?
Bei Berichten über "Linke" Überfälle?
Bei Berichten über "Ausländer", "Flüchtlinge" etc.?
Bisher bist du damit jedenfalls nicht aufgefallen.

"Haben die Linken sowas eigentlich nötig?"

Nein, haben sie nicht.
Sonst würdest du ständig soetwas lesen, wie bei den Kamerraden, die sich immer neue Horrorgeschichten über Geflüchtete Menschen erzählen.
Dass Einzelpersonen Gründe haben, etwas zu erfinden, ist ja kein neues Phänomen, wie man an der Fabel vom Jungen und dem Wolf sieht.
Verallgemeinern kannst du das allerdings nicht aus den wenigen Fällen. Im Gegensatz zu den Behauptungen der Kamerraden, die so kursieren.
Da hat das Methode.

Und jetzt zurück zu deiner Aussage, dass du immersehr kritisch wärest.
 
Henriette Mittwoch, 13.Januar 2016, 12:53 Uhr:
@Roichi
Angebliche Demokraten sind schlichtweg gesagt falsch.
Zuversichtlich bist du ja bzgl. einer linken Weltrevolution, warum auch immer.
 
Rostockä Mittwoch, 13.Januar 2016, 13:53 Uhr:
Hallo Roichi,

zumindest ist mir kein Fall bekannt, wo Rechte einen linken Überfall erfunden hätten. Dir?

Ansonsten hat Erik schon Recht. Dieser Fall reiht sich ein in eine ganze Reihe an falschen Verdächtigungen gegen Rechts.
Erinnert sei nicht nur an Rebecca K. sondern auch an Errmias M. aus Potsdam, an den Italiener, der von Rechten in Berlin aufs Gleisbett geworfen worden sein wollte. Die Videokamera bewies: er ist betrunken selbst reingefallen. Oder die Frau im Rollstuhl, die von Nazis überfallen und "angeritzt" worden sein wollte. War auch erfunden. Oder das Lebkuchenmesserattentat in Passau. Oder der Fall Josef aus Sebnitz. Oder der Brandanschlag in Ludwigshafen.
Es gibt Dutzende Fälle. Und nur durch Zufall kamen manche raus. Wieviele sind bis heute noch unentdeckt?

Der einzige Unterschied war diesmal, dass die Medien von Anfang an vorsichtig und leicht skeptisch darüber berichtet haben.
Das lässt hoffen...
 
Roichi Mittwoch, 13.Januar 2016, 15:31 Uhr:
@ Henriette

Was wolltest du sagen?
Du sprichst in Rätseln. Mach mal eine Aussage daraus.


@ Rostockä

"zumindest ist mir kein Fall bekannt, wo Rechte einen linken Überfall erfunden hätten. Dir? "

Durchaus. Gerne als Vorwand zur Selbstjustiz, oder wie Björn es ausführte "nachträglicher Notwehr".
Ansonsten stellt sich die Frage, worauf du damit hinaus willst. Das ist hier ja nicht Thema.


"Dieser Fall reiht sich ein in eine ganze Reihe an falschen Verdächtigungen gegen Rechts."

Kamerrad Don hatte das nebenan schon ausgeführt.
Und vergessen, jeweils die Motivation zu beleuchten.

"Oder das Lebkuchenmesserattentat in Passau"

Dazu gibt es noch keine abschließenden Erkenntnisse.

"Es gibt Dutzende Fälle. Und nur durch Zufall kamen manche raus. Wieviele sind bis heute noch unentdeckt? "

Uhhh. Was ein Argument. Nicht.
Also, es gibt Fälle, die rechten zugeschrieben wurden, die aber falsch zugeschrieben wurden.
Davon ist ein gewisser Teil absichtlich dorthin geschoben worden, um politisch etwas zu bewirken.
Ein anderer Teil erfolgte aus unterschiedlichen Motiven, Versicherungsbetrug, Aufmerksamkeit, psychische Störungen etc.
Und was ist jetzt die Aussage?
Nichts.

Es bleibt dabei, dass die Kamerraden sich selbst schon ausreichend diskreditieren mit Straftaten/Gewalttaten im tausenderbereich jährlich.
Und dass solche falschen Zuordnungen nicht hilfreich sind.
 
Drittstaatenregelung Samstag, 16.Januar 2016, 12:40 Uhr:
http://www.nordkurier.de/pasewalk/ueberfall-auf-asylbewerber-alles-nur-frei-erfunden-0413406503.html

Schon wieder...
Das hat System!

Wird bestimmt zu den anderen tausend 100% von Nazis begangenen Straftaten dazugezählt. Und wieder bundesweit als Nazitat verbreitet.

So funktioniert Endstation Rechts.

Aber der SPD wird es trotzdem nichts nutzen das ganze Gelüge.
Wer hat die Deutschen verraten - wiedereinmal die Sozialdemokraten!
 
Wie geil Samstag, 16.Januar 2016, 17:43 Uhr:
Da kramt mein Vorrdedner einen zehn Monate alten Nordkurier-Artikel raus, um seine abstruse These zu unermauern, und gleich noch ne Verschwörungstheorie hinterherzuschieben.

Dem setze ich gerne etwas Aktuelles aus eben diesem Blatt entgegen.

http://www.nordkurier.de/mueritz/mann-taeuscht-erpressung-durch-auslaender-vor-1519996801.html

Wird bestimmt in seiner ursprünglichen Fassung auf den anderen 100% von Nazis betriebenen "Weltnetzseiten" und Verschwörungsblogs auftauchen. Und wieder bundesweit als "Ausländerkriminalität" verbreitet.

So funktionieren rechte Lügen.
 
Roichi Sonntag, 17.Januar 2016, 15:19 Uhr:
@ Drittstaatendings

Was wolltest du uns jetzt mitteilen?
Dass irgendwelche Straftaten der achsobesorgten Kamerraden nicht als solche zählen sollten, weil die SPD dich ja verraten hätte, du aber noch nichtmal in der Lage bist einen zusammenhängenden Kommentar zu schreiben, in dem du über Parolen hinauskommst, oder doch einfach nur, dass du zum dumm bist?
 

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