von Redaktion
   

Udo Pastörs: „Grüne und Rote nehmen wider besseres Wissen Vergewaltigungen billigend in Kauf“

Udo Pastörs läutete heute den Wahlkampf vom Rednerpult des Landtages ein. Die Übergriffe aus der Silvesternacht instrumentalisierte der mehrfach verurteilte NPD-Frontmann für einen rassistischen Generalangriff.

Udo Pastörs ließ sich nicht lange bitten. Die von seiner Fraktion beantragte Aktuelle Stunde „Urlauberinnen schützen – Belästigungen und Übergriffe durch kriminelle Asylanten verhindern – Tourismus nicht dem Multi-Kulti-Wahn opfern“ nutze der vorbestrafte Hetzer für einen verzweifelten Rundumschlag. Womöglich sieht der 63-Jährige die Felle der NPD davon schwimmen; in der jüngsten Umfrage landen die Rechtsextremisten bei vier Prozent Zustimmung. Damit würde die Pastörs-Truppe den Landtagseinzug verpassen, während die AfD mit 18 Prozent zur drittstärksten Partei aufgestiegen ist. Die NPD steht von zwei Seiten unter Druck, die selbsternannte Alternative konzentriert viele rechte Protestwähler auf sich, gleichzeitig machen die neueren Neonazi-Parteien wie die Rechte und der Dritte Weg ihr die Straßenkämpfer streitig.

Pastörs kündigte den „größten Wahlkampf aller Zeiten“ an, einen Vorgeschmack auf die zu erwartende Schärfe in der politischen Auseinandersetzung lieferte er bereits heute. Er unterstellte „der Regierung in Berlin und Schwerin“ eine „kriminelle Handlungsweise“, ferner arbeiteten „Politik, Lügenpresse und Polizei“ bei diesem heiklen Thema zusammen. Die Wahrheit sei gebeugt, das Recht unterdrückt und „die Frauen dem aufgegeilten Ausländermob regelrecht ausgeliefert“ worden. Innenminister Lorenz Caffier (CDU) nannte der gescheiterte Ex-NPD-Bundeschef, der selbst gerne schwadroniert, einen „Phrasendrescher“.

Hetze auf unterstem Niveau

Die Vertreter des Innenministeriums und des Sozialministeriums seien „naiv-blöd“, wenn sie glaubten, durch Infoblätter auf arabisch „sexuell ausgehungerten und nicht selten abartig veranlagten Sexualstraftätern einen Riegel vorschieben [zu] können“, sagte der NPD-Funktionär. „Grüne und Rote“, so Pastörs weiter, „nehmen wider besseres Wissen billigend in Kauf, dass in diesem Sommer Vergewaltigungen an der Tagesordnung sein werden“.

Für die demokratischen Abgeordneten schien diese rassistische Hetze auf unterstem Niveau kaum zu ertragen. Trotzdem ließ es sich Silke Gajek in ihrer Gegenrede nicht nehmen, mit Fakten und Zahlen zu argumentieren. Die zu erwartende Initiative der NPD, in der deren Reizthemen wie Ausländer und Gewalt vorkämen, zeige aber, die Rechtsextremisten seien „bei diesem Thema hoffnungslos überfordert“. Denn mit Gewalt deutscher Männer gegen deutsche Frauen beschäftige sich die NPD nicht. Die Scheuklappenmentalität dieser Partei wurde heute nur allzu offensichtlich.

Einen Seitenhieb konnte sich die Grünen-Politikerin nicht verkneifen. Stefan Köster sei gewissermaßen „Fachkraft für die Gewalt gegen Frauen“. 2007 war der NPD-Landeschef wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 5.400 Euro verurteilt worden – er hatte eine am Boden liegende Frau getreten.

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