Traditioneller „Tag der Ehre“

Ungarn (Budapest) – Am morgigen Samstag findet in der ungarischen Hauptstadt Budapest wieder der von in- und ausländischen Neonazis zelebrierte „Tag der Ehre“ statt.

Freitag, 10. Februar 2012
Anton Maegerle

Mit dem seit den 90er Jahren traditionellen Aufmarsch wollen Neonazis ihre historischen Vorbilder feiern. Am 10. Februar 1945 hatten deutsche und ungarische Truppen und Einheiten der Waffen-SS einen Ausbruch aus dem von der sowjetischen Armee eingekreisten Budapester Burgviertel unternommen. In braunen Kreisen wird dieses Datum als „Tag der Ehre“ bezeichnet.

Wie in jüngster Vergangenheit wollen auch beim diesjährigen Neonazi-Meeting deutsche Gleichgesinnte nach Budapest kommen. Mobilisiert wird unter anderem vom „Freien Netz Süd“ (FNS), dem mitgliederstärksten Neonazi-Zusammenschluss in Bayern.

Zum „Tag der Ehre“ kam 2007 auch der damalige NPD-Bundesvorsitzende Udo Voigt. Er hielt vor den 1000 anwesenden Neonazis, darunter viele Anhänger der Neonazi-Skin-Truppe „Blood&Honour“, eine Ansprache. 1999 nahm an dem Treffen in Budapest der sächsische Neonazi Max B. teil. In dessen Wohnung hat  zeitweilig das Rechtsterroristen-Trio Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt Unterschlupf gefunden.

Im Anschluss an den Aufmarsch ist traditionell ein so genanntes „Gedenk-Konzert“ geplant. Der genaue Ort und die auftretenden Bands werden von den Organisatoren aus „Sicherheitsgründen“ erst am Veranstaltungstag bekannt gegeben. Aufspielen sollen sechs Neonazi-Bands aus Ungarn und zwei weitere aus dem europäischen Raum. Die Konzertbesucher werden aufgefordert, mit dem Auto anzureisen, da der Veranstaltungsort nur „sehr schwierig“ mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen sei.

Im vergangenen Jahr wurde der Neonazi-Aufmarsch auf dem Budapester Heldenplatz polizeilich verboten. Daraufhin marschierten die Neonazis mit deutscher Beteiligung in den Wäldern von Buda auf.

 

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