von Oliver Cruzcampo
   

Til Schweiger Foundation lässt Villa Kunterbündnis Spende zukommen

Seit Jahren ist sowohl Karen Larisch aus Güstrow als auch die Villa Kunterbündnis Ziel rechtsextremer Attacken. Finanzielle Probleme blieben so nicht aus – nun greift Til Schweigers neue Stiftung der Einrichtung unter die Arme.

Die Villa Kunterbündnis, nachdem erneut die Scheiben zerstört wurden

Aktuelle Zahlungen von Fördermitteln stünden aus, zudem würden auch die zahlreichen Attacken der rechtsextremen Szene der Begegnungsstätte in Güstrow zu schaffen machen. Doch nun können sich die dort Tätigen auf eine Bezuschussung durch die erst vor wenigen Wochen gegründete Til Schweiger Foundation freuen.

Insgesamt 20.000 Euro werden dem interkulturellen Treffpunkt nun zuteil werden. Karen Larisch, die in der Villa neben Jugendlichen auch Asylbewerbern Unterstützung anbietet, zeigte sich sichtlich erleichtert. Gleichzeitig mahnt sie, dass etliche Einrichtungen vor ähnlichen Problemen stünden: „Viele Vereine in Mecklenburg-Vorpommern beklagen die schlechten Förderbedingungen, zu späte Auszahlungen und zu komplizierte Abrechnungen.“

Die zahlreichen Attacken durch Neonazis trugen ebenfalls ihren Teil zur prekären Situation teil. Immer wieder wurden in den vergangenen Jahren Fensterscheiben zerstört, der Briefkasten demoliert, auch vor dem Privatgrundstück wird nicht Halt gemacht. Im August verschütteten Unbekannte eine beißend-stinkende Flüssigkeit im Hausflur der Stadtvertreterin, vor wenigen Wochen wurde sie von einem bekannten Neonazi attackiert.

Die rechte Szene macht unterdessen weiter. Am Donnerstagabend soll vor der nur wenige Kilometer von Güstrow entfernten Notunterkunft in Mühlengeez demonstriert werden. Ein NPD-Mitglied hat die Kundgebung angemeldet. Derzeit befinden sich auf der normalerweise als Messegelände genutzten Anlage rund 1.000 Flüchtlinge.

Kommentare(1)

Irmela Mensah-Schramm Donnerstag, 15.Oktober 2015, 07:15 Uhr:
Beachtlich und ganz sicher auch sehr lobenswert, wenn Promis in derartigen Situationen den Initiativen mit Spenden "unter die Arme greifen"!
Ich hoffe nur, dass dies den Empfängern mehr nützt, als den Promis selbst.

So habe ich die Erfahrung gemacht, dass entgegen so mancher politischer "Sonntagsreden", Privatleute, selbst Kinder von ihrem Taschengeld mir kleine Spenden überwiesen haben für ein - offensichtliches - Nestbeschmutzer - Projekt, da ich "schlafende Hunde damit wecken" würde, im Lande der drei Affen: nichts sehen, nichts hören und nichts sagen wollen!
 

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