„Thule-Seminar“ weiter im Kampf

Kassel – Das rechtsextreme „Thule-Seminar“ sieht sich wegen der Indizierung einer Schrift dem „Gesinnungsterror“ der Bundesrepublik ausgesetzt.

Montag, 22. August 2016
Redaktion

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indizierte Ende Juli die „Thule-Seminar“-Veröffentlichung „Mars Ultor 2016“, Eigenbezeichnung: „Der Taschenbuchplaner der Avantgarde“. „Das ist ein klares Zeichen, dass dieses marode, volksfeindliche System sich nicht mehr anders zu helfen weiß als mit den Mitteln des Gesinnungsterrors“, so das Statement zur Indizierung seitens der rechtsextremen Vereinigung. Der Leiter des „Thule-Seminars“, Pierre Krebs (Jg. 1946) aus Kassel, werde demnächst seine „Abwehrschrift“ zu dem Fall „als Kampfschrift“ veröffentlichen. „Der Kampf geht unvermindert weiter. Sieg dem Licht!“, heißt es.

Der Gründer und Vorsitzende des als Verein eingetragenen „Thule-Seminars“ gilt als Anhänger der rassistischen „Artgemeinschaft“. Ebenfalls im Vorstand sitzen der rechtsextreme Verleger Burkhart Weecke aus Horn-Bad Meinberg (Kreis Lippe) und Gudrun Schwarz (Jg. 1949) aus dem nordhessischen Bad Wildungen. Das Sekretariat des „Seminars“  befindet sich in der Kleinstadt Bad Wildungen (Kreis Waldeck-Frankenberg), ebenso die Auslieferung des daran angeschlossenen Verlags Ahnenrad der Moderne und des Buchversands Ariadne.

Zuletzt erschien im „Ahnenrad“-Verlag Krebs’ Werk „Was tun? Ein Vademecum der Reconquista“, zu dem Jonathan Stumpf (Pseudonym: „Johannes Scharf“) einen Beitrag beisteuerte. Stumpf referierte im vergangenen Jahr bei der „Tafelrunde der freien Geister“ des „Thule-Seminars“. Das Buch, das auch über andere rechtsextreme Versandhändler erhältlich ist, biete „eine Handreichung und einen Weckruf aus rechter Sicht“. „Nach einer Bestandaufnahme der ethnischen Bedrohung folgen strategische Vorschläge zur Rettung unseres Volkstums und Rassenpools durch eine deutsch-europäische Avantgarde.“ (jf)

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