Tätowierte Kampfsportler

Bei der 5. Fight Night am kommenden Samstag in Neubrandenburg in Mecklenburg-Vorpommern steigen auch Vertreter der rechtsextremen Szene in den Ring.

Mittwoch, 02. Februar 2011
Horst Freires

Es ist wie bei Vorgängerveranstaltungen wieder mit 1500 Besuchern zu rechnen, wenn es am 5. Februar in der Stadthalle von Neubrandenburg wieder heißt „Vorhang auf“ zur 5. Fight-Night des Fight Clubs Neubrandenburg. Vollkontakt-Thaiboxen, Free Fight, Vale Tudo und andere offene Kampfgattungen, die in den anerkannten und etablierten Sportverbänden keine Heimat finden, ziehen Beobachtungen zufolge auch immer mehr Besucher wie Kämpfer aus der rechten Szene an.

Auf dem Werbeplakat für den Kampfabend posiert Silvio Dahms als Teilnehmer mit freiem Oberkörper. Darauf ist eine Tätowierung zu erkennen, die ein Logo zeigt, das auch von Neonazis bei der 1. Mai-Demonstration in Rostock verwendet wurde. Auf der Kämpferliste dieses Jahr findet sich auch Denis Tomzek. Er ist am 1. Mai als Marschierer bei der NPD-Demonstration in Rostock gesehen worden und tauchte bereits 2006 auf einem Kalenderbild der inzwischen verbotenen „Heimattreuen Deutschen Jugend“ (HDJ) auf.

Ku-Klux-Klan-Figur unter dem T-Shirt

In den Ring soll auch Marco Müller aus Neumünster steigen. Dieser gehört in seiner Heimatstadt einer Fight-Club-Szene an, die offenbar Verbindungen zu den Hell’s Angels pflegt. Er tummelte sich in der Vergangenheit in den städtischen Neonazi-Kreisen rund um den Treffpunkt „Club 88“, beteuert aber inzwischen, sich von der Szene gelöst zu haben. Sein Foto tauchte ebenfalls mal in einem einschlägigen Kalender, dem des „Club 88“, auf. Unter seinen Tätowierungen war zuletzt auch immer noch eine Klu-Klux-Klan-Figur zu sehen. Bei manchen Veranstaltungen lassen die Organisatoren ihn deshalb nur mit einem T-Shirt an den Start.

Bei vorangegangenen Fight-Nights in Neubrandenburg ließen sich auch immer wieder NPD-Führungskader wie der Landtagsabgeordnete Tino Müller blicken. In einer Landtagsdebatte hielt er ein Plädoyer für diese Kampfformen. Die letzten Bund-Länder-Zusammenkünfte der Sport- und Innenminister hatten sich dagegen für eine Ächtung dieser Veranstaltungen stark gemacht.

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