Streit um Rechtsrock-Auftritt

Für den 6. April ist im saarländischen Sulzbach ein Konzert mit der Bremer Hoolband „Kategorie C“ geplant. Als Redner ist neben anderen niederländische Pegida-Vertreter Edwin Wagensveld angekündigt. Die Stadt will die Veranstaltung verhindern.

Montag, 19. März 2018
Horst Freires

Die seit dem Vorjahr in Erscheinung getretene selbst ernannte Bürgerinitiative „Sulzbach wehrt sich“ kündigt für den 6. April ein Balladenkonzert der rechtsextremen Hooligan-Band „Kategorie C – Hungrige Wölfe“ an. Die Verwaltungsspitze der saarländischen Stadt will dies nun unbedingt verhindern. Es läuft alles auf einen Rechtsstreit hinaus.

Das Konzert an dem Freitag soll im städtischen Salzbrunnenhaus, das von der Volkshochschule verwaltet wird, stattfinden. Dazu liegt der rechtsgerichteten und fremdenfeindlichen Initiative um Wortführer Alexander Flätgen ein Vertrag vor, den die Stadt nun wieder mit der Begründung der arglistigen Täuschung aufgekündigt hat. Antragsteller Flätgen, der nach eigenen Angaben früher ein NPD-Parteibuch besaß, hatte bei der Anfrage nach dem Veranstaltungszentrum am 19. Februar laut städtischer Darstellung zu keinem Zeitpunkt von einem geplanten Konzert gesprochen. Dieser Aussage widerspricht Flätgen, der sich nun juristisch gegen die Kündigung wehren will.

Patriotische Wienerin auch in Kandel dabei

Als einen Redner hat er für den 6. April den niederländischen Pegida-Vertreter Edwin Wagensveld benannt, der im vergangenen Juli bereits bei einer Protestveranstaltung von „Sulzbach wehrt sich“ gegen den geplanten Bau einer Moschee in der Stadt wetterte. Erst kürzlich hatte Wagensveld zu einer Demonstration nach Amsterdam eingeladen. (bnr.de berichtete) Wagensveld und „Kategorie C“ hatten sich zuletzt auch am 17. September bei einer „Fortress Europe“-Demonstration im niederländischen Enschede getroffen.

Neben Wagensveld ist mit Amy Bianca aus Österreich eine rechtspopulistische selbst ernannte Frauenrechtlerin für den 6. April angekündigt. Die sich selbst als Patriotin bezeichnende Wienerin weilte unlängst zur fremdenfeindlichen Demonstration im rheinland-pfälzischen Kandel. Sie war aber auch bereits bei eindeutig rechtslastigen Aufzügen wie „Merkel muss weg“ in Berlin anzutreffen.

Flätgen als Initiator der nun umstrittenen April-Veranstaltung hatte zuletzt noch für einen Fackelmarsch der neonazistischen Gruppierung „Nationaler Widerstand Zweibrücken“ geworben.

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