von Redaktion
   

Storchkraft rockt Schulprojekttag auf Usedom – NPD macht auf „begossenen Pudel“

Als „Schirmstorch“ zweier Stiftungsprojekte ist Storch Heinar aktuell in Meck-Pomm unterwegs. Am Mittwoch ließ der prominente „Mode-, Front- und Führerstorch“ für das Schulprojekt der „Achterkerke Stiftung“ den demokratischen Anker nun in Ückeritz kreisen. Hunderte Schüler diskutierten, schunkelten mit „Kapelle Storchkraft“ und freuten sich über ihr eigenes „Botschafter für die Demokratie“-Shirt. Drei einsame NPD-“Aktivisten“ agitierten derweil im strömenden Regen, allerdings vor der falschen Tür.

Nachdem die „Achterkerke Stiftung“ bereits am 6. August erfolgreich einen Startschuss-Projekttag an der Gesamtschule Ahlbeck ausgerichtet hatte, stand am Mittwoch die Ostseeschule in Ückeritz auf dem Programm. Unter dem Motto „Pro Demokratie“ – so der Name der Stiftungs-Initiative auf der Insel Usedom – wurde den Schülerinnen und Schülern ein informativer und vergnüglicher Vormittag mit inhaltlichen Workshops zu den rechtsextremen Strategien in den Bereichen „Bekleidung“, „Musik“ und „soziale Netzwerke im Internet“ angeboten. Beim gemeinsamen Schulfest musizierte schließlich die „zackige Marschmusik-Kapelle“ des Projekt-Schirmherrn.

„Im Rahmen meiner intergalaktischen Allianz für Demokratie und Frohsinn unterstütze ich gerne das Stiftungsprojekt an den Schulen. Gerade jungen Menschen im ganzen Land müssen wir viel Achtung und Wertschätzung entgegen bringen und sie herzlich einladen, mit uns gemeinsam nicht nur herzhaft über die braune Neonazi-Brut abzulachen, sondern selber selbstbewusst und mit einem Lächeln auf den Lippen für ein vielfältiges Miteinander aktiv zu werden. Auch in Ückeritz habe ich wieder viele tolle Schülerinnen und Schüler getroffen, die mich optimistisch stimmen, dass die politischen `Weltkriegsverlierer´ nie wieder die Oberhand gewinnen,“ so Storch Heinar am Rande der Veranstaltung.

Dass ausgerechnet der NPD ein so erfolgreicher Tag im Zeichen des Adebaren nicht schmecken dürfte, versteht sich von selbst. Immerhin haben Pastörs und Co. bei der letzten Landtagswahl auf Usedom in einigen Bereichen sogar die 20-Prozent-Marke knacken können. Insofern waren alle Beteiligten eigentlich auf entsprechende Neonazi-Aktionen vorbereitet.

Was dann geschah, trug allerdings nichtmal zu einer minimal wahrnehmbaren Störung des Projekttages bei, sondern erregt auch noch das aufrichtige Mitleid Storch Heinars: „Ich bin enttäuscht. Kein verschrobener Neonazi-Aktivist hat es gewagt, wirksam auf sich aufmerksam zu machen. Lediglich drei junge Männer entrollten – so wurde mir berichtet – im strömenden Dauerregen und zu einer Zeit, als nichts und niemand draußen war, ein handgemaltes Plakat. Allerdings nicht vor dem Schultor, sondern vor einer abgeschlossenen Tür eines Nachbargebäudes. Mangelnde Ortskenntnis? Wie auch immer: Als dann nicht etwa die Polizei, sondern ein einzelner Mitstreiter meiner Storchenstaffel – zufällig und ohne die NPD-Jungs zu bemerken – in deren Richtung lief, packten diese ihr tropfnasses Banner hektisch ein und machten sich eiligst aus dem Staube. Das ist die schwächste Leistung, die ich seit Langem erlebt habe“, so Storch Heinar.

Trotzdem hat der Regen womöglich doch zu lange auf die Köpfe der wasserscheuen Antidemokraten geregnet. Auf der Webseite der NPD M-V rühmen sich die Rechtsextremen nämlich damit, für allerhand „Aufsehen“ gesorgt zu haben. Schülerinnen und Schüler hätten die Gelegenheit genutzt, sich mit „Infomaterial der JN einzudecken“. Eine offenbar blitzkriegartig durchgeführte Repräsentativbefragung habe – so die NPD – sogar ergeben, dass „mehr als die Hälfte [der Schüler; Anm. d. Red.] dieser Tag gegen Rechts überhaupt nicht interessiert“. „Ich wusste gar nicht, dass ein bisschen Regen zu derart handfesten Halluzinationen führen kann“, zeigt sich Heinar verwundert.

Wie auch immer und jetzt erst recht: Storch Heinar und seine Storchenstaffel bleiben den Schülerinnen und Schülern in Ückeritz – wie allen Partner-Schulen – langfristig als Ansprechpartner und Unterstützer erhalten und machen sich nun auf den Weg zum nächsten Projekttag Anfang Dezember.

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