Storch Heinar baff: NPD fällt auf „Deutsch für Nazis“-Niveau zurück

Verwundert reibt sich Mode-, Front- und Führerstorch Heinar die Augen. In ihrem neuen Antrag tragen die braunen Leichtmatrosen der NPD um ihren Frontmann Udo Pastörs nicht nur ihr beschränktes Weltbild zur Schau, sondern sie stellen auch ihr Geschick für verwirrende Wortkonstruktionen unter Beweis. Remember „Deutsch für Nazis“?

Storch Heinar - belustigt

Genüsslich nippt Mode-, Front- und Führerstorch Heinar an seinem Gläschen Eierlikör, als ihm der edle Tropfen fast aus den Flügeln fällt. „Da brat mir doch einer einen Frosch“, stößt der verwirrte Heinar aus, „was haben die braunen Leichtmatrosen der Hümpeltruppe NPD wieder auf den Weg gebracht?“ Heinar, ansonsten von den Ewiggestrigen viel gewohnt, traut seinen Augen kaum. Plant doch die Hilfstruppe um ihren Möchtegernanführer Udo Pastörs nicht nur einen Anschlag auf den guten Geschmack, sondern auch auf die lädierten Lachmuskeln des Federviehs.

„Asylanten nicht ihren Heimatländern entfremden – Konversationsflächen umgestalten“ fordert der NPD-Antrag Drucksache 6/2839, der Storch Heinar von seinem treuen Fliegergeneral, dem debilen Rudolf, per Luftpost in seinem Führerhorst zugestellte wurde. Konversationsflächen? Heinar hat richtig gelesen, doch er musste mehr als zwei Mal hinschauen. Denn weder der Duden noch das Taschenbuch der 88 größten Irrtümer helfen ihm auf die Sprünge. Das Rätsel, was die rhetorisch beschlagenen Antragssteller, die sich die Verteidigung des Deutschtums - wozu die eigene Sprache allerdings nicht zu zählen scheint - auf die schwarz-weiß-roten Fahnen schreiben, eigentlich meinen, bleibt ungeklärt.

Die ursprüngliche Vermutung, es könnte sich schlicht um einen Druckfehler handeln, bestätigt die weitere Durchsicht des ideologieverseuchten Papiers nicht. Ganze drei Mal verwenden Pastörs' Handlanger die Begriffe „Konversationsflächen“ bzw. „Konversationskonzeption“, wie Storch Heinar zu seiner eigenen Belustigung feststellen muss. Aus dem Kontext erschließt der weltgewandte Ciconia ciconia, so der wissenschaftliche Name des Weißstorches, was die Truppe, die auf dem parlamentarischen Parkett so gerne mit ihrer Sachkenntnis glänzen möchte, sagen will. Ihr geht es um sogenannte Konversionsflächen, also einen Begriff aus der Stadtplanung. Dieser beschreibt die Wiedereingliederung von Brachflächen in den Wirtschafts- bzw. den Naturkreislauf oder die Nutzungsänderung von Gebäuden.

Ausschnitt aus dem Storch Heinar zugespielten Antrag

Überdies hätte Heinar das menschenverachtende Anliegen der Drucksache fast vergessen, wäre ihm bei so viel Hass nicht der Eierlikör im langen Halse stecken geblieben. Denn die NPD-Fraktion fordert mehr oder weniger die Internierung von „Asylantragsstellern, unerlaubt eingereisten Ausländern und sonstigen Flüchtlingen auf dem Flughafen Trollenhagen Neubrandenburg“. In „zentralen Aufenthaltsstätten, möglichst weit weg von Siedlungsgebieten“ sollten diese Menschen auf den Abschluss ihres Asylantragsverfahrens warten.

Der Mode-, Front- und Führerstorch fühlt sich angesichts dieser Worte in seinem Engagement für eine vielfältige, bunte und friedliche Demokratie bestätigt. „Ich werde gemeinsam mit meiner Storchenstaffel den Nazis weiterhin zeigen, wo der Frosch die Locken hat“, versichert er entschlossen.

Kommentare(3)

Martin Freitag, 28.März 2014, 09:39 Uhr:
Ich unterstütze genau wie die NPD die Einrichtung von Konversationsflächen für Asylantragsteller!

Hier könnten Cafes und ähnliche Einrichtungen entstehen, die den Dialog zwischen der heimischen Bevölkerung und den Asylbewerbern aktiv fördern!

Konversation ist wichtig!
 
Franz Josef Freitag, 28.März 2014, 15:19 Uhr:
Bloss nicht, Wenns denn Konversationsflächen gäbe, auf denen der Kontakt zwischen Einheimischen und Asylbewerber gefördert würde, gäbe es wohl den einen oder andere Einheimische, der festellen würde, dass der durchschnittliche Asylbewerber zwar nicht perfekt Deutsch spricht, aber ein ganz normaler Mensch, mit einer meist interessanten Geschichte ist. Und nicht das Monster unter dem Bett. Das wäre doch unverantwortlich sowas.
 
Ariane Freitag, 28.März 2014, 20:08 Uhr:
...und ich wäre für Konservationsflächen, da wird dann einkonserviert was das Zeug hält und ein paar neue Marmeladensorten mit exotischen Gewürzen sind dann auch dabei ;-)
 

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