Stolz im Knast

Die notorische Holocaust-Leugnerin Sylvia Stolz musste eine 18-monatige Haftstrafe antreten.

Mittwoch, 29. Mai 2019
Anton Maegerle

Stolz (Jg. 1963), zeitweilig Lebensgefährtin des militanten Antisemiten Horst Mahler, wurde am 23. Mai an ihrem Wohnort Ebersberg in Oberbayern festgenommen und in die JVA Aichach (bei Augsburg) überstellt.

Die bereits knasterfahrene Stolz war wegen Volksverhetzung in einem Revisionsprozess vom Landgericht München II am 15. Februar 2018 zu einer Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis ohne Bewährung verurteilt worden.

Stolz hatte am 24. November 2012 im schweizerischen Chur im Rahmen der 8. Internationalen Konferenz der „Anti-Zensur-Koalition” (AZK) einen Vortrag mit dem Titel „Sprechverbot – Beweisverbot – Verteidigungsverbot, Die Wirklichkeit der Meinungsfreiheit” gehalten und hierbei den Holocaust geleugnet.

Wiederholt den Massenmord an den Juden bestritten

Im Januar 2008 war Stolz erstmal vom Landgericht Mannheim unter anderem wegen Volksverhetzung zu einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt worden. Als Verteidigerin des damals international bekannten Holocaust-Leugners Ernst Zündels im Frühjahr 2006 hatte Stolz wiederholt öffentlich den industriell betriebenen Massenmord an den Juden bestritten und einen im Internet veröffentlichten anwaltlichen Schriftsatz mit „Heil Hitler“ unterzeichnet. Durch die prozessuale Verteidigung von Zündel und Horst Mahler hatte Stolz in Szene-Kreisen eine „außerordentliche Bekanntheit“ (NPD) erreicht.

Stolz wurde von der zuständigen Rechtsanwaltskammer in München am 15. September 2009 für acht Jahre die Rechtsanwaltszulassung wegen Verletzung ihrer Gewissenhaftigkeitspflicht („Volksverhetzung in zwei Fällen, Beleidigung sowie versuchte Strafvereitelung in Tateinheit mit Volksverhetzung in zwei Fällen, Nötigung, Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole und Beleidigung in zwei Fällen“) entzogen.

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