von Marc Brandstetter
   

Stilwechsel? Handtasche im "Freiwild"-Leopardenlook

Nein, ganz original kann die neuste "Freiwild"-Leoparden-Offensive nicht sein. Oder steht etwa doch ein kompletter Stilwech bei der umstrittenen Südtiroler Kapelle an? Zumindest das Merchandising betreffend, kommt man ins Grübeln: Statt zackiger „T-Hemden“ aus Hirschwildleder hievt ein Textildiscounter niedliche Taschen mit Leopardenmuster in die Ladenlokale.

„Sido“ hin, „Bushido“ her: „Frei.Wild“ gelten – zurecht – als eine der umstrittensten Bands im deutschsprachigen Musikbusiness. Kritiker werfen der Südtiroler Gruppe vor, in ihren Texten nationalistische und völkische Botschaften zu transportieren. Aus dieser Kontroverse verstehen die vier Musiker trefflich Kapital zuschlagen. Auf ihrer Webseite kann mit nur wenigen Mausklicks ein breitgefächertes Merchandisingangebot geordert werden. Dort findet sich der Hinweis auf ein „Freibier“ einträchtig neben einem Stringtanga „Geweih“ oder der Kollektion „Farbe bekennen“, mit der sich die Kapelle „gegen Rassismus und Extremismus“ ausspricht – ein Feigenblatt.

Aber was ist das? Planen die vier Musiker um Bandchef Philipp Burger möglicherweise einen Stilwechsel und sorgen damit für Verwirrung unter ihren Fans? Die Discountkette „Tedi“ bewirbt in ihrem aktuellen Prospekt nämlich eine Tasche, auf der „FREIWILD“ in rosa Lettern aufgedruckt ist. Der Beutel kommt im Leopardendesign und passt damit zu den anderen beworbenen Artikeln: Damenunterwäsche im gleichen Look, die passende Handyhülle oder eine modische Schlafmaske. Vor allem scheint die „FREIWILD“-Tasche geradezu verramscht zu werden. Nur drei Euro müssen für dieses Accessoire auf den Verkaufstresen gelegt werden.  

Dass „Frei.Wild“ längst die weibliche Kundschaft entdeckt hat, ist bekannt und zeigt sich nicht nur an den Artikeln im offiziellen Bandstore. Trotzdem zeigen sich nicht wenige eingefleischte Anhänger der Rockkappelle zumindest verwirrt. Einige befürchten gar, mit einer vermeintlichen neuen Moderichtung könnte auch ein musikalischer Stilwechsel hin in die „Kuschelrock-“ oder sogar „Schlager-Ecke“ vonstatten geht. Auf die klärenden Worte von Burger jedenfalls darf man gespannt sein.

Foto: Screenshot TEDi

Kommentare(5)

JayBee Mittwoch, 04.September 2013, 10:50 Uhr:
Das find ich thematisch jetzt aber mal echt unerheblich.
 
Otho Mittwoch, 04.September 2013, 21:06 Uhr:
Das ist ganz und gar nicht unerheblich, sondern absolut wichtig für endstation-rechts. Viele hier haben ja überhaupt noch nicht begriffen, was endstation-rechts eigentlich heißen soll. Was heißt es, in einer Enstation gefangen zu sein und dann zum groopie zu mutieren von denen, die man eigentlich nicht mag?
Gefangen in der Sackgasse, in der Endstation Rechts. Für einen Ausweg müßtet ihr erstmal aussteigen und einen guten Weg zu Fuß laufen. Aber dazu ist es in der Endstation dann doch meist zu kuschelig im Leopardenfell...
 
Daniel Donnerstag, 05.September 2013, 03:39 Uhr:
Liebes Endstation Rechts Team,

mal im Ernst: Finden Ihr diesen Artikel nicht etwas sehr daneben ? Das schaut mir schon sehr nach dem Motto "wenn man der Band gerade mal nix vorzuwerfen hat, zieht man halt solch einen Dünschiss an den Haaren herbei" aus !!

Uns allen dürfte zum einen klar sein, das Frei.Wild 1. niemlas so einer hässlichen Tasche zustimmen würde, 2. dieser Discounter mit 99%iger Sicherheit gar keinen Zusammenhang mit der Band herstellen wollte und 3. die Schreibweise OHNE Punkt bekanntermaßen eh falsch ist....

Also was soll dann dieser Artikel ?

Eure Berichterstattungen und Aufklärungsarbeiten in allen Ehren aber DAS ist definitiv um Meilen am Ziel vorbei geschossen meines Erachtens !

lg, ein Fan
 
Otho Donnerstag, 05.September 2013, 21:03 Uhr:
Zu Daniel:

Die Nachricht ist insofern sicherlich nicht ernst gemeint. Ansonsten hätte man die betreffende Ladenkette längst nach ihrem demokratischen Klassenstandpunkt befragt.
Aber die allgemeine Sackgasse, in welcher ihre "Kritik" gelandet ist, bezeichnet es dennoch.
 
Roichi Dienstag, 10.September 2013, 16:31 Uhr:
Hahaha.
Da tummeln sich die Kamerraden und Fans und sind nicht in der Lage ein einziges Wort zu lesen.

Vielleicht nicht sonderlich gut gelungen, aber immerhin eindeutig markiert.
 

Die Diskussion wurde geschlossen