„Stachel im Fleisch des Systems“

Schweiz (Bern) – Die Partei National Orientierter Schweizer (PNOS) feierte jetzt im Berner Seeland ihr zehnjähriges Bestehen.

Dienstag, 07. September 2010
Redaktion

Gegründet wurde die PNOS im September 2000. Erster Präsident war Sacha Kunz, zuvor Führungskader der militanten Neonazi-Skin-Truppe „Blood & Honour“. Der jetzige Parteivorsitzende Dominic Lüthard betonte in seiner Rede auf der Jubiläumsfeier am 4. September, dass die PNOS „als klare Protestpartei gegründet worden sei und auch noch heute vollkommen andere Ziele verfolge als sämtliche anderen Parteien“. Lüthard ist Gründungsmitglied der polizeilich bekanntesten Schweizer Skinband „Indiziert“.

Pascal Trost, der 2005 aus der Schweizer Volkspartei (SVP) wegen rechtsextremer Umtriebe ausgeschlossen wurde, fand auf der Feier lobende Worte. Die PNOS, so Trost, halte „ausnahmslos an einem Verbot des Schächtens“ fest und lehne auch „den Import solchen Fleisches“ ab. Trost war 2009 einer der Redner beim „4. Fest der Völker“ im thüringischen Pößneck. Robert Faller, Bundesgeneralsekretär der österreichischen Nationalen Volkspartei (NVP), forderte in seiner Rede „ein intensives Zusammengehen aller nationalen europäischen Parteien“.

Den musikalischen Rahmen gestalteten die „Süddeutsche Tanja“ und der in diesen Kreisen unvermeidliche Barde Frank Rennicke. Rennicke spielte zuletzt im Sommer 2002 bei der PNOS auf. Zur PNOS-Jubiläumsfeier sollen sich angeblich 250 Gleichgesinnte eingefunden haben. Die rechtsextreme Partei will Eigenbekunden zufolge auch „in den kommenden zehn Jahren der Stachel im Fleisch des Systems“ bleiben und „mit der einen oder anderen Aktion an den morschen Stühlen der Etablierten rütteln“. (am)

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