Stabwechsel

Nachfolger des umtriebigen Rechtsextremisten Roland Wuttke als Vorsitzender des NPD-Bezirksverbands Oberbayern ist Dirk Reifenstein (Walpertskirchen).

Montag, 16. April 2012
Anton Maegerle

Der aus Dresden stammende Dirk Reifenstein (Jg. 1967) steht zugleich dem NPD-Kreisverband Freising als Vorsitzender vor. Bei der Landtagswahl in Bayern 2008 erzielte Reifenstein 0,8 Prozent Erststimmen. Weitere Vorstandsmitglieder des NPD-Bezirksverbandes Oberbayern sind Philipp Kraus (Ingolstadt), Dominik Hering (Freising), Marcel Burucker (München) und Ingrid Kraus (Ingolstadt). Reifenstein teilte nach seiner Wahl mit, dass er dafür einstehe, dass eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen der NPD und parteifreien Kräften in Oberbayern künftig „auf gleicher Augenhöhe und im gegenseitigen Respekt“ erfolgen soll. „Unser gemeinsamer Gegner steht außerhalb unserer Reihen, nicht inerhalb“, erklärte Reifenstein.

Gastreferent des Bezirksparteitages am Ostersonntag war Arne Schimmer, finanzpolitischer Sprecher der sächsischen NPD-Landtagsfraktion. Schimmer prognostizierte den „Kollaps des Euro-Systems“. Dieser werde dann der NPD „neue Perspektiven“ eröffnen.

Der bisherige langjährige Bezirksvorsitzende Roland Wuttke (Jg. 1954, Mering) hatte nicht mehr für das Amt kandidiert. Wuttke ist seit Jahrzehnten in rechtsextremen Zusammenhängen aktiv. Er zählt zu den umtriebigsten Rechtsextremisten in Bayern mit bundesweiter Ausstrahlung. Zu Beginn der 70er Jahre war er bereits ständiger Mitarbeiter der rechtsextremen Schülerzeitung „Im Brennpunkt“. Später war Wuttke Ansprechpartner des Arbeitskreises Wirtschaft der NPD auf Bundesebene. Auf der Homepage des „Freien Netzes Süd“ ließ Wuttke jüngst verlautbaren: „Nicht klammheimliche, nein, ganz offene Freude dürfen wir empfinden über die derzeitige Debatte nach der Israel-Kritik von Günter Grass.“

 

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