von Redaktion
   

„SS-Siggi“ tritt ab – Die Rechte-Spitzenkader Giemsch rückt in Dortmunder Stadtrat nach

Die Dortmunder Spatzen hatten es schon lange von den Dächern gezwitschert, nun ist es es eingetroffen. Der erst am 25. Mai in den Rat der gut 570.000 Einwohner zählenden Stadt gewählte bekannte Neonazi Siegfried Borchardt legt „aus gesundheitlichen Gründen“ zum Monatsende sein Mandat nieder. Nachrücken wird mit Dennis Giemsch ein brauner Hardliner mit bestem Szenenetzwerk.

Seine Gesundheit macht nicht mehr mit: Siegfried Borchardt legt sein Stadtratsmandat nieder (Foto: Oliver Cruzcampo)

Das „Maskottchen“ tritt ab. Für Beobachter der Dortmunder Neonazi-Szene kam die gestrige Ankündigung von Siegfried Borchardt, Szenename „SS-Siggi“, sein erst am 25. Mai errungenes Mandat im Rat der Ruhrpott-Metropole niederzulegen, keinesfalls überraschend. Die lokalen Strategen hatten Borchardts Rolle klar umrissen. Der Gründer der militanten Hooligan-Gruppe „Borussenfront“ sollte neben Stimmen aus dem Neonazi-Milieu auch den ein oder anderen rechtsgerichteten Fußballfan zur Wahl Der Rechten (DR) bewegen. Nicht ohne Grund warb der einstige Führungskader der verbotenen FAP mit einem Wahlplakat, das in schwarz und gelb gehalten unter dem Motto „Von der Südtribüne in den Stadtrat“ Bezüge zum Erstligisten Borussia Dortmund aufwies. Die Vereinsverantwortlichen gingen juristisch gegen die Propaganda vor und schoben der Werbeaktion einen Riegel vor. Und nicht zuletzt garantierte der 60-Jährige die Aufmerksamkeit der Medien. Der Wahlkampf der Kleistpartei war in aller Munde - bundesweit. 

Der u. a. wegen schweren Landfriedensbruchs und gefährlicher Körperverletzung vorbestrafte Neonazi machte einer Mitteilung der Stadt Dortmund zufolge die „zeitliche und gesundheitliche Belastung, die sich durch seine Doppeltätigkeit in Rat und Bezirksvertretung ergeben habe“, für seinen Rückzug verantwortlich. Sein Mandat in der Bezirksvertretung Innenstadt-Nord werde er behalten.

Giemsch im Stadtrat angekommen

Für Borchardt wird zum 1. August mit dem Landeschef Der Rechten, Dennis Giemsch, ein bestens vernetzter Hardliner in den Stadtrat nachrücken. Der ehemalige Kopf der 2012 wegen ihrer Wesensverwandtschaft mit dem Nationalsozialismus und ihrer Nähe zur SA verbotenen Neonazi-Kameradschaft „Nationaler Widerstand Dortmund“ (NWDO) kandidierte auf Platz zwei der DR-Liste. Im Rat vereinbarte Die Rechte vor wenigen Tagen eine Kooperation mit der NPD, was beiden Parteien einen Geldsegen beschert. Gut 42.000 Euro fließen für den Gruppenstatus in ihre Kassen.

Von der Straße ins Parlament: Dennis Giemsch (Foto: Indymedia)

Bei der NPD hatte Giemsch zuvor ob seiner Radikalität nicht landen können. Ein Aufnahmeantrag sei negativ beschieden worden, hieß es aus Parteikreisen. Giemsch hätte keinen Hehl daraus gemacht, nicht aus „Sympathie zur NPD, sondern aus anderen Beweggründen in die NPD eintreten zu wollen“. Vor vier Jahren machte der Aktivist Schlagzeilen, weil er seinen Neonazi-Versandhandel, der später im Rahmen des NWDO-Verbots für illegal erklärt wurde, mit staatlichen Fördermitteln zur Existenzgründung aufgebaut hatte. Zuletzt zwang er die Stadt Dortmund mit Hilfe der Justiz ein gegen ihn verhängtes Hausverbot für die Sitzungen des Stadtparlamentes sowie der Bezirksräte aufzuheben.

Foto: Indymedia, Lizenz: CC

Kommentare(5)

Björn Freitag, 04.Juli 2014, 17:00 Uhr:
Na endlich verlinkt ihr mal wieder zur linksextremen Hetzseite Indymedia. Da mussten wir ja schon fast zwei Artikel drauf verzichten. Mich freut vorallem die Selbstverständlichkeit mit der ihr untereinander die Fotos tauscht. Das ist erfrischend ehrlich.

Nun stellen wir uns aber mal unter entgegengesetzen Vorzeichen vor, die Junge Union würde laufend auf Altermedia verlinken und sich dort der Fotos bedienen. Darüber hinaus stellen wir uns mal vor die JU würde gewalttätige und vorbestrafte Mitglieder einer "rechtsextremen Band" als "engagierte Patrioten" bezeichnen, so wie ihr es unter umgekehrten Vorzeichen gemacht habt.

Man stelle sich die darauffolgende mediale und moralische Entrüstung vor. Als Speerspitze die Jusos von "Endstation Rechts".

Sagt euch der Beriff Doppelmoral etwas?
 
KLM Samstag, 05.Juli 2014, 08:41 Uhr:
Es wird lediglich auf das Bild verlinkt und die Quelle korrekt benannt. Dazu ist man verpflichtet. Womit Björns Kameraden ja oftmals überfordert sind....
 
Roichi Samstag, 05.Juli 2014, 16:00 Uhr:
@ Björn

Hast du wirklich nicht mal ansatzweise einen inhaltlichen Beitrag zu liefern?
Björn der Forderer inhaltlicher Auseinandersetzung verweigert diese beständig.
Was hast du eigentlich mit der JU?
Passender wäre doch deine Kommentare, oder die Seiten deiner Kamerraden.

"Sagt euch der Beriff Doppelmoral etwas? "

Aber natärlich. Sie ist in deinen Kommentaren reichlich vorhanden. So auch hier.
 
Björn Samstag, 05.Juli 2014, 17:43 Uhr:
@KLM

Tja, und jetzt stelle dir mal vor die Junge Union würde laufend Bilder von Altermedia veröffentlichen und auf die Seite verlinken.
 
paul.pa Sonntag, 06.Juli 2014, 14:57 Uhr:
Irgendwie doch beachtlich, dass dieser Mann auf das Geld, das ihm sonst zugeflossen wäre 6 Jahre lang verzichtet.
 

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