Sommer-Meeting mit Hassmusik

Konspiratives Rechtsrock-Spektakel in „Mitteldeutschland“ am Samstag in sommerlicher Aufmachung.

Dienstag, 20. Juni 2017
Horst Freires

Für den 24. Juni wird zu einem Rechtsrock-Event in „Mitteldeutschland“ eingeladen, deren zumindest optische Aufmachung in Form von Palmwedeln und Cocktailglas einer der augenblicklichen Jahreszeit angepassten Spaßparty zu gleichen scheint. Entsprechend wird die Veranstaltung ohne eine exakte Ortsbezeichnung mit dem Motto „Sommer, Sonne, Widerstand“ angekündigt. Dabei geht es um einen Mix aus politischen Ansprachen und musikalischem Teil.

Als Redner angekündigt wurden bereits vor Wochen NPD-Kader Patrick Schröder aus dem Ort Mantel in der Oberpfalz, der seinen Lebensunterhalt unter anderem mit einem Online-Handel bestreitet. Schröder zeichnet laut Verfassungsschutz verantwortlich für die Versanddienste Ansgar Aryan, Nordic Union und FSN-Shop. Er ist auch Initiator und Betreiber des Internet-Medienkanals „FSN.tv“. Zusammen mit Tommy Frenck aus Südthüringen war Schröder Organisator mehrerer Rechtsrock-Großveranstaltungen unter freiem Himmel.

Gastredner aus der Schweiz

Neben Schröder soll beim Sommer-Meeting auch Florian Gerber, Jugendbeauftragter der rechtsextremen Partei National Orientierter Schweizer (PNOS), zu Wort kommen. Gut möglich, dass inhaltlich dabei auch die in Neonazi-Kreisen zelebrierte Sommersonnenwende Thema sein wird.

Auf der Musikbühne sollen sich am Samstag „Kraft durch Froide“ (KDF) aus Berlin präsentieren. Die Band spielte in ihren ersten Jahren von 1982 bis 1987 und ist seit 1999 wieder aktiv. Beworben wird zudem „Uwocaust“ alias Uwe Menzel aus Brandenburg. Ebenso wird „MPU“ aus der Region Hof gelistet. Eine Änderung hat sich beim vierten Act ergeben: Waren zunächst die Rechtsrock-Urgesteine von „Spreegeschwader“ aus Berlin angekündigt, wurde das Line-Up nun noch einmal gewechselt. Aktuell soll „Frontfeuer“ aus dem brandenburgischen Beeskow aufspielen, deren Mitglieder Recherchen zufolge zumindest zeitweise Verbindung hinein in die Kameradschaft „Kommando Werwolf“ gehabt haben sollen.

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