Soli-Konzert für inhaftierte Neonazis

Mit der Ortsbezeichnung „Mitteldeutschland“ versehen ist die Werbung für ein größeres musikalisches Event am 7. Februar, bei dem mehrere Bands aufspielen sollen.

Donnerstag, 29. Januar 2015
Horst Freires

Bei dem braunen Konzert soll offenkundig Geld für die Unterstützung von in Gefängnissen einsitzenden Neonazis eingespielt werden. Das Event,  übertitelt mit Soli-Konzert, wird auf ausländischen Internetseiten sowie unter anderem auf der Facebook-Seite der vierköpfigen baden-württembergischen Band „Kommando 192“ beworben. „Kommando 192“ existiert erst seit 2013 und nennt die Rechtsrock-Combos „Endstufe“ und „Störkraft“, wenn sie nach ihren maßgeblichen Einflüssen befragt wird.

Mit von der Partie soll am 7. Februar auch die Band „12 Golden Years“ aus dem Raum Apolda sein. Aus Bremen angekündigt wird die dem internationalen „Blood&Honour“-Netzwerk zugerechnete Gruppe „Nahkampf“, in der auch Sänger Hannes Ostendorf von „Kategorie C – Hungrige Wölfe“ mitwirkt. Auf dem ersten Album von „Nahkampf“, die es seit Ende der 80er Jahre gibt, fand sich bereits eine Solidaritätswidmung für die seinerzeit in Haft befindlichen Neonazi-Größen Christian Worch, Gottfried Küssel und Gary Lauck. Diesmal als mitmachende Band aufgeführt ist auch das Trio „Exzess“ aus Strausberg, das eine enge Verbindung zur Neonazi-Kultband „Lunikoff Verschwörung“ um Sänger Michael Regener pflegt.

Aus dem Raum Sonneberg stammt die propagierte Band „Unbeliebte Jungs“, die in der Vergangenheit auch schon einmal unter dem Namen „Volksverhetzer“ unterwegs war und von der ehemaligen rechtsgerichteten Skinhead-Combo „Brachial“ Unterstützung erfahren hat. Schließlich sind auch Schweizer Gäste eingeladen. Die Band „TreueOrden“ steht mit ihrem Album „SA Voran“ auf dem Index. Die Eidgenossen traten zuletzt am 12. Dezember auf der Weihnachtsfeier des neonazistisch ausgerichteten „Bündnisses Zukunft Hildburghausen“ (BZH) auf, das die in Südthüringen als Pegida-Pendant laufenden Sügida-Demonstrationen in Suhl unterstützt und sich thematisch derzeit ganz auf Flüchtlings- und fremdenfeindliche Hetze konzentriert.

Tommy Frenck besitzt eines von zwei Kommunalmandaten des BHZs. Er betreibt von Schleusingen aus einen Online-Shop unter dem Namen Druck 18. Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass Frenck im vergangenen Monat für 80 000 Euro einen Gasthof in Kloster Veßra (Landkreis Hildburghausen) erworben hat. Die Lokalität hat mit rund 120 Plätzen dabei durchaus eine Größenordnung für Musikveranstaltungen.

Kategorien
Tags