von Oliver Cruzcampo
   

Schwerin und Rostock: AfD macht gegen Moscheebauten mobil

Sowohl in Schwerin als auch in Rostock stehen mögliche Moscheebauten bevor. Ein gefundenes Fressen für die AfD – zwei Monate vor der Kommunalwahl. Die fährt nun mehrere Kampagnen, darunter Bürgerbegehren und eine Demo. Unterstützung kommt aus dem rechten Lager.

"Der Islam gehört nicht zu Deuschland" - AfD-Anhänger auf einer Demo vergangenes Jahr.

Ein seit rund 20 Jahren leerstehendes Gebäude einer Kaufhalle in Schwerin soll der islamischen Gemeinde zur Verfügung gestellt werden. Für die rund 400 Muslime, die das Freitagsgebet besuchen, reiche der derzeitige Platz nicht mehr aus. Laut Schwerin Lokal soll die ehemalige Kaufhalle zu einer Moschee mit Gemeindezentrum umgebaut werden, dieses soll als interreligiöse und interkulturelle Begegnungsstätte dienen.

Anfangs sollte das Grundstück am Stadtrand der Landeshauptstadt noch an den Islamischen Bund verkauft werden. Davon ist die Stadt mittlerweile abgerückt, nun ist die Rede von einem Erbpachtvertrag.

Läuft Bürgerbegehren ins Leere?

Erwartungsgemäß griff auch die AfD Schwerin das Thema auf und initiierte ein Bürgerbegehren gegen den Moscheebau. „Kein Verkauf eines stadteigenen Grundstücks an den Islamischen Bund Schwerin e.V.“, heißt es auf den Unterschriftenlisten. Tatsächlich reichte die Partei Ende Februar 5.500 Unterschriften beim Stadtpräsidenten ein. Benötigt wurden 4.000.

Nach Wunsch der AfD soll am 26. Mai – dem Tag der Kommunal- und Europawahl – auch über deren Anliegen abgestimmt werden können. Das Bürgerbegehren bezog sich allerdings auf den Verkauf des Grundstücks, mittlerweile geht es nur noch um einen Pachtvertrag.

AfD will Bürgerentscheid auch in Rostock

Nahezu parallel zu den Unterschriftensammlungen der Schweriner AfD wurden auch Pläne der islamischen Gemeinde Rostocks publik. Diese muss aus dem derzeitigen Gebetsraum ausziehen, da die Baracke abgerissen wird. Ohnehin gäbe es zu den Gebetszeiten dort einen massiven Platzmangel, die rund 400 Muslime müssten teilweise im Freien sitzen.

Mitte Januar wurde ein möglicher Moscheebau ins Spiel gebracht. Es dauerte nicht lange, bis auch die Rostocker AfD ein Bürgerbegehren initiierte und sich dafür am Vorhaben der Schweriner Gliederung orientierte. Dort heißt es „Kein Verkauf eines Grundstückes an den Islamischen Bund Rostock e.V.“ ergänzt um den Zusatz „und keine Einräumung eines Erbbaurechts an einem Grundstück“. Ob das Bürgerbegehren zu einem Bürgerentscheid führt und es auf die Wahlzettel für Ende Mai schafft, ist derzeit nicht abzusehen.

Nachdem die AfD letztes Jahr neun Demonstrationen in Rostock durchgeführt hat, auf denen sich zum Ende weniger als 200 Teilnehmer einfanden, soll es jetzt erneut auf die Straße gehen. Unter dem Motto „Keine Moschee in Rostock“ soll das Thema Moscheebau am 25. März breiter thematisiert werden, nachdem der Kreisverband auf den letzten Demos vor allem Allgemeinplätze anbringen musste. Auch steigende Teilnehmerzahlen sind denkbar, das Motto ist anschlussfähig.

Unterstützung von Rechtsaußen

Auch Landeschef Dennis Augustin ruft zur Teilnahme auf. Der Mann gilt als radikaler Vertreter innerhalb des Landesverbandes mit deutlicher Anti-Islam-Agitation. Mehrfach taucht Augustin im Gutachten des Verfassungsschutzes auf, so hätte er während einer Rede im Sommer 2017 den Islam „pauschal verächtlich [gemacht], indem er ihn als `Krebsgeschwür´ bezeichnete. In derselben Rede sprach der Landeschef zudem von „Halbaffen“, die Aussagen hatten massiv für Kritik gesorgt, auch innerhalb der AfD.

Neben der AfD laufen weitere rechte Gruppierungen – vor allen in den sozialen Medien – Sturm gegen einen möglichen Moscheebau. Auf dem geplanten Grundstück wurde ein Schweinekopf abgelegt. Für Dienstagabend rufen bislang unbekannte Personen zur Teilnahme an der Sitzung des Ortsbeirates Hansaviertel, das Stadtteilgremium, in dem die Moschee gebaut werden könnte, auf. In der Vergangenheit kam es während solcher Sitzungen vor allem zu Störaktionen und Provokationen.

Auch die Identitäre Bewegung darf in dem Potpourri nicht fehlen. So hängten Aktivisten einige Ortsschilder in arabischer Schrift auf. Die Lokalmedien berichteten von unbekannten Tätern und die Polizei suchte Zeugen, dabei hatten die Identitären die Aktion zuvor bereits in Stralsund durchgeführt. Diesmal bekannte sich die IB jedoch erst im Nachgang der Medien-Berichterstattung zu den Schildern.

Kommentare(9)

Joachim Datko Dienstag, 19.März 2019, 05:35 Uhr:
Ich habe in Regensburg bei einer AfD-Veranstaltung gegen einen DITIB-Moschee-Bau ein großes Plakat mit der folgenden Aufschrift getragen:

DITIB = ERDOGAN
„MOSCHEEN SIND UNSERE KASERNEN
GLÄUBIGE UNSERE SOLDATEN

24.03.18, Regensburg
Siehe: https://images.scribblelive.com/2018/3/24/92fdef47-723c-44a4-9a43-d8b15b6b82ff_800.jpg

Der Islam ist eine äußerst gefährliche Religion:
Siehe z.B.: Koran, Sure 9 Vers 29: „Kämpft gegen diejenigen, die nicht an Allah und an den Jüngsten Tag glauben, und die das nicht für verboten erklären, was Allah und Sein Gesandter für verboten erklärt haben, und die nicht dem wahren Glauben folgen - von denen, die die Schrift erhalten haben, bis sie eigenhändig den Tribut in voller Unterwerfung entrichten."

Religionen versuchen die Menschen zu unterdrücken und auf einem niedrigen geistigen Niveau zu halten. Mit der ständigen Wiederholung von alten Texten wird der Mensch geistig eingeschränkt. Mir graut vor der geistigen Unterdrückung, wie sie in islamischen Gesellschaften oft praktiziert wird.

Joachim Datko - Ingenieur, Physiker


 
Roichi Dienstag, 19.März 2019, 11:41 Uhr:
@ Joachim

Das mit dem gesitigen Niveau hast du erfolgreich erreicht. Denn außer Wiederholung von diskriminirenden Allgemeinplätzne machst du nichts.
Im Endeffekt, lebst du, was du Muslimen vorwirfst.
 
Roichi Dienstag, 19.März 2019, 18:04 Uhr:
Ohh Mann so viele Fehler. Man sollte nicht Kommentieren vor dem Mittagessen.
 
Joachim Datko Dienstag, 19.März 2019, 23:02 Uhr:
Zu Roichi 11:41 Uhr:

Religionen versuchen den Menschen von klein auf zu indoktrinieren. Dies wird mit häufig zu wiederholenden Gebeten durchgeführt. Muslime sind nach der islamischen Normen-Lehre verpflichtet, fünfmal am Tag zu beten. Die ständige Wiederholung von Gebeten baut im Gehirn eine Gefängniszelle auf.

Cartoon: https://d2gg9evh47fn9z.cloudfront.net/800px_COLOURBOX10522905.jpg

Ich sehe der Gefahr ins Auge: Der Islam ist ein Unterdrückungssystem.




 
Latest Mittwoch, 20.März 2019, 09:55 Uhr:
Roichi, nimm mal Deine Scheuklappen ab und erkläre uns doch mal folgendes:
Wenn die Islamische Gemeinde Anfang November einen Kaufantrag für das Hohlbeinplatzgelände stellt, warum wird erst Mitte Januar ein möglicher Moscheebau ins Spiel gebracht? Warum das zeitliche? Warum so verhüllt formuliert? Oder wollen die da möglicherweise Schafe züchten?
Und mit Spitzfindigkeiten gegenüber Joachim entschärfst Du das geschriebene Wort und somit die Botschaft des Korans nicht, sondern gibst nur Einblicke in Deine verbohrte und offensichtlich unwissende Ignoranz.
 
kritiker Mittwoch, 20.März 2019, 23:44 Uhr:
@ roichi 19.3. 11:41
Werter Roichi, wenn man keine sachlichen Argumente gegen den Text (vor allem
gegen sein Zitat aus dem Koran) von J.Datko besitzt, dann reicht offensichtlich nur
noch der primitiv beleidigende Kommentar.
Sie sollten die sachliche Kritik an einer menschenverachtenden Passage des Korans
(der Koran hat noch mehr vor der Sorte) nicht so locker als "diskriminierenden
Allgemeinplatz" bewerten. Vielleicht machen Sie Sich doch einmal die Mühe und
beschäftigen sich intensiv mit dem Koran - vor allem mit dessen verhehrender
Wirkung auf viele Muslime, vor allem aber auf die extremistischen Islamisten.
 
Roichi Donnerstag, 21.März 2019, 10:17 Uhr:
@ Joachim

Sehen wir mal davon ab, dass du "den Islam" nur als besonders konservative Ausprägung der Religion beschreibst, die nur von einem kleinen Teil der Gläubigen gelebt wird, wie das auch in anderen Religionen der Fall ist. Die große Mehrheit der Menschen ignorierst du geflissentlich.
Sehen wir ferner davon ab, dass du den Mechnismus der "Indoktrination", wie du das beschreibst, nur auf Religion beziehst und nicht etwa viel weitergehend, wie es nötig wäre, auf gesellschatliche Normen, Traditionen und Werte.
Dann bleibt immernoch nur ein "Muslime sind böse. Und deswegen bin ich besser." Übrig. Und natürlich das übliche "Ich habe die Wahrheit und alle anderen sind verblendet.".
Klingt nach Religion und Indoktrinierung für mich.

Es bliebt also bei der ersten Aussage. Du diskriminierst, du wiederholst diese Diskriminierungen und sonst hast du nichts zu bieten.
 
Roichi Donnerstag, 21.März 2019, 18:29 Uhr:
Ach wie schön, da sind sie wieder alle.
Nur mit dem Lesen hapert es immernoch.
Aber fangen wir mal an.

@Latest

Frag doch die Gemeine, die das Grundstück kauft.
Und wenn du schon dabei bist, kannst du vielleicht auch alle anderen Leute fragen, die ein Grundstück kaufen wollen.
Mit meinen Beiträgen und auch mit den Ausagen von Joachim hat das nichts zu tun. Die Ablenkung kannst du dir also sparen.

Das Wort und die Botschaft des Korans war nie Thema, sondern maximal Vorwand. Lesen hätte dir geholfen, das zu erkennen.
Und genau diesen Vorwand und den darauf aufbauenden Unfug von Joachim habe ich benannt und ausgeführt. An seinen Worten.

 
Roichi Donnerstag, 21.März 2019, 18:29 Uhr:
@kritiker

Auch dir hätte Lesen geholfen.
Joachim führt also irgendein Zitat aus dem Koran an und begründet damit, warum "der Islam" und "die Muslime" grundsätzlich böse sind.
Starke Begründung.
Jetzt könnte man jedes beliebige religiöse Grundsatzdokument nehmen und würde solche Passagen finden. Was ist damit belegt?
Nichts.
Denn weder wird die Lebensrealität noch etwas anderes als das was irgendein Mensch vor hunderten Jahren mal gedacht hat wiedergegeben.
Aber wenn man nicht denken will, muss man eben Diskriminierung verteidigen.

Religionsstudiuen kannst du gerne machen. Selbst die werden dir aber nicht weiterhelfen, nur aufzeigen, dass es "den Islam" gar nicht gibt, wie auch nicht "das Christentum".
Es würde auch nichts ändern, da ich diesen Aspekt überhaupt nicht brauche um Joachims Diskriminierung herauszuarbeiten.
Dazu reichen mir seine Aussagen völlig aus.
Lesen hätte eben gereicht.
 

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