Schwachbrüstiger „Olgida“-Auftritt

Bei dem Oldenburger Pegida-Ableger fanden sich am Montag neben Rechtspopulisten auch Hooligans sowie eine rockerähnliche Straßengang ein.

Dienstag, 17. März 2015
Andrea Röpke

Hauptredner der ersten Pegida-Kundgebung im niedersächsischen Oldenburg war am Montag der Münchener Rechtspopulist Michael Stürzenberger. Wie ein  Laienprediger versuchte er die nur 60 „Olgida“- Anhänger vor dem Hauptbahnhof in Stimmung zu bringen. Beim gemeinsamen Motivationsspiel mit „Nein“- und „Lügenpresse“-Rufen war ihm seine junge Freundin behilflich. Sie fotografierte zudem eifrig und stellte Fotos der Gegendemonstranten ins Internet. Perfiderweise verglich der Agitator und Autor des islamfeindlichen Blogs „Politically Incorrect“ die  Pegida-Bewegung mit der NS-Widerstandsgruppe „Weiße Rose“. Beide Gruppen hätten sich dem Mainstream und einer „totalitären faschistischen Ideologie“ entgegengestellt.

Der  Immobililienmakler Erich Seifert, Beiratskandidat (Kennwort: „Stubentiger65“) bei den kommenden Bremer Wahlen, musste lange auf seinen Auftritt warten. Den dicken Werder Bremen-Mantel hatte der ehemalige Landeskoordinator und Bundestagskandidat der AfD längst abgelegt, um mit seiner Rede loszulegen, doch Stürzenberger kam nicht zum Ende. Einen engen Draht schienen die beide nicht zu haben. Immerhin zählte der Hanseat auch mal zu Stürzenbergers Partei „Die Freiheit“.  Inzwischen steht der Mann aus dem Bremer Norden eher den Rechtspopulisten von „Bürger in Wut“ nahe. Seifert lästerte vor allem über Bernd Lucke und die AfD, der er bis 2014 angehört hatte. Bezeichnete sie als „Mogelpackung“.

Die Gegner platt machen

In Oldenburg war vor allem die Zusammensetzung der Kundgebungsteilnehmer interessant. Anmelder Christian Pothin aus Wildeshausen, war mal Kreisvorsitzender der AfD. HoGeSa-Sympathisant Markus Schweighöfer, der die Aktion „als vollen Erfolg“ beschrieb, war fast alleine aus Bremen angereist. Stärker vertreten  war die rockerähnliche Straßengang  „Fight Squad Portcity“  aus Wilhelmshaven, die sich laut „stopp-rechts.de“ auch gerne im Internet mit Baseballschlägern präsentiert.

Redner Uwe Schommers und seine Oldenburger Freunde bekennen sich zur „Skullhead Bruderschaft“ und sympathisieren offen mit der „German Defence League“. Der Langhaarige gab an, von Gegendemonstranten „zusammengetreten“ worden zu sein. Er humpelte umher und drohte: „Jeder, der islamistisch ist“, werde ab heute von ihm „auf die Fresse kriegen“. Er wolle seine Gegner „platt machen“ und „jeder, der mir helfen will, kann mir helfen“.

Die Organisatoren distanzierten sich nicht, sondern schlossen mit einem „Wir sind Uwe“ und dem Absingen des Deutschland-Liedes.  Das kritische Portal „Olgida“-Watch fand für die Aktion in der Universitätsstadt nur ein Wort: „Lächerlich“.

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